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Nordfriesland Tageblatt

04. Dezember 2016 | 03:02 Uhr

Schöpfwerk vor der Vollendung

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

2,7 Millionen Euro hat der Neubau gekostet, der mit zwei Pumpen für einen reibungslosen Ablauf des Niederschlagswassers sorgen soll

Die Bauarbeiten am neuen Schöpfwerk sind soweit fortgeschritten, dass es Ende nächsten Monats in Betrieb gehen kann. Schon in Kürze soll es in einem Probelauf getestet werden, teilte der Geschäftsführer des Deich- und Hauptsielverbandes Südwesthörn-Bongsiel (DHSV), Thies Horn, mit.

Der schon mit einem Dach versehene und kurz vor der Vollendung stehende Neubau am Haffdeich, an dem die Deichverstärkung vor Dagebüll bereits in vollem Gange ist, ersetzt das alte, 1956 errichtete Schöpfwerk nahe der Jenswarft. Es stand seit Jahr und Tag in der Kritik, weil sein Auslauf inmitten des belebten Badestrandes liegt. Technisch gesehen bestanden für seinen Standort keine Bedenken. Es ist voll funktionsfähig. Doch aus hygienischer Sicht waren die Bedenken unüberhörbar, sodass 2015 die Entscheidung fiel: „Wir bauen ein neues Schöpfwerk.“ Als Standort wurde eine Position abseits der geschlossenen Wohnbebauung gewählt – und zeitlich in die im Gange befindliche Deichverstärkung eingebunden.

Aufgabe dieses Schöpfwerks ist die Entwässerung des Dagebüll-Juliane-Marien-Kooges und des Osewoldter Kooges. Für dieses 1100 Hektar große Einzugsgebiet reichten zwei Pumpen mit einer Pumpleistung von zusammen 2200 Litern pro Sekunde.

Im neuen Schöpfwerk ist „alles neu“. Hochmodern ist die sogenannte Leitstandtechnik, die es ermöglicht, alle nur erdenklichen Daten aus dem Schöpfwerk übers Internet vom DHSV-Büro in Risum-Lindholm aus abzufragen. „Theoretisch wäre das von jedem Punkt weltweit möglich“, sagte Thies Horn, „egal um welche Art von Störung es sich handelt.“ Bislang sind im Verbandsgebiet nur fünf Schöpfwerke mit dieser Technik ausgerüstet. Möglich macht es das Glasfasernetz, an das nach und nach weitere Schöpfwerke angeschlossen werden sollen.

Das neue Schöpfwerk mit seinen zwei Pumpen verfügt über eine Pumpleistung von je 1,75 Kubikmeter pro Sekunde – zusammen also 3000 Liter pro Sekunde. Die Pumpen werden elektrisch betrieben. Es nimmt Niederschlagswasser aus dem Dagebüller Hauptsielzug auf, in dem etwa 350 Meter „unter den Bagger“ kamen. Insgesamt kostete die Baumaßnahme 2,7 Millionen Euro, die sich das Land und der DHSV im Verhältnis 75 zu 25 Prozent teilen. Am Verbandsanteil ist die Gemeinde Dagebüll mit einem Drittel beteiligt.

Die Planung für die Baumaßnahme besorgte das Ingenieurbüro Mohn (Husum/Melsdorf). Für die Verbindung zwischen Ein- und Auslauf wurde der Haffdeich geöffnet, ist aber wieder geschlossen und hat bereits eine „zarte“ Grasnarbe. Insgesamt war der Schöpfwerksbau von gutem Wetter begünstigt. Die Niederschlagsmenge dieses Jahres wird weit unten dem 20-jährigen Mittel liegen – und noch weiter entfernt von der Jahresmenge 2015 mit 1002,4 Millimetern sein.

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erstellt am 27.Okt.2016 | 10:02 Uhr

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