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Nordfriesland Tageblatt

10. Dezember 2016 | 10:02 Uhr

Niebüll : Schleifpapier für das Gold des Meeres

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Im Naturkundemuseum können Bernsteine noch bis zum 8. September unter fachkundiger Anleitung zu Schmuckstücken verarbeitet werden

Noch bis zum 8. September ist im Naturkundemuseum Niebüll jeden Dienstag und Donnerstag Bernsteinschleifen für jedermann angesagt. Das fossile Harz, auch als Gold des Meeres besungen, übt nach wie vor eine ungebrochene Faszination auf Jung und Alt aus, wie die immer gut besuchten Schleifstunden bei Museumsleiter Carl-Heinz Christiansen verraten.

Logisch, dass das Schleifen der drei bis fünf Gramm leichten Bernsteinstücke auch Neugierde auf die Geschichte hinter dem in etlichen Farbtönen vorkommende Material weckt. In Fernost verwandelt sich Neugierde sogar in Begierde, wenn es um die gelbe Variante des Schmucksteins geht. Christiansen nimmt zuweilen auch die Gelegenheit wahr, etwas über den Schmuckstein zu erzählen, dessen Alter auf einige Millionen Jahre geschätzt wird.

Der Bernstein, von dem im Museum die Rede ist, und dem fleißige Hände Form, Gestalt und Glanz verleihen, wird an den Küsten der beiden Randmeere des Atlantiks gefunden – häufiger an der deutschen und polnischen Ostseeküste (daher auch „Baltischer Bernstein“ genannt) als an der Nordseeküste. Sammler stellen dem Naturkundemuseum die gefundenen Stücke zur Verfügung, die mit etwa sechs Cent pro Gramm gehandelt werden. Diese Funde werden den 85 Prozent Bernstein zugerechnet, die weniger wert sind als die anderen 15 Prozent, die in China begehrt sind. Es gab Zeiten, in denen Bernstein in Konkurrenz zu Gold stand. Letzteres, so sagt man in der Fachwelt, wird jedoch das wertvollere Material bleiben.


Eine fröhliche Runde stellt Broschen oder Ketten her


Doch wie auch immer: Die Niebüller „Bernsteinschleifer“ kümmert es wenig, was man so über das Gold des Meeres sagt. Sie haben einfach Spaß. Dieser kostet sie sieben Euro pro Schleifsitzung im Oberstübchen des Museums an der Hauptstraße 108. Bearbeitet werden die Fundstücke durch Bewegung auf feuchtem Schleifpapier in unterschiedlicher Körnung – zuerst auf grobem, danach auf zunehmend feinerem Schleifpapier, bis der finale Glanz und die gewünschte Form hergestellt sind. Das Endprodukt kann entweder eine Art Brosche oder das Glied einer Kette sein.

Die Bernsteinschleifer bilden in der Regel eine fröhliche Runde. An einem Dienstag waren beispielsweise 13 Teilnehmer anzutreffen, darunter zwei Senioren und die Baden-Württembergerin Sandra Bauder, die jüngst ihr „Freiwilliges Ökologisches Jahr“ in Niebüll angetreten hat.

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erstellt am 18.Aug.2016 | 13:06 Uhr

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