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Nordfriesland Tageblatt

24. Juli 2016 | 10:44 Uhr

Fairer Handel : Niebüll will Fairtrade-Stadt werden

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Fair gehandelte Produkte im Fokus: Das soll nicht nur Marketingzwecken dienen, sondern zur Änderung im Konsumverhalten der Bürger anregen.

Niebüll hat sich auf den Weg gemacht, eine Fairtrade-Stadt zu werden. Fairtrade? Ins Deutsche übersetzt bedeutet dieser Begriff „fairer Handel“ – womit gerechte Handelsbedingungen gemeint sind, die Bauern und Arbeiter in Afrika, Asien und Lateinamerika zu einem angemessenen Lohn verhelfen. Einen ersten Schritt in diese Richtung machte das Stadtmarketing. Dessen Geschäftsführer Holger Heinke lud zu einem Initiativ-Treffen im Haus der Familie ein.

Das Fairtrade-Konzept bemüht sich, die Lebens- und Arbeitsbedingungen in den sogenannten Entwicklungsländern zu verbessern. Dieses Bemühen hat Methode. Produkte werden mit einem Fairtrade-Siegel versehen, das Kleinbauernfamilien zu existenzsichernden Preisen verhilft und lohnabhängigen Arbeitern auf Plantagen und Farmen zu besseren Arbeitsbedingungen. Angemessene Preise sollen das Ungleichgewicht im weltweiten Handel abbauen. Doch damit Handel und Wandel fair funktionieren, bedarf es organisatorischer Maßnahmen und Regelungen.

Weltweit gibt es mittlerweile 2000 Städte, die am fairen Handel teilnehmen. In der Bundesrepublik sind es deren 390, in Schleswig-Holstein 16. Niebüll wäre im Fall der Zertifizierung die nördlichste Fairtrade-Stadt in der Bundesrepublik. Übrigens wird in Niebüll bereits „fair gehandelt“ – im örtlichen Weltladen.

Um als Fairtrade-Stadt anerkannt zu werden, muss Niebüll eine Reihe von Bedingungen erfüllen. Die Stadt muss zustimmen. Es muss eine Steuerungsgruppe gebildet werden. In der Stadt müssen Lebensmittel und Textilien angeboten werden, die das Fairtrade-Siegel tragen. Auflage eines Fairtrade-Ortes ist, dass es in der Stadt vier Geschäfte mit Fairtradeprodukten, dazu zwei gastronomische Betriebe mit zum Beispiel Fairtradekaffee oder anderen Erzeugnissen gibt. Es müssen örtliche Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten oder Kirche in den fairen Handel einbezogen und es muss Öffentlichkeitsarbeit betrieben werden. Aber auch Empfänge der Stadt sollten künftig mit Fairtradeprodukten garniert werden. „In Niebüll sind diese Bedingungen nahezu erfüllt“, erklärt Holger Heinke. „Wenn wir alles beisammen haben, informieren wir die Transfair-Zentrale in Düsseldorf“, fügte er hinzu. Zurzeit gehören dem Dachverband „Fairtrade International“ 23 internationale Fairtrade-Organisationen in 25 Ländern an. Vom fairen Handel profitieren heute bereits 1,4 Millionen Kleinbauern. Wer aktiv mitmachen möchte, rennt beim Stadtmarketing Niebüll offene Türen ein.

Im März plant das Stadtmarketing eine weitere Info-Veranstaltung. Und in den Herbstferien zur Niebüll-Messe soll die Stadt „Fairtrade-Town“ sein, hofft Heinke. Bis dahin sind bereits die eine oder andere Aktion geplant. Das Fairtrade-Label soll laut Heinke nicht nur Marketingzwecken dienen, sondern zur Änderung im Konsumverhalten der Bürger anregen. Dazu könnte es Fairtrade-Rosen zum Valentinstag, Fairtrade-Tage und weitere Events geben. Alle Ideen werden nun gesammelt: Für die Steuerungsgruppe haben sich mit Kurt Heinz Jappsen, dem Lehrer Sven-Oliver Martin, Natalia Kujawa (Kulturbüro), Birgit Thode-Reiter (Weltladen), Kirsten Maß (Ambrosia) und Anna Ihme (Kinder- und Jugendbüro) die aktiven Mitstreiter gefunden. „Zum Osterhasenalarm werden wir fair gehandeltes Naschi verteilen“, sagte Holger Heinke und ließ zugleich Kostproben kreisen.








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erstellt am 01.Feb.2016 | 07:00 Uhr

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