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Nordfriesland Tageblatt

06. Dezember 2016 | 11:14 Uhr

Premiere : Mit Humor und viel Lokalkolorit

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Volles Haus zur Premiere vom Plattdeutschen Ring Leck: Die Zuschauer genossen „Een Dörp ohne Sluderi“ in der Nordsee-Akademie.

Zu der mit Spannung erwarteten Premiere des Schwanks „Een Dörp ohne Sluderi“ von Christa Bitzer, den die zur Volkshochschule (VHS) Leck gehörige Bühne „Plattdeutscher Ring Leck“ aus Anlass ihres 40-jährigen Bestehens mit erheblichem Aufwand einstudiert hatte, fanden sich im Festsaal der Nordsee-Akademie rund 250 Zuschauer ein und sorgten so für ein volles Haus. Im Publikum befanden sich auch viele ehemalige Akteure des Ensembles. Sie alle wurden vom Leiter der VHS, Karl Werner, mit launigen Worten willkommen geheißen, der dabei eine Reihe von Ehrengästen namentlich hervorhob. Sein besonderer Dank galt allen am plattdeutschen Dreiakter mitwirkenden Akteuren und deren technischen und organisatorischen Helfern, denn sie trügen dazu bei, dass der Plattdeutsche Ring nach wie vor als ein „Aushängeschild Lecks“ gelte. „Charly“ Werner wies darauf hin, das Theaterstück sei in hochdeutscher Sprache verfasst und von Mitgliedern des Plattdeutschen Rings in Eigenleistung ins Niederdeutsche übertragen worden. Diese hätten die Chance genutzt, in die Handlung und das Bühnenbild deutliches Lokalkolorit einzuarbeiten. Vor der Vorstellung erinnerten zahlreiche an eine Leinwand produzierte Lichtbilder aus den vergangenen vier Jahrzehnten an das ereignisreiche Leben der Theatergruppe.


Glaubhafte und textsichere Akteure


Als der Vorhang sich hob, brauste lebhafter Beifall für das stattliche Bühnenbild auf, das einen Dorfplatz zeigte, an dessen Seiten sich ein ländliches Postamt, ein Geldinstitut und der Eingang zu einem sichtlich verfallenen Laden befanden. Wie sich herausstellte, war die Poststelle der Arbeitsplatz der krankhaft neugierigen Angestellten Heidi Laber (Marion Jöhnk), einer Schludertante, die es mit dem Postgeheimnis nicht so genau nahm und sich nicht scheute, Gerüchte hemmungslos zu verbreiten. Nicht weniger „wissbegierig“ war ihre kulturbeflissene Freundin Käthe (Brigitta Steensen), die als Vorsitzende des örtlichen Gesangvereins ihr Mitgliederverzeichnis nutzte, ihre Sängerinnen und Sänger auszufragen. Als die Zeitungsreporterin Sybille Putt (Finja Petersen) durchblicken ließ, ein ihr nicht bekannter Einwohner habe beim Lotto sechs Millionen Euro gewonnen, setzten die Freundinnen und die Reporterin alles daran, den Mann zu finden.

An einem Ergebnis der leidenschaftlichen Suche interessiert war auch der Bankangestellte Spar (Asmus Schaffer), der sich erhoffte, teure Spar- und Versicherungsverträge abschließen zu können. Bürgermeister Lückhusen (Thomas Jensen) liebäugelte mit dem Gedanken, den maroden Laden an den Lottogewinner zu verhökern. Seine Ehefrau Krimhilde (Rita Gummelt) hätte darin gerne kulturelle Veranstaltungen angeboten, um ihrem Kaff ein wenig Kultur einzuverleiben. Sie dachte dabei auch an eine Ausstellung mit Werken der Künstlers Leonardo Wortelhöfer (Friedrich Feddersen). Dieser hatte eine bunt angemalte Heuharke zu einem „Kunstwerk“ ernannt, was beim Publikum allgemeine Heiterkeit erregte.

Schlachtermeister Kleber (Roland Herpel), war intensiv mit der Werbung für seine Produkte befasst, da er den Laden gerne für sich genutzt hätte. Völlig egal zu sein schien die Angelegenheit dem schlitzohrigen „Postbüdel“ Uwe Berg (Dirk Lebeck), während die der deutschen Sprache kaum mächtige, türkische Putzfrau Ayse Übügül (Frauke Harner) für viele lustige Szenen sorgte und das Geschehen um sich herum humorvoll zur Kenntnis nahm.

Alle Akteure ließen kaum Lampenfieber erkennen. Sie agierten in ihren Rollen absolut glaubhaft, textsicher und mit klarer Aussprache. Das Ergebnis der turbulenten Suchaktion und deren Folgen werden noch nicht verraten.

Der lautstarke Schlussapplaus, den die Zuschauer stehend spendeten, bevor alle Mitwirkenden mit einem Blumengeschenk bedacht wurden, galt auch dem Bühnenbauer Stephan Ostrinsky, der Maskenbilderin Katie Niemeyer, alle Helferinnen und Helfern sowie – ganz besonders – dem Regisseur Joachim Janke und Asta Steensen als Spielleiterin und „Toopuster“ in einer Person.

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erstellt am 29.Feb.2016 | 06:30 Uhr

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