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Nordfriesland Tageblatt

04. Dezember 2016 | 17:21 Uhr

Galmsbüll : Mit viel Fantasie zum Schmuckstück

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Heuherberge, Tagungshotel oder Seniorenheim? Die Gemeinde Galmsbüll will einen alten Vierkanthof in Eigenregie umgestalten.

Auch wenn er inzwischen sehr marode aussieht, ist der Hof dennoch etwas Besonderes – was der Gemeinde Galmsbüll auch bewusst ist. Der einzige noch erhaltene Vierkanthof im Alten Christian-Albrechts-Koog steht nun zum Verkauf. Das verrät ein großformatiges Schild am Rande des Grundstücks, einzusehen von der Kreisstraße 107, wie der Gottskoogdeich zwischen Niebüll und Emmelsbüll klassifiziert ist. Die Verkaufsabsicht hat die Gemeinde Galmsbüll nachdenklich gemacht. Bürgermeisterin Sinje Stein setzte das Thema „Ludwigslust“ – diesen Namen trägt der Hof nach einem früheren Besitzer – daher jüngst auf die Tagesordnung der 16. Sitzung der Gemeindevertretung.

Die Gemeindevertretung bekundete ihr Interesse, den Hof unter der Bedingung zu erhalten, dass für ihn ein tragfähiges Konzept entwickelt wird. Mit dem früheren Gemeindevertreter Bendix Brodersen sehe sich die Gemeinde in der Pflicht, ein Beispiel friesischer Hauslandschaft der Nachwelt zu erhalten. Dazu gehöre auch, den seit 1990 nicht mehr bewirtschafteten Hof wieder mit Leben zu erfüllen. Auf welche Weise das möglich sei? Bürgermeisterin Stein bittet um konstruktive Anregungen. Nach ihren Worten sei eine Vielfalt von Nutzungen möglich. Als Beispiele nannte sie die Heuherberge, das Tagungshotel, die Künstlerwohnung, das Kinderheim, Ferienwohnungen oder das Seniorenheim – weitere Nutzungen im „nördlichsten Haus der Gemeinde“ nicht ausgeschlossen.

Wie in der lebhaften Aussprache verlautete, befindet sich der einst gut gepflegte Vierkant in einem alles in allem erhaltenswerten Zustand. Ob der Komplex als „einfaches Kulturdenkmal“ klassifiziert werden kann, müsse abgewartet werden, weil die Landes-Denkmalspflege ihre Überprüfungen infrage kommender Projekte noch nicht abgeschlossen hat. Die Bausubstanz sei noch in Ordnung, hätten Experten bekundet – unter ihnen der auf solche Objekte spezialisierte Peter Martin Hansen, der die Restaurierung des Hans-Momsen-Hauses begleitete und am „Export“ des Moritzen-Hauses nach Iowa beteiligt war. Allerdings müsse das Reetdach erneuert werden, wären Teile des Mauerwerks in den „Urzustand“ zurückzuführen und drinnen „einiges zu machen“. Es könne sich alles in allem um Kosten von mindestens einer Million Euro handeln – für das Dach allein ginge es um etwa 250 000 Euro. Über die erforderlichen Geldmittel wurde zwar noch nicht konkret gesprochen. Doch klang durch, dass die Gemeinde finanziell durchaus gesund sei. Auf keinen Fall solle das „Projekt Ludwigslust“ eine Konkurrenz etwa zum Charlottenhof oder Andersen-Haus sein. Doch irgendwann sollte die Gemeinde auch einen Nutzen aus dem Projekt ziehen können. Bürgermeisterin Sinje Stein bittet um Anregungen.

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erstellt am 06.Okt.2016 | 10:49 Uhr

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