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Nordfriesland Tageblatt

26. Mai 2016 | 08:45 Uhr

Zurückhaltung in Südtondern : Pferde-Herpes: Die Reiter sind nervös

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Tierärzte halten die Absage von Veranstaltungen für unnötig – doch in Südtondern reagieren viele Vereine besonders vorsichtig.

Südtondern | Nachdem in Mildstedt bei Husum mehrere Tiere an Pferde-Herpes gestorben sind, herrscht bei den Reitvereinen in Südtondern weiter erhöhte Vorsicht. Für Fremde bleiben derzeit viele Ställe und Reitanlagen in der Region gesperrt. Veranstaltungen werden gestrichen. Unter anderem hat der Reitverein Süderlügum sein Turnier an diesem Wochenende abgesagt. Auch das vom Ringreiterverein Westre für Sonntag, 20. März, geplante Hallenringreiten in Süderlügum findet nicht statt, um zu vermeiden, dass sich Pferde infizieren.

Der Reitverein Niebüll verbreitet auf seiner Internetseite die Verhaltensempfehlungen vom Pferdesportverband Schleswig-Holstein mit Tipps der Tierärztekammer. Zuerst wird empfohlen: „Ruhe bewahren, keine Panik, sachkundigen Rat einholen!“ Und die zweite Empfehlung lautet, nach derzeitigem Kenntnisstand kein Turnier abzusagen. Doch die Pferdebesitzer in Nordfriesland sind nervös.

„Ich habe noch nicht erlebt, dass auf einmal so viele Tiere gestorben sind, wie es jetzt der Fall ist“, sagt Jürgen Bruhn, Vorsitzender des in Leck ansässigen Reit- und Fahrvereins Südtondern. Niemand wolle derzeit seine Tiere dem Risiko aussetzen, sich bei fremden Pferden anzustecken. Man wisse nie, wo andere Tiere vorher gewesen seien. Daher hätten sich Pferdehalter in der Region für die „Hygiene-Maßnahmen“ entschieden, erläutert Bruhn. „Es herrscht keine Panik unter den Leuten. Aber man ist vorsichtig. Die Devise lautet: „Je weniger Kontakt wir zulassen, desto mehr verringert sich die Ansteckungsgefahr.“

Außerhalb Nordfriesland werden unterdessen weiterhin Veranstaltungen mit Pferden durchgeführt. Bruhn erklärt die Angespanntheit in Südtondern mit der Nähe zu Mildstedt. „Bis jetzt wurde aus keinem weiteren Betrieb eine Infektion gemeldet, aber Herpes ist auch keine meldepflichtige Krankheit. Es bleibt eine Ungewissheit. Daher haben viele Angst.“ Die Gefahr sei aus seiner Sicht nicht größer als in anderen Jahren. Zumal die Krankheit in der Regel relativ harmlos verlaufe. Diesmal hat es allerdings einen recht großen Hof getroffen und Tiere sind gestorben. Dadurch sei das Thema in der Region präsenter, sagt Bruhn. Und: „Niemand will am Ende als der Verein dastehen, bei dessen Veranstaltung sich Pferde angesteckt haben.“

Treten keine neuen Fälle auf, könnte es bis Ende März offiziell Entwarnung geben.

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erstellt am 05.Mär.2016 | 06:14 Uhr

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