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Nordfriesland Tageblatt

04. Dezember 2016 | 11:18 Uhr

Schilder sollen Nachtruhe sichern

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Nach Anwohnerbeschwerden und Schallschutzgutachten: Seilbahn am Holunderring bleibt / Spielplatz bekommt zudem ein Integrationskarussell

In die nächste Runde zum Thema Spielplatz Holunderring ging es auf der Sitzung des Niebüller Sozial-Ausschusses am Dienstagabend. Wie berichtet, hatte ein Anwohner-Ehepaar über die Lautstärke der sirrenden Seilbahn geklagt. Die Seilbahn gilt als Attraktion in Südtondern, Familien reisen sogar aus Ladelund oder Bredstedt an.

Ausschuss-Vorsitzender Bernd Neumann stellte nun die schalltechnische Untersuchung vor. „Um einen Höreindruck zu bekommen, nutzte ein Mitarbeiter der Stadt die Seilbahn.“ Dann wurde genau analysiert: Das Geräusch setzte sich aus dem „Summgeräusch des Seilbahnwagens und den Anprallgeräuschen“ beim Anschlag des Geräts an den Gummireifen am Ende der Bahn zusammen. „Die monierten Quietschgeräusche oder andere tonale Geräusche waren nicht hörbar“, summierte Diplom-Ingenieurin Stefanie Roszek, Ingenieurbüro für Akustik. Zusätzlich wurden schalltechnische Messungen am Wohnhaus der Kritiker vorgenommen.

Die Messungen ergaben, dass es beim Anschlag des Seilbahnwagens auf den Gummireifen zu einer Störung der Nachtruhe kommen kann. „Der Pegel schlug maximal aus.“ Das Fachbüro führte eine weitere Mess-Serie bei einer anderen Wetterlage durch – das Ergebnis blieb gleich: keine Quietschgeräusche, jedoch Aufprallgeräusche als Störfaktor der Nachtruhe. Eine Erklärung für die fehlenden Quietschgeräusche gab es nicht – die Seilbahn war zudem länger nicht gewartet worden, wie der Leiter des Bauhofes, Jochen Johannsen, mitteilte.

Klar wurde, dass die Nachtruhe der Anwohner geschützt werden müsse. Bernd Neumann schlug vor, eine Idee des Fachbüros aufzugreifen. „Schilder sollten deutlicher als bisher sichtbar aufgestellt werden und einen ausdrücklichen Hinweis auf die Beschränkung der Nutzerzeit – 8 bis 20 Uhr – und des Benutzerkreises – Kinder bis 14 Jahre – enthalten.“ Die bereits ins Gespräch gebrachte nächtliche Ankettung des Seilwagens wurde als weitere Maßnahme erwogen. Wer macht das? Alle waren sich einig: Den Anwohnern ist es nicht zuzumuten, Freiwillige gibt es nicht. Bürgermeister Wilfried Bockholt kann sich vorstellen, für eine Hilfskraft Mittel aus dem Haushalt zu Verfügung zu stellen. Doch zunächst – und ehe die Frühjahrssaison beginnt – werden die Schilder aufgestellt.

Mit dem Ergebnis zufrieden waren vor allem die anwesenden Vertreter der Kindertagesstätten und Kindergärten. „Hurra, die Seilbahn bleibt“, hieß es. Interessant: Die Kinder dürfen weiterhin juchzen – denn Kinderlärm ist (noch) nicht verboten.

Der Ausschussvorsitzende Bernd Neumann verkündete abschließend noch die frohe Botschaft, dass ein so genanntes „Integrationskarussell“ aufgestellt wird. Mit dem Gerät können junge Rollstuhlfahrer durch Muskelkraft der Arme rasante Runden drehen.

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erstellt am 30.Nov.2016 | 18:18 Uhr

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