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Nordfriesland Tageblatt

05. Dezember 2016 | 09:32 Uhr

Dank an einen Niebüller : Ruhestand für den Mann am Steuer

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Knapp 40 Jahre hat Dietrich Maack Menschen mit Behinderung zu ihren Dienstag-Treffs gefahren.

Nach 39 Jahren und 220  000 Kilometern am Steuer eines Kleinbusses ist Schluss. Dietrich Maack, der an diesem Wochenende seinen 70. Geburtstag feiert, macht auf dem Fahrersitz Platz für Brigitte Nissen, die die Mitglieder des Freizeitclubs für Behinderte künftig zu ihren Dienstag-Treffs abholen und sie wieder nach Hause bringen wird.

Dietrich Maack, den man kurz Dieter nennt, war zunächst Berufssoldat, danach Berufskraftfahrer und zuletzt bis zur Rente von 1977 bis 2008 Hausmeister an der Carl-Ludwig-Jessen-Schule, der er auch nach Eintritt in den Ruhestand treu geblieben ist. Denn in der Schule hält der Freizeitclub, der dem Verein Lebenshilfe angehört, seit seiner Gründung am 22. Dezember 1977 jeden Dienstag seine Treffs ab.

Von Beginn an holte Busfahrer Maack auf seiner Rundfahrt die Clubmitglieder ab und brachte sie nach Ende des Treffs wieder nach Hause. Jedes Mal waren es etwa 150 Kilometer – und das 40 Mal im Jahr und 39 Jahre lang. Dieter Maack addierte auf seinen insgesamt 1543 Fahrten 220  000 Kilometer, die einer fünfmaligen Erdumrundung entsprächen.

Wind und Wetter spielten für ihn keine Rolle. Auch während der Schneekatastrophe 1978/79 nicht. Er sah sich nicht nur daheim seiner Familie (zwei Töchter/fünf Enkel) verpflichtet, sondern auch seinen Freunden im Club, den wöchentlich im Durchschnitt etwa bis zu 60 Menschen mit Behinderung besuchen.

Initiatorin und Gründerin des Freizeitclubs ist Barbara Heinz-May, um die sich Helferinnen und Mitarbeiterinnen wie Hermine Jensen, Inge Röh und Silke Römisch scharten. Dass aus der Gesamtheit der Helfer nur wenige Namen zu nennen sind, spricht dafür, dass sie einer guten Sache lange Jahre dienten. Diese Sache ist das Bestreben des Vereins Lebenshilfe, der Isolation behinderter Menschen entgegen zu wirken.

Dieter Maack, der Mann am Steuer, unterhielt während der Hausmeister-Jahre einen Werkraum, in dem viel mit Holz gearbeitet wurde – mit einem Material, das auch die Clubbesucher faszinierte. „Sie haben im Werkraum gebastelt und viele schöne Sachen hergestellt“, erinnert sich Christiane Jochims, die den Club heute leitet. Im Freizeitclub ist ansonsten Vielfalt im Programm angesagt – wie Fußball, Gestalten, Kochen und Backen, Spiele, Bewegung im Freien, Gespräche, Singen und jede Menge Unternehmungen. Es seien stets 90 interessante „Minuten Club“ gewesen, heißt es. „Und das ist auch heute noch so.“

Dieter Maack war einer von ihnen – und stets da, wenn er auch sonstwie gebraucht wurde. Er selbst erinnert sich, nie Ärger gehabt zu haben. Spaß, Freude und Engagement hätten stets überwogen. Christiane Jochims, die in ihrem Engagement für die behinderten Menschen von Ehemann Burkhard tatkräftig unterstützt wird: „Die Dienste von Dieter Maack waren nicht hoch genug einzuschätzen. Er war immer für uns da. Auf ihn war Verlass. Wir sind ihm dankbar.“

Dieter Maack wird auf seine nun kommenden „alten Tage“ daheim genug zu tun haben. Außer Haus und Hof oder Garten und Motorsport warten genügend „Angebote“. Zuerst einmal kann er die Dienstage aus seinem Kalender streichen. „Danach sehe ich weiter.“




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erstellt am 28.Apr.2016 | 11:08 Uhr

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