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Nordfriesland Tageblatt

03. Dezember 2016 | 16:45 Uhr

Musikalisches Glaubensbekenntnis – von Händel bis Wendel

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

„Alte und neue Musik von Händel bis Wendel“, die den christlichen Glauben zum Generalthema hatte, bot das Ensemble „Luther´s Brass“ in der Lecker St. Willehad-Kirche einem aufmerksam lauschenden Publikum dar. Wie Pastor Stefan Möbius in seiner Begrüßungsansprache mitteilte, gehörten dem konzertierenden Instrumentalkreis insgesamt 14 reisefreudige Blechbläser aus Achtrup, Dessau und Berlin an, die vor zwei Jahren eine gemeinsame Fahrt nach Bozen unternommen und dort ein anspruchsvolles Programm einstudiert hatten.

Die musikalische Leitung des Abends lag abwechselnd in den Händen der Posaunistin Alexandra Holst, Leiterin des Martin-Luther-Bläserkreises Achtrup, und des Trompeters Andreas Köhn aus Dessau. In der Hoffnung, den Glauben der Versammelten durch Wortbeiträge, die um das kirchliche Glaubensbekenntnis kreisten, stärken zu können, schoben verschiedene Bläser eigene Gedanken in die musikalischen Darbietungen des Ensembles ein. Dies hatte für sie als Laienmusiker den nützlichen Nebeneffekt, sich von Zeit zu Zeit von den Anstrengungen des Blasens erholen zu können. Der erste Teil des Konzertes stand überwiegend im Zeichen alter Musik, also aus Kompositionen aus der Zeit des Barocks und der Spätromantik, während im zweiten Teil zeitgenössische, sich aber dennoch der Tonalität verbunden fühlende Komponisten musikalisch zu Worte kamen.

Für weitere Abwechslung im Klangbild sorgte die gelegentliche Aufteilung des Bläserchores in einen hohen und einen tiefen Chor, wobei in letzterem die Melodieführung zumeist dem Tenor zugeordnet wurde. Für die Gestaltung von Oberstimmen kamen – den Bachtrompeten nachempfundene – Hochtrompeten zum Einsatz. Zudem sorgte häufiger Wechsel von Trombabesetzung (Trompeten, Posaunen und Tuba) zu weich tönenden, am Klang der Hörner orientierten Instrumenten (Flügelhörnern, Euphonium und Helikon) für immer neue Klangfarben.

Zum Auftakt erklang der fanfarenähliche Satz „Ein feste Burg ist unser Gott“ von J. Matthias Michel, in den der cantus firmus zeilenweise eingefügt war. Beim nachfolgenden Schlusschoral der Kantate „Wachet und betet“ („Meinen Jesum lass´ ich nicht“) von Johann Sebastian Bach hatte der Chor anfangs ein wenig Schwierigkeit, ihn sauber zu intonieren: ein Problem, das danach nicht wieder auftauchte. Für Wohlklang pur dagegen sorgten danach eine „Sinfonia“ von G.F. Händel, der hochromantische Satz „Hebe deine Augen auf“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy, die Psalmvertonung „Herre Kär“ von August Södermann und der Choral „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ von Marius Branscheidt. Der zuletzt genannte, sehr frisch vorgetragene Beitrag dürfte für so manchen Zuhörer als absoluter Höhepunkt des Konzertes empfunden worden sein. Der triumphale „Prince of Denmark´s March“ von G.F. Händel stand ihm kaum etwas nach. Durch das Mitsingen des Liedes „Weil ich Jesu Schäflein bin“, geblasen in einem Satz von Dieter Wendel, des plattdeutschen, von Daniel Rau verfassten Hits „Dat du min Leevsten büst“ und des andächtigen, ebenfalls von ihm gesetzten Liedes „Bleib bei mir, Herr“ wurde auch das Publikum ins musikalische Geschehen aktiv eingebunden.

Zu den Werken, die allein von den sechs Zugposaunen interpretiert wurden, zählten – neben anderen – „Felicity“ von Rymond Premru und die sich an Jazzklänge anlehnende „Trombastic“ von Reinhard Gramm, während bei der nachfolgenden, vier Sätze umfassenden „Suite Italienne“ von Dieter Wendel wieder alle Instrumente harmonisch zusammenwirkten.

Nach dem von der Gemeinde gesprochenen Glaubensbekenntnis erklatschte sich das vom Gehörten spürbar begeisterte Publikum noch eine Zugabe.


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erstellt am 17.Jul.2016 | 13:53 Uhr

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