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Nordfriesland Tageblatt

06. Dezember 2016 | 09:23 Uhr

Leck : „Salam alaikum“ im Rathaus

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Zum dritten Mal gab es einen Empfang für Flüchtlinge. Statt Wohnungssuche rücken inzwischen andere Themen in den Vordergrund.

„Salam alaikum, welcome, guten Tag!“, rief Bürgermeister Andreas Deidert seinen Gästen im Rathaus zu. Er und die Gemeinde begrüßten die neuen ausländischen Mitbürger und vermittelten ihnen, dass sie in Leck willkommen sind. Bei der dritten Aktion dieser Art kamen rund 70 Flüchtlinge, deren Paten sowie Vertreter von Vereinen und Institutionen.

„Die Flüchtlinge kommen aus weiten Teilen der Welt, aus Gegenden, in denen es nicht mehr lebenswert ist, in denen das Leben nicht mehr auszuhalten ist“, sagte Deidert. Er freue sich, dass die Neuankömmlinge den Weg hierher gefunden haben. Zurzeit leben 200 Frauen, Männer und Kinder – unter anderem aus Somalia, Afghanistan oder Syrien – im Verantwortungsgebiet des Sozialzentrums Leck (das Gebiet umfasst Leck und die Gemeinden der ehemaligen Karrharde).

Die Zahlen der Menschen, die hier Zuflucht suchen, seien rückläufig, rechnete der Bürgermeister vor: Im Januar 2016 wurden 30 neue Flüchtlinge gezählt, im Februar und März hat es keine Zuweisungen gegeben, im April kamen acht Flüchtlinge. Für sie alle sei es ein Schritt in eine andere Kultur, in eine andere Gesellschaft, sagte Deidert und appellierte an die Neuankömmlinge: „Nehmen Sie die Hilfe der Paten an, nehmen Sie die Angebote, wie beispielsweise Sprachkurse, wahr.“ Zudem forderte er auf, sich an die Regeln zu halten, nach denen sich die Menschen in Deutschland richten.

Dass sich die neuen Mitbürger in Leck und Umgebung wohlfühlen, schrieb Deidert dem Sozialzentrum, der Arbeiterwohlfahrt, dem DRK, der Kirche, dem Bürgerfestverein, der Tafel Südtondern, der Volkshochschule und allen voran der Koordinatorin vom Runden Tisch zur Integration von Flüchtlingen, Monika Hahn-Naninga, mit ihren 70 bis 80 aktiven Paten zu. „Ich bedanke mich für die engagierte Arbeit. Sie alle sorgen dafür, dass sich die Flüchtlinge bei uns wohlfühlen können.“ Sein Dank ging gleichermaßen an die Bevölkerung, die sich auf die Situation eingestellt hat und die fremden Menschen aufnimmt. „Wir können stolz sein, wie es in Leck funktioniert und wie es im Amt Südtondern läuft“, sagte der Bürgermeister.

Stellvertretend für das große Engagement aller ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer in Leck hatte Monika Hahn-Naninga die Ehrennadel des Landes vom stellvertretenden Ministerpräsident Robert Habeck in Husum erhalten. Jetzt sagte sie: „Die Arbeit an der Basis – die machen wir.“ Sie redete aber auch von einer Arbeit, die immer im Wandel sei. „Am Anfang ging es darum, Wohnungen einzurichten. Jetzt stehen eher Aus- und Fortbildung, Integration und auch der Wunsch nach einem Wohnortwechsel im Fokus“, erklärte Hahn-Naninga. Für die Paten sei es nicht immer leicht, loszulassen, doch die Anliegen der ausländischen Mitbürger müssten akzeptiert werden.

Hahn-Naninga erzählte von der Flüchtlingsarbeit, nannte Patentreffen ebenso wie Spielenachmittage oder Frauenfrühstück. Positiv wertete sie die Fahrradkurse zur Verkehrserziehung. Den Integrationskursus hat Karl Werner von der Volkshochschule nach Leck geholt, ein Alphabetisierungskursus soll folgen. Nach den Sommerferien wird in der Grundschule „Deutsch als Zweitsprache“ angeboten: „Dann brauchen die kleinen Kinder nicht mehr nach Niebüll zu fahren.“

Insbesondere lobte die Koordinatorin Geschäftsleute und Institutionen, die den Flüchtlingen Praktikumsstellen zur Verfügung stellen. „Ohne die Unterstützung des ganzen Dorfes geht es nicht“, sagte sie.

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erstellt am 23.Mai.2016 | 11:36 Uhr

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