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Nordfriesland Tageblatt

05. Dezember 2016 | 03:30 Uhr

Attraktion in Leck : Neuer Schwung für die Draisinenbahn

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Betreiberwechsel bei Lecks Fahrrad-Erlebnis auf Schienen: Unternehmer aus Brandenburg wollen schon zu Pfingsten starten.

Am Draisinenbahnhof in Leck herrscht emsiges Treiben: Sitze werden mit dem Hochdruckreiniger saubergespritzt, Kugellager gewechselt und überhaupt alles instand gesetzt. Denn schon zu Pfingsten sollen sie wieder Einheimische und Touristen über die Schienenstrecke von Leck bis Unaften transportieren, die mit Muskelkraft betriebenen Fahrrad-Draisinen. Jan Jähnke (39) und Jörn Schneider (44) heißen die neuen Betreiber der Draisinenbahn in Leck.

Mit ihnen haben echte Profis für den Schienen-Fahrrad-Verkehr die nordfriesische Strecke übernommen: Ihr Unternehmen, die „Erlebnisbahn.de GmbH“ mit Sitz im brandenburgischen Zossen, betreibt sowohl nördlich als auch südlich von Berlin Draisinenbahnen. Eine davon sogar im Winter: „Dann bieten wir auch Touren mit Gänsebraten und Glühwein an“, berichtet Matthias Kühn, der ebenfalls zum Team gehört.

Auch wenn das neue Mutter-Unternehmen diesen Namen trägt – „Erlebnisbahn“ wird die wiederbelebte Attraktion in Leck vorerst nicht heißen. Aber: „Die Strecke hat Potenzial“, ist Jan Jähnke überzeugt. Und langfristig soll den Draisinen-Nutzern auch mehr geboten werden, „als nur durch die schöne Natur zu strampeln“: Die neuen Betreiber streben Kooperationen mit regionalen Anbietern rechts und links der Schiene an, mit Hofladen und Gasthof in Sprakebüll etwa, auch eine Zusammenarbeit mit dem Förster sind angedacht, zum Beispiel, um die Fahrten für Schulklassen attraktiver zu machen. Zu viel versprechen wollen die jungen Unternehmer aber noch nicht: „Wir legen erstmal einfach los.“

Bereits vor zwei Jahren sei der vorherige Betreiber mit einem Verkaufsangebot an sein Unternehmen herangetreten. „Wenn es nach uns gegangen wäre, hätten wir bereits im vergangenen Jahr starten können“, berichtet der Jan Jähnke. Die Verhandlungen mit der Deutschen Bahn hätten sich allerdings in die Länge gezogen – auch mit Blick auf eine eventuelle Wiederbelebung der Strecke für den Zugverkehr. Sorgen macht sich Jähnke allerdings nicht: „Ich gehe nicht davon aus, dass auf dieser Strecke in den nächsten Jahren wieder Züge fahren.“

Aber die Draisinen sollen so schnell wie möglich wieder rollen. 25 dieser Gruppen-Schienen-Fahrzeuge, auf denen jeweils vier Ausflügler Platz finden, haben die neuen Betreiber vom Vorbesitzer übernommen. Zur Grundüberholung der zum Teil etwas abgenutzten Gefährte haben Jan Jähnke und Jörn Schneider ihr erfahrenes Team aus Brandenburg mitgebracht. Sättel, Pedale, Bremsen, Sicherheitsgurte, Griffe, Farbe – alles kommt neu. Zudem ist derzeit ein „Rückschnittteam“ mit Astscheren und anderem Gerät im Gange, um kleine und größere Gewächse entlang der Trasse zu trimmen. Auch die Preisgestaltung wird etwas angepasst und über Frühbucherrabatte und Halbtagestouren nachgedacht. Und: „Wir suchen noch Mitarbeiter in Teilzeit, die gerne mit Menschen zu tun haben, möglichst handwerklich geschickt sind und es mögen, an der frischen Luft zu arbeiten“, wirbt Geschäftsführer Jähnke, Kontakt: 04662/881636. Was bleibt, ist das Grundprinzip der Draisinentour: Start und Ziel ist immer in Leck, unterwegs können die Schienenradler auf der 23-Kilometer-Strecke jederzeit Halt machen.

Einer ist schon vor der Neu-Eröffnung der Draisinenbahn erfreut: „Ich bin froh, dass das Ding wieder in Gang kommt – und das so professionell“, machte Lecks Bürgermeister Andreas Deidert am Donnerstagabend auf der Gemeindevertretung deutlich.

www.draisine-nordfriesland.de

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erstellt am 30.Apr.2016 | 05:00 Uhr

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