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Nordfriesland Tageblatt

04. Dezember 2016 | 11:18 Uhr

Fernsehauftritt : Niebüller zu Gast bei "Ein Herz für Kinder"

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Das ZDF präsentiert das neuste Projekt der Niebüller Niko-Nissen-Stiftung bei großer Spenden-Gala am kommenden Sonnabend.

Mit ihrer Stiftung haben sich Frauke und Paul Martin Nissen über die Jahre einen Namen gemacht. Anerkennung für ihr Engagement für bedürftige Kinder und Jugendliche in Weißrussland erhielten sie beispielsweise bereits durch die letzten drei Bundespräsidenten. Im Rahmen der Spenden-Gala „Ein Herz für Kinder“ im ZDF am kommenden Sonnabend, 3. Dezember, werden die Nordfriesen nun erneut ins Rampenlicht gestellt. In der 20.15-Uhr-Sendung wird ihr aktuelles Projekt vorgestellt, das von der „Ein Herz für Kinder“-Aktion mit 50  000 Euro unterstützt wurde. „Man hat uns ausgewählt, weil unsere Stiftung ein Familienprojekt ist“, erklärt Frauke Nissen mit Freude. Seit 1995 engagiert sich die alteingesessene Familie Nissen aus Niebüll mittlerweile, um die Folgen der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl zu mildern.

Nach der Katastrophe gab es neben erhöhter Zahlen an Krebserkrankungen auch häufige Fehlbildungen bei Neugeborenen. Die Schwerhörigkeit ist bei weißrussischen Kindern seit Tschernobyl zehn Mal höher als in Deutschland (70 Prozent des radioaktiven Niederschlags landeten in Weißrussland). Genau dort setzte das Engagement der Familie Nissen ein, die Optikläden in Niebüll, Leck und Westerland führen.

Über 3180 Kinder wurden bis heute mit Hörgeräten versorgt. „Etwa 990  000 Euro Spendengelder sind insgesamt bereits investiert worden“, schätzt Frauke Nissen. „Wir hatten viele, viele kleinere Spenden. Die möglichen Unterstützer anzuschreiben oder anzurufen bedeutete über die Jahre eine enorme, zeitraubende Kleinarbeit.“

Die Niko-Nissen-Stiftung wurde vor circa fünf Jahren gegründet, zuvor waren Frauke und Paul Martin Nissen über den Flensburger Tschernobyl-Verein aktiv. Ihr eigenes Projekt begann im Frühjahr 1995 mit der angeblich taubstummen Vera, die von ihren alkoholsüchtigen Eltern in der Taubstummenschule mit integriertem Heim in Pinsk abgegeben, aber nie wieder abgeholt wurde. Vera war nur extrem schwerhörig, aber keineswegs taub und wurde mit Hörgeräten und Brille versorgt.

„Der Vorfall hat uns deutlich gemacht, wie dringend Hilfe benötigt wird“, so Frauke Nissen. Die Kinder werden deshalb seither regelmäßig untersucht und versorgt. Ärzte und Techniker vor Ort wurden in den letzten Jahren in Deutschland ausgebildet, Früherkennungsgeräte und Computer nach Weißrussland gespendet. Ein Projekt als Hilfe zur Selbsthilfe entstand.

Seit 2003 erhalten zudem rund 70 unterversorgte Kinder Essen in der Suppenküche Pinsk. Neben der täglichen Mahlzeit gibt es viel Zuwendung. Nun konnte für das Projekt eine Unterkunft gekauft werden; somit hat die sogenannte Suppenküche (Kinder-Schutzzentrum) ein festes Zuhause. Im September ging es für die Nissens deshalb wieder einmal nach Weißrussland, um den Kaufvertrag zu unterzeichnen. Diesmal reiste ein Kamerateam mit, um Aufnahmen davon für die Sonnabendsendung zu machen, denn das besondere Projekt soll während der Spenden-Gala mit einem kurzen Film vorgestellt werden. Familie Nissen fährt selbst auch nach Berlin, um bei der Live-Sendung dabei zu sein. „Wir sitzen dann mittendrin und schauen zu, wenn der Film gezeigt wird, obwohl Auftritte nicht so unsere Sache sind“, verrät die Nordfriesin.


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erstellt am 02.Dez.2016 | 06:15 Uhr

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