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Politik : „Mehr Politikerinnen für Südtondern“

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Heute ist Internationaler Frauentag: Gleichstellungsbeauftragte Sylke von Kamlah-Emmermann will engagierten Frauen den Spiegel vorhalten.

Sie sind handlich, praktisch und tragen eine wichtige Botschaft an diejenigen, die sich in ihnen betrachten. „Sind Sie die neue Gemeindevertreterin im Amt Südtondern?“ Diese Frage stellen kleine Taschenspiegel – pünktlich zum heutigen Internationalen Frauentag.

In Umlauf bringt die griffigen Botschafter für mehr weibliches Politik-Engagement Sylke von Kamlah-Emmermann. Südtonderns Gleichstellungsbeauftragte hat wie ihre Amtskolleginnen in ganz Schleswig-Holstein ein erklärtes Ziel: „Mehr Frauen in die Kommunalpolitik“ heißt eine landesweite Kampagne. „Mit den Handspiegeln als Give-aways, also Werbegeschenken, soll diese Initiative im Amt Südtondern gestartet werden. Alle Bürgermeisterinnen und Bürgermeister werden gebeten, sich zu beteiligen und in ihrer Kommune zu werben“, sagt Sylke von Kamlah-Emmermann.

Eine blaue Einfassung umrahmt den Spiegel, auf dem Deckel ist „Spieglein, Spieglein in der Hand  ...“ zu lesen. „Vielleicht ein kleiner Hinweis, sich selbst den Spiegel vorzuhalten, aktiv zu werden und durch politisches Engagement die eigene Kommune zu stärken, voranzubringen und selbst daraus einen Mehrwert zu erfahren“, wirbt von Kamlah-Emmermann. Es sei Wahljahr, das nach seinem Abschluss durch die Bundestagswahl direkt in das Jahr 2018 mit den Kommunalwahlen in Schleswig-Holstein fortgeführt werde. Listen würden frühzeitig aufgestellt, Kandidatinnen und Kandidaten müssten im wahrsten Sinne des Wortes „geworben“ werden, so Sylke von Kamlah-Emmermann, wobei ihre Betonung eindeutig auf „Kandidatinnen“ liegt.

„Im Amtsbereich bringen sich Frauen aktiv durch die Übernahme von Ehrenämtern ein, zum Beispiel bei der Flüchtlingsbetreuung, der Südtondern Tafel, im DRK oder Hospiz.“ Berufstätigkeit, „Sorgearbeit“, Familie: Frauen müssten nach wie vor die Hauptlast der Gesellschaft abbilden. Diese Bedeutung spiegele sich allerdings nicht in der Besetzung von Gremien und in der Kommunalpolitik wider: „Hier besteht erheblicher Handlungs- und Nachholbedarf.“

Die Gleichstellungsbeauftragte lässt Zahlen sprechen: „Im Amtsbereich sind insgesamt 20  930 Einwohnerinnen gemeldet gegenüber 20  524 Männern. Frauen sind also statistisch gesehen sogar etwas in der Überzahl. Dennoch haben wir in 29 Gemeinden und der Stadt Niebüll nur drei Bürgermeisterinnen und eine Bürgervorsteherin“. Gewiss liege es in Südtondern nicht daran, dass Männer ein Mitwirken von Frauen verhinderten, sondern für aktive Teilnahme an der Politik müsse immer auch aktiv geworben werden – gerade in Zeiten allgemeiner Politikverdrossenheit, wachsender persönlicher Herausforderungen und gesellschaftlicher Unsicherheiten. Und: „Nur wo Frauen aktiv mitwirken, können auch Frauenwünsche Berücksichtigung finden.“

Südtonderns Gleichstellungsbeauftragte sieht es als ihre Aufgabe, „Frauen für diese spannende und wichtige Aufgabe zu begeistern.“ Dafür hat sie mit Hilfe von Mitarbeitern des Amtes Südtondern bisher 500 Handspiegel mit Werbesprüchen für mehr Weiblichkeit in der Kommunalpolitik beklebt. Die Spiegel sollen das Thema mehr in den Blickpunkt rücken – mit Hilfe von Multiplikatoren.

Von Kamlah-Emmermann hat deshalb Mitarbeiter der Amtsverwaltung, Bürgermeister, Kommunalpolitikerinnen und gleichstellungsinteressierte Frauen mit den Spiegeln versorgt, verbunden mit der Bitte, die Werbeartikel an interessierte Menschen zu verschenken und dadurch vielleicht einen ersten Impuls für die Übernahme eines politischen Ehrenamts zu geben.

Mit der Kampagne „Mehr Frauen in die Kommunalpolitik“ sollen zunächst vorrangig Frauen angesprochen werden, die sich bereits in ihrem Wohnort, in Vereinen, Bürgerinitiativen oder Schule und Kindergarten engagieren, aber bislang nicht politisch aktiv waren. Von Kamlah-Emmermann: „Gerne darf „Frau“ sich auch direkt an mich wenden. Gemeinsam können zum Beispiel Fortbildungen zum Einstieg in die Kommunalpolitik geplant werden, wenn genügend Interessentinnen sich engagieren möchten und Bedarf an Rüstzeug besteht.“ Und auch wenn die Initiative sich direkt an Frauen wendet, sollen sich Vertreter beider Geschlechter angesprochen fühlen, sich politisch in ihrem Umfeld zu engagieren: „Natürlich soll der Aufruf ,Mehr Frauen in die Kommunalpolitik‘ interessierte Männer ausdrücklich nicht ausschließen.“




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