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Nordfriesland Tageblatt

10. Dezember 2016 | 12:01 Uhr

Leck : Rettungsübung am Pflegeheim

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

90 Feuerwehrleute waren beim Probedurchlauf eines Großbrandes im Einsatz. Nachbarn zeigten nicht immer Verständnis.

Jäh unterbrach der schrille Klang der Martinshörner am Sonnabend die Mittagsruhe im Ort: Es brannte im „Haus am Lecker Mühlenstrom“, dicke Rauchschwaden drangen durch die Räume. 90 Feuerwehrleute hatten die Situation schnell im Griff, handelten ruhig und besonnen, konzentriert und professionell. Zum Glück probten sie bei diesem Einsatz nur den Ernstfall.

Um den Leistungsstand zu prüfen, setzt die Freiwillige Feuerwehr Leck in unregelmäßigen Abständen Übungen auf den Plan. Fünf Blauröcke hatten diese Aktion im Alten- und Pflegeheim in der Birkstraße geplant und ausgearbeitet. Natürlich blieb alles geheim. Damit sich die 70 Bewohner der Einrichtung nicht ängstigten, hatte man diese und ihre Angehörigen verständlicherweise informiert, jedoch keine Datumsangabe preisgegeben. Um es vorweg zu sagen: Die älteren Herrschaften konnte nun nichts erschüttern, etliche blieben in ihren Zimmern, andere beobachteten das Treiben von den Sitzgruppen im und vor dem Haus.

Was war geschehen? Im Seniorenheim schlug ein Rauchmelder an, die Brandmeldeanlage lief bei der Regionalleitstelle Harrislee auf. Unverzüglich, Punkt 13.27 Uhr, wurde die Lecker Wehr benachrichtigt: „Feuer und starke Rauchentwicklung im Altenheim Birkstraße.“ Vier Minuten später rückte Einsatzleiter Thorsten Homann im Kommandowagen an, sondierte die Lage und löste sogleich eine Vollalarmierung und ein wenig später eine Nachalarmierung aus. Im Minutentakt eilten die Feuerwehrleute aus Leck, Oster-Schnatebüll/Klintum, Lindholm und Klixbüll herbei. Genug freiwillige, gut ausgebildete Helfer also, um die vielen nötigen Maßnahmen in Angriff zu nehmen. Ein Gebäudeplan half, sich zurechtzufinden. Schläuche wurden ausgerollt, gleichzeitig Atemschutzträger in das Haus geschickt. Schnell waren vier Bewohner (gespielt von Privatpersonen und Feuerwehrmännern) mit imaginären Rauchvergiftungen aus dem Obergeschoss ins Freie gebracht. Die DRK-Bereitschaft kümmerte sich um sie. Vier weitere Personen, zwei Erwachsene und zwei Kinder, wurden vermisst, sie waren unter Schock geflüchtet. Die Hunde der Rettungshundestaffel Ladelund spürten sie auf. Das Löschwasser holten die Feuerwehrmänner aus dem nahen Mühlenstrom. Das kam natürlich nicht im Alten- und Pflegeheim zum Einsatz.

Nach gut einer Stunde war die Aktion beendet. Wehrführer Tobias Kaim zog eine positive Bilanz: „Es ist gut gelaufen. Die Zusammenarbeit aller Einheiten klappt bestens. Es lohnt sich, an solch einem Objekt zu üben.“

Einrichtungsleiterin Maike Knudtzen hatte im Vorfeld gern ihr Okay für diese Übung gegeben: „Das gibt auch uns ein sicheres Gefühl, falls es mal ernst werden sollte“. Sie dankte den Feuerwehrleuten für ihren Einsatz: „Ich ziehe den Hut vor allen.“ Misstöne wurden allerdings am Rande laut. Anlieger und einige Treckerfahrer zeigten Unverständnis für die Übung und die damit verbundene Absperrung. Wegen der zahlreichen Einsatzfahrzeuge und damit die Feuerwehrleute ungehindert agieren konnten, war die Birkstraße ab dem Kokkedahler Weg nicht mehr für den fließenden Verkehr zugänglich.

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erstellt am 30.Mai.2016 | 05:45 Uhr

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