zur Navigation springen

Nordfriesland Tageblatt

10. Dezember 2016 | 06:07 Uhr

Mit Schere, Kleber und ruhiger Hand

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Ob mit Schneeglöckchen oder Adventskerze als Motiv: Ute Brodersen hat im Frühjahr für ihre Scherenschnitte schon die Weihnachtsmärkte im Sinn

Jetzt, kurz vor dem Sommer, arbeitet Ute Brodersen bereits auf die Vorweihnachtszeit hin. Mit viel Fingerspitzengefühl und Geduld fertigt die Risum-Lindholmerin Scherenschnitte an, die sie später dann auf Märkten verkauft. Mit einem Set spezieller Scheren und einem spitzem Metallstift, der für Löcher verwendet wird, schafft sie aus einem Bogen schlichten Scherenschnittpapiers kleine und größere Werke. Dabei beschränkt sie sich nicht nur auf grobe Umrisse, sondern zaubert die detailliertesten Muster hervor: einen Hahn mit unterschiedlichem Gefieder oder das Fell eines Wolfes beispielsweise. 50 bis 60 Stunden sitzt die Künstlerin teilweise an den Bildern; am liebsten arbeitet sie nachts. „Das schwierigste ist eigentlich das Aufkleben“, verrät sie. Der Kleber darf nicht klumpen und sich nicht auf die Vorderseite durchdrücken. Außerdem dürfen keine Luftblasen entstehen. Bei Motiven mit winzig kleinen Teilchen, die alle mit Leim bestrichen und dann aufgeklebt werden müssen, eine wahre Sisyphusarbeit. „Wenn es nicht hundertprozentig ist, behalte ich das Bild“, verrät Ute Brodersen. Die Arbeiten, die gelungen sind, verkauft sie. Als Bilder oder in kleine Karten mit Passpartoutkarton gebracht. Jedes Jahr besucht sie Weihnachtsmärkte mit ihrem Kunsthandwerk und freut sich, dass so viele Kunden diese Handarbeit immer noch zu schätzen wissen. „Meinen ersten Scherenschnitt habe ich mit sieben Jahren für meine Mutter zum Muttertag angefertigt, den habe ich auch heute noch“, berichtet sie.

Das erste Mal kam Ute Brodersen damals in der Schule mit Scherenschnittpapier in Berührung und fand schnell Gefallen daran. Früher war das Papier dünner, aber leichter zu bearbeiten. Vor etwa 15 Jahren war es schwierig, das schwarze Papier nachzukaufen. „Alle Geschäfte hatten Lieferschwierigkeiten, und ich befürchtete schon, dass es das bald gar nicht mehr geben wird“, sagt sie. Seit ein paar Jahren ist es wieder in jedem Bastelgeschäft erhältlich.

Aber nicht nur für die Scherenschnitte schlägt Ute Brodersens Künstlerherz: Eine weitere Leidenschaft von ihr sind Puppenkleider aus Perlen: Reifröcken, Rüschen, Blumen oder Trachten – alles wird aus zahlreichen bunten Perlen gemacht, aufgefädelt auf eine feine Schnur. Bei besonders pompösen Stücken braucht sie teilweise bis zu 10  000 Perlen. Für den nächsten Weihnachtsmarkt fertigt sie derzeit kleinen Perlenengel. „Ich fange immer im Frühjahr mit den Vorbereitungen für Weihnachten an, sonst ist das nicht zu schaffen“, berichtet die Rentnerin.

zur Startseite

von
erstellt am 27.Mai.2016 | 15:06 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen