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Nordfriesland Tageblatt

05. Dezember 2016 | 13:40 Uhr

Fernsehauftritt : Niebüller Pechvogel zu Gast bei Jauch

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Anke Christensen gewann am Freitag im Pechvogel-Spezial von „Wer wird Millionär“ 32 000 Euro – in ihren Kiosk wurde 20 Mal eingebrochen

Niebüll plötzlich das Zentrum des Bösen? Mit dieser nicht ganz ernst gemeinten und nur auf den Wehlenkiosk zutreffenden Anspielung nahm der Privatsender RTL in seinem zweiten Pechvögel-Spezial in der Sendereihe „Wer wird Millionär?“ Bezug auf die vielen Einbrüche in den Kiosk am Familienfreibad Wehle. Als Leidtragende und Pechvogel machte der Sender die Niebüllerin Anke Christensen (55) aus. Aufmerksam auf sie wurde RTL durch das Nordfriesland Tageblatt, das über die Einbrüche berichtet hatte. Am Freitag wurde die im Mai aufgezeichnete Sendung ausgestrahlt. Einer von den drei Pechvogel-Kandidaten war die Niebüllerin, die dabei eine gute Figur machte – und es auf eine Sieg-Prämie von 32  000 Euro brachte.

Doch der Reihe nach: Dass seit den Aufnahmen zu diesem Beitrag so gut wie nichts an die Öffentlichkeit drang, war dem Versprechen zu verdanken, das alle Beteiligten dem Sender gegeben hatten, dicht zu halten – von Anke Christensen und ihrem familiären Umfeld im Peter-Schmidts-Weg bis zur Belegschaft des städtischen Bauhofs und dem stellvertretenden Bürgermeister Bernd Neumann, der den im Urlaub befindlichen Bürgermeister Wilfried Bockholt vertrat. Eines Tages tauchte ein RTL-Team in Niebüll auf und machte sich an die Arbeit. Mithilfe der Stadt baute die Mannschaft des Senders im Kiosk ein Sende-Studio auf, in dem die Szenerie für den späteren Vorspann und „Einspieler“ für die Ausstrahlung nachgestellt wurden. Anke Christensen wurde erst mittendrin gewahr, was sich im Rahmen dieses Beitrags abspielte, für den ein enormer Aufwand betrieben wurde. Die Polizisten waren echt – aber nicht aus Niebüll. Das Polizeiauto kam aus Berlin, weil der Innenminister die Verwendung eines echten Dienstfahrzeugs nicht gestattet hatte. Woher die Komparsen kamen, blieb ebenso verborgen wie vieles andere.

Der Dreh vor Ort war schnell abgewickelt. Ebenso fix hatte Anke Christensen die Tickets für die Bahnfahrt nach Köln in der Hand: Für sich, ihre Tochter, die beiden Enkel und ihre Nichte. Die Bahnfahrt in einem überfüllten Zug überstand die Equipe aus Niebüll wegen Platzmangels auf dem Hosenboden. „Ansonsten war alles super“, erinnert sich Anke Christensen an drei tolle Tage im Hotel und Fernseh-Studio.

Günther Jauch – „Er ist ein echt netter Typ“ – gab zusätzliche Erläuterungen über die Kandidatin aus dem kleinen Niebüll. Wer sie noch nicht kannte: Anke Christensen ist Angestellte im Weesbyer Vintage-Café und „Drømme Hus“, Pächterin des Wehlen-Kiosk, mit dem sie sich ein Zubrot für ihren Lebensunterhalt verdient.

Sie hat an die 20 Einbrüche in den Kiosk erlebt, sieht ihre Tätigkeit am Niebüller Familienbad als Herzenssache. Unlängst, als wieder eingebrochen wurde, wollte sie das Handtuch werfen, hat es sich dann aber doch noch einmal ander überlegt.

Jetzt saß sie auf dem Stuhl – dem berühmten Quizmaster gegenüber. „Wenn man da sitzt, ist das schon ein merkwürdiges Gefühl“, beschreibt sie die mulmige Situation – hinter ihr das Publikum samt Angehörigen, von denen sie noch die Order im Ohr hat, auf keinen Fall zu zocken.

Anke Christensen zockte nicht, sondern beantwortete die Fragen sicher. Nur bei der „Königsfrage“ ließ sie sich von Jauch einen Joker entlocken, der ihr später bei der letzten Frage mit Sicherheit geholfen hätte, einen Preis-Rang höher zu klettern. Sie hatte zunächst spontan die richtige Monarchie (Schweden) genannt, wurde aber von Jauch irritiert. Als es dann um die Frage ging, wann der Beauty-Doc einer Dame zu mehr Beauty verhilft, ob zur Diner- oder Lunchtime-Zeit, war sie sich nicht sicher und beendete ihre bis dahin bravouröse Vorstellung – und hatte damit 32 000 Euro sicher.

Wenn das Geld auf dem Konto ist, möchte sie sich für schöne Ausflüge einen „guten gebrauchten“ VW-Bus leisten. Es kann aber auch sein, dass sie sich eine Alarmanlage oder Mini-Kamera anschafft. Doch zunächst will sie abwarten, wie die Stadt reagiert. Diese darf ja erst jetzt tätig werden, nachdem das Abenteuer „Wer wird Millionär?“ überstanden ist. Bisher durfte bekanntlich nichts verraten werden.  

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erstellt am 05.Sep.2016 | 14:48 Uhr

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