zur Navigation springen

Nordfriesland Tageblatt

04. Dezember 2016 | 09:12 Uhr

Niebüll : Positives Feedback der Unternehmer

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

In der FPS-Mensa stellte der Arbeitskreis Wirtschaft das Ergebnis der im März durchgeführten Unternehmerbefragung vor.

In den Niebüller Betrieben gibt es kaum Grund zur Unzufriedenheit. Dieses Fazit konnte Bürgermeister Wilfried Bockholt aus einer Veranstaltung in der FPS-Mensa ziehen, in der der städtische Arbeitskreis Wirtschaft die Ergebnisse einer Unternehmensbefragung bekannt gab.

Den Sachstand im Detail stellte Arbeitskreismitglied Prof. Dr. Anja Wollesen den etwa 60 Anwesenden vor. Vertreter der Politik, des Handels- und Gewerbevereins, der Fachhochschule Westküste sowie der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland hatten sich über Monate damit beschäftigt, ein Konzept nach wissenschaftlichen Aspekten zu erstellen, um einen Überblick über die Standort-Zufriedenheit hiesiger Gewerbetreibender zu bekommen Mit der „Unternehmensbefragung für die Stadt Niebüll“ sollten die Stärken und Schwächen des Standorts Niebüll aus Unternehmersicht beleuchtet werden. Die Befragung erfolgte in der zweiten März-Hälfte mit einer E-Mail, die an 338 Gewerbetreibende verschickt wurde, von denen 117 antworteten – eine Quote von 36 Prozent.

Gefragt wurde danach, was die Unternehmen brauchen, um am Standort Niebüll festzuhalten, ob sich die Unternehmen wertgeschätzt fühlen und wo sie Handlungsbedarf sehen. Um ein möglichst umfangreiches Feedback zu erhalten, wurden verschiedene Wirtschaftssektoren (wie Handwerk, Tourismus, Gastronomie oder Einzelhandel) in die Befragung sowohl aus der Innenstadt als auch aus dem umliegenden Bereich als Adressaten der Umfrage ausgewählt. Vom Großunternehmen bis zum Ein-Mann-Betrieb war ebenfalls alles dabei.

Die Einschätzungen der Befragten zeigen Abweichungen. Als Schwächen der Stadt wurden bei einigen die Aspekte Infrastruktur ohne Verkehr, die wenig attraktive Innenstadt und die Verkehrsanbindung an die B 5 und Autobahn angesehen. Als Stärken sehen andere dagegen gerade die Infrastruktur ohne und mit Verkehr und die attraktive Innenstadt. Einigkeit herrscht indes bei der Nähe zu Sylt als Vorteil. Zur Infrastruktur ohne Verkehr wurden fehlende Parkplätze, das geringe Gastronomie- und Internetangebot, Straßenzustand, schlechte Verkehrsführung und fehlende Fahrradständer genannt – und für gut befunden das Schulangebot, die medizinische Versorgung, Gewerbeflächen, der Bahnhof sowie das Aus-/Bildungsangebot. Bemängelt wurden Leerstände, unvollständiges Einzelhandelsangebot, die uneinheitlichen und unzureichenden Öffnungszeiten. Insgesamt äußerten sich die Befragten mit dem Wirtschaftsstandort Niebüll zufrieden (62,9 Prozent), wobei Betriebe in der Innenstadt am besten urteilten. Vollstens zufrieden sahen sich allerdings nur sechs Prozent der Befragten.

Was also soll die Stadt tun? Unter den Handlungsempfehlungen der Befragten schneidet die Internetanbindung am besten ab, gefolgt von medizinischer Versorgung, Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte, ÖPNV-Anbindung und Parkplätzen. Deutlich besser bestellt sein sollte es um die überregionale Verkehrsanbindung, das Wohnungsangebot und die Wirtschaftsförderung.

Im Schnellgang beleuchtete Dr. Matthias Hüppauff von der Wirtschaftsförderung Nordfriesland nach der Präsentation der Ergebnisse dann das Thema „Digitalisierung“, das derzeit alle nur denkbaren Lebensbereiche erfasst hat. 75 Prozent der Europäer seien online. Das Web werde zum Milliarden-Markt für den Einzelhandel, und innovative Web-Anwendungen würden zum Umsatztreiber werden. „In der Digitalisierung liegt auch eine Chance für uns, weil die Märkte nicht mehr fern sind und wir überall in der Welt handeln können“, sagte Hüppauff.

Am Ende lobte Wilfried Bockholt die Veranstaltung und dankte allen Beteiligten. Was man an diesem Abend gehört habe, sei eine Art Input mit viel Stoff zum Nachdenken. „Was herauskam, war beste Wirtschaftsförderung“, brachte er das Resultat auf den Punkt. Uwe Christiansen als Mitglied der Arbeitsgruppe betonte: „Wir wollen unsere Unternehmer wertschätzen und sie ernst nehmen.“

zur Startseite

von
erstellt am 20.Jul.2016 | 10:41 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen