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Nordfriesland Tageblatt

24. August 2016 | 12:13 Uhr

Mit Luftgewehr im Wohngebiet geschossen

vom

Ein Unbekannter zertrümmerte Katze Lutzis Vorderbein

Leck | Lutzie ist gerade einmal 15 Monate alt. Die kuschelige Katzendame lebt seit Oktober bei Sonja Andresen und ihrem Mann in einem Reihenhaus mit einem Garten. Von hier aus ist es nicht weit bis zur Lecker Au. Andresens halten noch einen Kater, beide Stubentiger sind kastriert. Morgens verlassen die Tiere das Haus durch eine Klappe. "Aber um diese Jahreszeit und bei der Kälte gehen die Katzen nie weit vom Haus weg, sondern sie halten sich in der Umgebung auf. Meistens gehen sie nur kurz vor die Tür."

Schuld daran, dass Lutzi in Zukunft nur noch mit drei Beinen leben muss, ist ein unfassbares Schicksal. In der vergangenen Woche wurde die Katzendame mitten in dem Wohngebiet von einem Unbekannten angeschossen. "Als ich mittags nach Hause kam, lag sie mit der Verletzung im Wohnzimmer", erinnert sich Sonja Andresen. Die Bankangestellte ging sofort zum Tierarzt, der schickte sie nach Flensburg, wo Lutzi geröntgt wurde. Das Ergebnis war furchtbar: Der Knochen des rechten Vorderbeins war gesplittert, die Nerven im Gelenk zerstört. "Wir hatten nur die Wahl: Lutzi einschläfern lassen oder das Bein an der Schulter amputieren zu lassen." Die Petersens entschieden sich für das Leben. Der Arzt entfernte das Projektil und bestätigte: Jemand hat von oben herab gezielt auf Lutzis Bein gezielt und abgedrückt. Für Sonja Andresen ist es unvorstellbar. "Was der Schütze meiner Katze angetan hat, das hat er auch mir angetan." Sie hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Inzwischen geht es der Katze wieder besser. Lutzi hat sich erholt, bleibt aber vorerst noch im Haus, obwohl sie gerne wieder raus möchte. "Sie mag es gar nicht, im Haus eingesperrt zu sein. Aber wir versuchen sie noch zu schonen." Was bleibt, ist die Frage nach dem wer und warum. Was bleibt, ist aber auch die Unsicherheit, ob man Tiere künftig noch nach draußen lassen kann ohne befürchten zu müssen, dass irgendwer ihnen nachstellt. Der Gedanke ist nicht so abwegig. "Anfang Oktober kam unser Kater mit einem Loch nach Hause. Damals wurde eine Bisswunde diagnostiziert. Aber sie war sehr ähnlich, wie jetzt bei Lutzi", sagt Sonja Andresen. "Ich möchte, dass das aufhört und nie wieder passiert."

Die Polizei jedenfalls hat den Fall sehr ernst genommen. Die Beamten versuchen, anhand des Projektils Hinweise auf den Schützen zu erhalten und wollen die Augen offen halten. Vielleicht auch, weil die Andresens eben nicht auf einem Hof außerhalb leben. "Wir wohnen hier dicht auf dicht. Er hätte ja auch leicht einen Menschen treffen können."

An ihre Behinderung muss sich Lutzi noch gewöhnen. Sonja Andresen: "Katzen kommen damit besser klar als wir Menschen." Dennoch: Sie wird vieles, was sie liebt, nicht mehr tun können - beispielsweise klettern und herumtollen. Auch der Gang zur Katzentoilette und das anschließende Scharren werden zu einem Problem. "Was mir in der Seele wehtut: Sie versucht, das Bein, das nicht mehr da ist, zu benutzen."

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erstellt am 15.Dez.2012 | 07:44 Uhr

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