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Nordfriesland Tageblatt

04. Dezember 2016 | 13:25 Uhr

Niebüll im Wandel der Zeit

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Früher gab es den Klotzenmacher in der Stadt, heute Konkurrenz durch das Internet: Niebüll verändert sich stetig

Einst war die heutige Stadt ein eher unbedeutender Marktflecken – ein Dorf, wie es dörflicher nicht sein kann und auch ein „Dörferdorf“, weil die umliegenden Ortsteile eher eigenständig als eins mit Niebüll waren. Dem einstigen Deezbüll schrieb man eine größere Bedeutung zu als dem Nachbarn Niebüll. Doch dieser gewann durch seine Funktion als Verkehrsdrehscheibe und den Bahnbau zunehmend an Gewicht. Von Niebüll aus ging es nach Flensburg, Dänemark, Hamburg und Dagebüll und von dort weiter nach Föhr und Amrum. Und dann kam auch noch Sylt hinzu.

Nachdem Niebüll einigermaßen schadlos durch die Kriegszeit kam, erfolgte die Fusion beider Dörfer. Niebüll hatte durch die Ehe mit der Nachbarin Deezbüll eine gute Partie gemacht. Als junge Stadt schickte sie sich an aufzustreben. Und diese Aufwärtsentwicklung hält immer noch an. Mittlerweile zählt das kleine Städtchen knapp 10  000 Einwohner.


Eine Fülle von kleinen Betrieben


Die Stadt wurde immer ihrer, mit der Entwicklung gewachsenen, Verpflichtung gerecht, die Versorgung der Bevölkerung und des Umlandes sicherzustellen.

Handel, Dienstleistung, Handwerk und produzierendes Gewerbe funktionierten optimal. Das ist auch heute noch so. Doch einst war die Vielfalt der Offerten, die von der Bevölkerung nachgefragt wurde, auf eine Fülle von kleinen und kleinsten Betrieben verteilt. Mitte der 50er Jahre waren es rund 150 Betriebe, die sich den Anforderungen der Bürger stellten. Insgesamt gab es 19 Lebensmittelgeschäfte vom Tante-Emma-Laden bis zu den größeren Kaufmannsläden, die bisweilen auch Spitznamen hatten wie Fritz-Konsum, Hansen im Keller, Hugo Banane, Emil Käs‘ oder Kalli Kaufmann.

An Gaststätten und Kneipen war auch kein Mangel: Man erinnert sich an den Morgenstern, das Wiener, den Trichter, die Braune Burg, Bossen, Stadt Tondern oder Anne HUK. Namensvielfalt auch bei den Friseuren, die Justus Barbier, Pedi Nielsen und Hannes Barbier hießen.

Wer Schuhe besohlen oder reparieren lassen musste, ging zu Julius Süter, Franz Adamiak, Tüsch Momme – oder zu Hein Klotz, wenn es Holzklotzen sein sollten. Das Schneiderhandwerk war vertreten durch August Schnieder (einst Niebülls Bürgervorsteher Ingwersen), und Marie Kramer, die Bäcker hießen Jannsen, Dreesen, Petersen, Raffelhüschen, Hansen und Jensen. Es gab drei Milchgeschäfte, drei Tankstellen, drei Sattler, Zigarren-Ewald, Foto Hansen, Schuh-Jessen und Schuh-Schmäl, August Möbel und Nico Petersen, den Auktionator Agathon Bußmann, Ofensetzer Grube und allein acht Textilgeschäfte. Und es gab noch viel, viel mehr.

Die Vielfalt von Waren und Dienstleistungen ist zwar geblieben, hat sich aber auf weitaus deutlich weniger Unternehmen konzentriert. Dennoch sind Handel und Wandel in der Stadt gut sortiert. Allerdings haben es die Betriebe zunehmend mit wachsender Konkurrenz durch den Internet-Handel zu tun.

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erstellt am 11.Sep.2016 | 10:04 Uhr

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