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Nordfriesland Tageblatt

05. Dezember 2016 | 09:37 Uhr

Stadtlauf : Mit Herzblut fürs Sportereignis

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Astrid Conradi gehört zu den Organisatoren des Stadtwerkelaufs – sie freut sich über viele Teilnehmer, hat aber auch eine Bitte an die Niebüller.

Mehr als 700 Läufer haben sich bislang für den 22. Stadtwerkelauf am Sonntag in Niebüll angemeldet. Die meisten wollen am „Jedermannlauf“ (2,6 Kilometer) teilnehmen. Doch auch für den „Kleinen Stadtlauf“ (fünf Kilometer) und den „Hauptlauf“ (zehn Kilometer) liegen die Teilnehmerzahlen deutlich im dreistelligen Bereich. „Ich freue mich, dass es jetzt schon so viele sind“, sagt Astrid Conradi. Sie ist Mitglied des TSV Rotweiß Niebüll und gehört seit mehr als zehn Jahren zum Organisationsteam des Stadtwerkelaufs. Die Anmeldefrist ist zwar eigentlich abgelaufen, doch in den vergangenen Jahren habe es jeweils bis zu 200 Nachmeldungen gegeben, sagt Conradi. „Bei schönem Wetter gibt es viele kurz entschlossene Teilnehmer.“ Die Auslastung werde dieses Jahr voraussichtlich nicht ganz so hoch liegen wie im Vorjahr, als der Stadtwerkelauf mit der Landesmeisterschaft im Straßenlauf verbunden war. „Das war damals eine unheimliche Mehrarbeit“, sagt Conradi. Sie ist erleichtert darüber, dass der Aufwand diesmal nicht ganz so hoch ist. Der Lauf werde trotzdem weiter gut angenommen. „Und das, obwohl wir ein langes Wochenende haben und viele vielleicht wegfahren.“ Ein Läufer aus Flensburg werde mit seinen beiden Söhnen kommen und sogar alle Strecken laufen. „Ich habe ihn extra noch mal angerufen, um mich zu versichern, dass die dreifache Anmeldung kein Versehen war.“

Einen Grund für die Beliebtheit der Veranstaltung kennt Ernst-Günther Schmidt. Er hat den Niebüller Stadtlauf Mitte der Neunziger mit drei Mitstreitern ins Leben gerufen. „Einer von uns hatte damals schon die Idee, Grundschulkinder mit einzubeziehen. Durch den ,Jedermannlauf‘ hatten wir gleich enormen Zuschauerzuspruch“, erklärt Schmidt. Dieses Jahr haben sich mehr als 100 Schüler der Friedrich-Paulsen-Schule angemeldet. Die Gemeinschaftsschule ist zum zweiten Mal vertreten. „Ich war angenehm überrascht“, sagt Astrid Conradi. „Einige Lehrer sind wirklich sehr engagiert.“

Schüler der Friedrich-Paulsen-Schule wollen den Stadtwerkelauf nutzen, um ihr Flüchtlingsprojekt zu promoten und Spenden zu sammeln. „Wir haben einen Stand, an dem sich die Leute informieren können und möchten die Menschen dazu bringen, sich auch zu engagieren“, sagt Schülersprecher Jannik Kabelström.

Eher unerfreulich sind zwei andere Aspekte: Der relativ kurze „Jedermannlauf“ werde von einigen Profis auch gerne zum Warmlaufen für die zehn Kilometer genutzt. „Das finden wir nicht so gut, weil diese Teilnehmer zwangsläufig als erste einlaufen“, sagt Conradi. Ein bisschen gemein sei das – aber letztendlich jedem selbst überlassen. Wirklich negativ seien aber einzelne Anwohner, die sich nicht an die Anweisungen der Streckenposten halten wollen. Rund drei Stunden dauern die Straßensperrungen. „Wir haben diese im Vorfeld bekannt gemacht. Trotzdem kommt es jedes Jahr vor, dass jemand unbedingt noch Brötchen holen oder zum Kaffee mit der Oma will, während gleich hundert Läufer um die Ecke biegen“, erzählt Conradi. Besonders für die Jugendfeuerwehr sei es teilweise eine Herausforderung, sich in solchen Situationen durchzusetzen. Mehrere Mitglieder seien in der Vergangenheit bedrängt worden. „Wir bitten um Verständnis, wenn es zu Situationen kommt, in denen partout niemand mehr durchgelassen werden kann“, sagt Conradi.

Die Mehrzahl der Niebüller hat sich aber mit dem Stadtwerkelauf arrangiert – und ihn sogar ins Herz geschlossen. „Viele Leute stellen sich vor ihr Haus und feuern die Läufer an“, sagt Conradi erfreut. Tolle Stimmung ist für sie Lohn der Mühen. „Am Tag der Veranstaltung haben wir immer noch 30, 40 Helfer, aber im Vorfeld hat kaum noch jemand Zeit.“ Deswegen bleiben viele Aufgaben an wenigen Leuten hängen. Dazu gehören auch Absprachen mit dem Handels- und Gewerbeverein, der Stadt, Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk. „Man muss viel Herzblut einbringen“, sagt Conradi.

Mit Herzblut sind auch viele Läufer dabei – die müssen sich dieses Jahr allerdings auf eine veränderte Streckenführung einstellen. Weil in einigen Kleingärten gebaut wird, verlaufen die Strecken durch den „Grüngürtel“ am Wehlengraben. Ernst-Günther Schmidt hat die Wege ausgetüftelt. „Die Länge müsste hinkommen“, sagt er. Da aber nicht offiziell gemessen wurden, wird gegebenenfalls nur ein inoffizieller Rekordhalter unter den Läufern gekürt. Im Internet gibt es eine Skizze mit den neuen Strecken: www.niebueller-stadtlauf.de/html/strecken.html. Außerdem sollen Absperrungen und Helfer den Weg weisen. Verlaufen wird sich also wohl niemand.

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erstellt am 03.Mai.2016 | 10:25 Uhr

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