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Nordfriesland Tageblatt

10. Dezember 2016 | 12:02 Uhr

Porträt : „Mein Leben war nie langweilig“

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Wolfgang Raach ist als erstem Schleswig-Holsteiner die Ritterschaft des „Bayrischen Militär Orden“ im Kommandeursrang verliehen worden

Er ist erfahrener Kampfschwimmer, erfolgreicher Leistungssportler, war Personenschützer und hat als ausgebildeter Stuntman unter anderem in Filmen wie „Troja“, „Inglorious Basterds“ und „Open Water 2“ Stars gedoubelt. Seit 2014 bildet er als Leiter für maritime Ausbildung im Maritimen Trainingszentrum der Firma OffTEC in Enge-Sande Spezialeinsatzkräfte und Seenotretter sowie Offshore-Mitarbeiter für ihren Einsatz auf See aus: Wolfgang Raach aus Büllsbüll bei Achtrup. Jetzt ist ihm als erstem Schleswig-Holsteiner die Ritterschaft des „Bayrischen Militär Orden“ im Kommandeursrang verliehen worden.

120 geladene Gäste aus 17 Nationen – darunter Irland, Monaco, Japan und USA – waren bei der Investitur des „Bayerischen Militär Orden“ in Jaromer (Königsgrätz, Tschechische Republik) dabei. In der Garnisonskirche der Festungsanlage Josefov empfing Wolfgang Raach den Ritterschlag und das Kommandeurskreuz aus der Hand des Großmeisters Johannes Rupprecht. Schirmherr des Ordenshochfestes war Dr. Karl-Heinz Brunner (MdB und Mitglied des Vereidigungsausschusses).

„Es ist eine äußerst seltene, hochkarätige Auszeichnung“, freut sich Raach über die unerwartete Ehre. Verliehen wird sie an hochrangige Repräsentanten, aber auch Privatpersonen, die sich um die Pflege der Militärtradition und die landesübergreifende Freundschaft im Sinne von friedensschaffenden und -erhaltenden Maßnahmen verdient gemacht haben. Unter den Geehrten waren in der Vergangenheit Minoru Kawazu (Repräsentant der japanischen Marine) wie auch Prinz Emanuele von Savoyen und Prinzessin Angela von Hohenzollern. Für die Ritterschaft des „Bayrischen Militär Orden“ im Kommandeursrang werden die Anwärter aufgrund ihres Einsatzes für den Erhalt militärischer Werte vorgeschlagen (zwei Vorschläge aus dem Ordenskapitel sind notwendig). Was bedeutet die Auszeichnung für ihn? Wolfgang Raach: „Sie ist für mich eine Ehre und Ansporn für weitere Projekte.“

„In meinem Leben war es nie langweilig“, sagt der Wahlnordfriese lachend und bescheiden. Dabei liest sich der Lebenslauf des Schwaben (1959 in Reutlingen geboren) wie ein spannendes Buch. Von 1979 bis 1986 war er Marinesoldat, wurde zum Kampfschwimmer (Jahrgangsbester 1982) ausgebildet und als – sehr erfolgreicher – Spitzensportler bei der CISM Sportgruppe „Maritimer Fünfkampf“ eingesetzt. Nach seinem Abschied widmete sich der heutige Stabsbootsmann der Reserve vielen Projekten. Nach wie vor ist der 56-Jährige als Einsatzreservist Ausbilder und Nachwuchswerber in der Kampfschwimmerkompanie aktiv, setzt seine Kontakte und Erfahrungen zum Wohl der Mitmenschen ein. Ein Anliegen ist es ihm, deutlich zu machen, dass die Streitkräfte auch als völkerverständigendes Instrument dienen und einen friedensschaffenden sowie humanitären Charakter haben können. Beides – Völkerverständigung und humanitäre Hilfe – nehmen im Leben von Wolfgang Raach einen hohen Stellenwert ein. „Ich habe viel Elend gesehen“, sagt er und nennt als Beispiel Zustände in russischen Kinderkrankenhäusern. Darum ist Raach vor Ort, wenn es darum geht, dafür zu sorgen, dass Hilfe und Hilfsgüter auch dort ankommen, wo sie benötigt werden.

In Südtondern unterrichtet der Profi in seiner Freizeit im Lecker „Well-Gym“ die Kurse „Military Cross“ und „Frauenselbstverteidigung“. Rückhalt bei allen Aktivitäten erhält der geschiedene Familienvater von seinen zwei erwachsenen Töchtern aus erster Ehe, die heute auf Malta leben, sowie seiner Lebenspartnerin Ilona und deren Tochter Alia. „Ohne ihre Unterstützung wäre vieles sehr viel schwieriger gewesen.“

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erstellt am 27.Apr.2016 | 19:04 Uhr

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