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Nordfriesland Tageblatt

23. November 2014 | 09:32 Uhr

Biike-Empfang : Nicht mehr mit zweierlei Maß

vom

Ministerpräsident Torsten Albig sprach beim Empfang über konstruktive Minderheitenpolitik. Auszeichnung für den Nordfriesischen Verein.

nordfriesland | Zumindest die Glut der Biike in Schobüll war noch nicht erloschen, als sich am Sonnabend erneut all jene versammelten, die sich für die Friesen einsetzen oder ihnen freundschaftlich verbunden sind. Im Rittersaal des Schlosses vor Husum war es rappelvoll - Frauen in Trachten von Föhr, Eiderstedt und Bredstedt, die allein schon 30 Mitwirkende zählende Gruppe Klångspal aus Risum-Lindholm, Vertreter aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens und jene, die in der Volksgruppe Rang und Namen haben. Wer zunächst auf sich warten ließ, war der Hauptredner des Biike-Empfangs, Ministerpräsident Torsten Albig. Der hatte beim Bredstedter Kreisparteitag der nordfriesischen Genossen nicht zeitig genug den Absprung gefunden und wurde im Schlosshof dann auch noch von Verdi-Gewerkschaftern aus dem Küstenschutz-Landesbetrieb empfangen, die ein vernünftiges Tarifangebot anmahnten.

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Am Ende hatte sich die halbstündige Wartezeit doch gelohnt. Denn nachdem es zuletzt finanzielle Kürzungen für die Volksgruppe und die Minderheiten im Land gegeben hatte, machte Torsten Albig mit warmen Worten deutlich, was die neue Regierungskoalition unter einer konstruktiven Minderheitenpolitik versteht: "Unsere Normalität verbietet es, mit zweierlei Maß zu messen." Folgerichtig hatte die Koalition in Kiel die Streichungen der schwarz-gelben Vorgänger-Regierung rückgängig gemacht.

"Wer starke Volksgruppen und Minderheiten hat, der hat auch ein starkes Land", so Albig. Deshalb gelte es, vermeintliche Gegensätze von Minderheiten und Mehrheit zu überwinden und kulturelle Vielfalt als das zu begreifen, was es ist: ein wertvolles Gut, um das Schleswig-Holstein auch international beneidet werde. "Erst die Summe unserer Besonderheiten macht die Einzigartigkeit von Schleswig-Holstein aus." Und: "Das friesische Leben ist kein museales, es ist im Alltag zu erleben und nicht eine Erinnerungsabteilung von Molfsee."

Damit das so bleibt, kündigte der Ministerpräsident für Mitte der Legislaturperiode einen Handlungsplan Sprachenpolitik an. Heute wird die friesische Sprache an 30 Schulen und in zehn Kindergärten unterrichtet. Ziel sei es, diese und auch Niederdeutsch verstärkt an weiterführenden Schulen anzubieten. Unterstützung sagte Albig zu, wenn es darum geht, das Friesische als immaterielles Welterbe bei der Unesco, der Kulturorganisation der Vereinten Nationen, anzumelden.

Ein besonderes Lob des Ministerpräsidenten gab es für den seit 110 Jahre bestehenden Nordfriesischen Verein - "damit ist er einer der ältesten Vereine in ganz Deutschland, die sich für Minderheiten stark machen." Der Vorsitzenden Gudrun Fuchs überreichte Albig eine Ehrenurkunde in dreifacher Ausfertigung - auf Friesisch, Nieder- und Hochdeutsch. Die Tatingerin freute sich sichtlich und wollte die Ehrung als eine Auszeichnung verstanden wissen für alle, die sich bis heute für die friesische Kultur eingesetzt haben. "Wir freuen uns, dass wir so ein reicher Kreis sind", sagte sie mit Blick auf die kulturelle und sprachliche Vielfalt. Dabei gab sie Torsten Albig freilich mit auf den Weg: "Wir brauchen auch die finanzielle Unterstützung durch die politischen Gremien."

Als Vorsitzender des gastgebenden Friesenrates (Sektion Nord) hatte sich Erk Hassold für erste Kurskorrekturen in der Kieler Minderheitenpolitik bedankt. Allein im vergangenen Jahr habe es dank Bundes- und Landesförderung 40 Projekte gegeben. Mit 80 beteiligten Einrichtungen sei das Kita-Projekt besonders gut gelaufen. "Wenn wir die friesische Sprache und Kultur erhalten wollen, müssen wir bei den Kinder anfangen", bekräftigte Hassold. Und mit Blick auf den Friisk Funk, der morgens von 8 bis 9 Uhr aus der Ferring-Stiftung in Alkersum über den offenen Kanal Westküste sendet und auch im Internet abrufbar ist: "Ungeachtet dessen wird der NDR nicht aus der Verantwortung entlassen."

"Heimat ist das Band, das uns miteinander verbindet", freute sich Kreispräsident Albert Pahl über die "verdiente Ehrung" für den Nordfriesischen Verein. Nachdem er die großen Herausforderungen, wie den Klimaschutz, den Netzausbau und den demografischen Wandel, skizziert hatte, ging es es zum geselligen Teil über mit Imbiss und Gesprächen. Davon hatte der Ministerpräsident erst einmal nichts: Torsten Albig wurde sofort in einen Nebenraum gelotst zu einem Gespräch mit Peter Ewaldsen und André de Leeuw von der Erzeugerorganisation der Muschelzüchter. Die haben ganz eigene Probleme und sehen sich seit dem Regierungswechsel in Kiel unter wachsendem Druck des Naturschutzes.

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erstellt am 25.Feb.2013 | 08:37 Uhr

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