zur Navigation springen

Nordfriesland Tageblatt

24. August 2016 | 07:00 Uhr

DuPont : Niebüll wird kein Opfer der Megafusion

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Nach Fusion von DuPont und Dow plant Konzernspitze umfangreichen Stellenabbau / Am Standort Niebüll soll sich personell kaum etwas ändern

Nach der Elefantenhochzeit zwischen den Chemieunternehmen DuPont und Dow Chemical (wir berichteten) ist auch in Niebüll die Spannung groß, wie es mit dem Großkonzern weitergeht. In der Stadt unterhält der Chemieriese eine Produktionsstätte von Starterkulturen für die Milchindustrie. Aber schon jetzt zeichnet sich ab, dass der Standort von großen Umbaumaßnahmen verschont bleibt.

Im Zuge der jetzigen Fusion wird der neu entstandene Konzern, der künftig DowDuPont heißen soll, grundlegend umgebaut. Kern der Umstrukturierungsmaßnahmen wird, neben der Aufspaltung des Konzerns in drei börsennotierte Sparten-Unternehmen, der Abbau von zehn Prozent der weltweiten Belegschaft sein. Unterm Strich fallen damit 6000 Stellen weg. Entsprechend herrsche bei der 280 Mitarbeiter starken Belegschaft in Niebüll auch eine gewisse Anspannung, sagt Geschäftsführer Reinhold Sand. „Der Standort Niebüll hat sehr positive Ausgangsbedingungen. Das heißt aber nicht, dass wir von den globalen Umstrukturierungsmaßnahmen gänzlich unberührt bleiben werden.“ Gegen große Umbaumaßnahmen in Niebüll spreche, dass man für 2016 ein Wachstum des Produktionsvolumens in Höhe von 20 Prozent erwarte. „Dies ist nur teilweise marktbedingt. In erster Linie decken wir den Mehrbedarf an anderen Standorten.“ Ohne das jetzige Personal wäre diese Leistung nicht machbar. Und trotzdem: „Es wird Einzelfälle geben, wo wir Gespräche über sozialverträgliche Auflösung der Verträge führen werden“, sagt Sand. Um den möglichen Druck auf die Betriebsstätten abzufedern, sei denkbar, durch Ruhestand freigewordene und auch derzeit noch offene Stellen nicht mehr zu besetzen.

Plan der neuen Konzernführung unter dem ehemaligen Tyco-Manager Ed Breen ist dabei nicht nur der Abbau von Arbeitsplätzen im untereren und mittleren Segment – auch viele Posten auf der Führungsebene stehen zur Disposition. Reinhold Sand: „Ziel der Umstrukturierung im Konzern ist es auch, die zentralistisch geführte Managementorganisation zu verschlanken und hierarchischer aufzustellen.“ Der Wert des neuen Unternehmens DowDuPont liegt bei rund 130 Milliarden Dollar. Die gesamte Transaktion soll im zweiten Halbjahr des laufenden Jahres abgeschlossen werden.

Neben der stabilen Arbeitsplatzsituation am Standort Niebüll wird voraussichtlich auch an der Arbeitsorganisation nicht gerüttelt: In der Betriebsstätte an der Gotteskoogstraße steht die Fermentationslinie. Dort werden Milchsäurebakterien gezüchtet und „geerntet“, in einer Zentrifuge konzentriert, pelletiert und bei minus 55 Grad eingelagert und teilweise auch gefriergetrocknet. In der Busch-Johannsen-Straße werden die pelletierten, gefriergetrockneten Bakterien bei minus 60 Grad zu unterschiedlichen Kulturen gemischt und abgefüllt, um später mit Milch zu Joghurt, Käse, Kefir und anderen Lebensmitteln verarbeitet zu werden.

Erst im Jahr 2011 hatte der Chemiekonzern DuPont den dänischen Konzern Danisco für 4,9 Milliarden Euro erworben. Dazu gehörte auch die Danisco Deutschland GmbH. Seither trugen die auf dem Weltmarkt führenden Produkte aus Niebüll den Namen DuPont. Auch das wird sich jetzt ändern.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen