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Nordfriesland Tageblatt

08. Dezember 2016 | 03:07 Uhr

Niebüller siegt mit seinem Entwurf

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

207 selbstgestaltete Präservativ-Verpackungen gingen bei einem landesweiten Wettbewerb ein / Mathis Grünbergs Design setzt sich durch

Die Außenseite der Verpackung zeigt zwei Beinpaare, die sowohl zwei Mädchen, zwei Jungen oder einem Mädchen und einem Jungen gehören könnten. Klappt man die Papphülle auf, sind im Inneren zwei sich zärtlich nähernde junge Männer auf einer Parkbank zu sehen. Einer von ihnen hält lässig ein Kondom in seiner rechten Hand. „Sicher beim nächsten Schritt“, ist in großen Buchstaben zu lesen. Mathis Grünberg (17) aus Langenhorn, Zehntklässler an der Niebüller Gemeinschaftsschule und kurz vor seinem Abschluss, begeisterte beim landesweiten Kondom-Wettbewerb mit seinem Entwurf die Jury und sicherte sich den ersten Platz. Sein Lohn – neben einem Preisgeld in Höhe von 150 Euro: 10  000 Kondomverpackungen, die in ganz Schleswig-Holstein verteilt werden, werden beidseitig nun mit seinem Motiv bedruckt. „Mir war es wichtig, auszudrücken und zu Papier zu bringen, was ich fühle und mit dem Thema verbinde“, so Mathis Grünberg. Egal ob homo- oder heterosexuell – Prävention gehe alle an.

Der zweite Preis (mit 100 Euro dotiert) geht nach St. Peter-Ording, der dritte Preis (50 Euro) dieses Mal ebenfalls an die Gemeinschaftsschule Niebüll. Anna Bock (15) hatte sich das Motiv ausgedacht und farblich festgehalten. Ein Pärchen ist darauf zu sehen, wie es in einem Cabrio gemeinsam in den Sonnenuntergang fährt. „Eine Spritztour“ – so der Titel der Verpackung – die an einem in Mondschein getauchten See endet. „Natürlich mit sicherem Gepäck“, sagte Dr. Petra Schulze-Lohmann. Gerne bekannte sie: „Es ist ein sehr romantisches Motiv, das mich sehr angesprochen hat.“

Petra Schulze-Lohmann von der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung in Schleswig-Holstein und Katrin Samulowitz von der Aids-Hilfe Sylt „aktHIV für Nordfriesland“ hatten den Wettbewerb in Zusammenarbeit mit der Aids-Hilfe und den Gesundheitsämtern landesweit zum sechsten Mal ausgeschrieben. Mit Erfolg: Insgesamt 207 Beiträge gingen ein. Unterstützt wurde das Projekt vom Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein.

„Mein Navi kennt mittlerweile schon den Weg nach Niebüll“, sagte Schulze-Lohmann und spielte damit auf vergangene Erfolge der Gemeinschaftsschule an. Prävention sei wichtig, gehe es doch um den Schutz vor sexueller Übertragung von Infektionen und Erkrankungen wie Aids und anderen. Das aber funktioniere nur, wenn über diese Themen gesprochen würde. „Diese Schule ist sehr aktiv“, lobte sie die Niebüller. Kunstlehrerin Elke Knaack hatte in etlichen Unterrichtsstunden mit den Schülern des Wahlpflichtkurses Kunst die Entwürfe gestaltet. Ein paar Regeln mussten eingehalten werden. So sind Gewaltmotive verboten, die Texte müssen gut lesbar sein.

„Kondomverpackungen müssen nicht immer eintönig und grau sein“, sagte Petra Schulze-Lohmann. „Das ist nicht so spannend.“ Bunt aufgemacht bringen Kondome eine Botschaft rüber und machen Lust auf „das, was man mit ihnen vor hat“. Viele tolle Entwürfe hätten genau dieses Ziel erreicht. „Die Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen.“ Das bestätigte Katrin Samulowitz: „Ich habe mich sehr über das Motiv von Mathis gefreut, darüber, dass einmal zwei Jungs zu sehen sind.“

Begeistert waren auch die Mitschüler. Der Karton mit den Kondomen, den Katrin Samulowitz zur Preisverleihung mitgebracht hatte, war nach der Präsentation im Nu leer.

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erstellt am 27.Jun.2016 | 11:57 Uhr

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