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Nordfriesland Tageblatt

02. Dezember 2016 | 19:14 Uhr

Kinder : Leck hat zu viele Spielplätze

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Kreis Nordfriesland hat bereits mehrfach eine Reduzierung angemahnt. Einige Flächen sollen in Baugrundstücke umgewandelt werden.

Freiräume, die Entwicklungsmöglichkeiten bieten: Spielplätze sind Orte, an denen sich der Nachwuchs austoben kann. Gleichfalls wird ihm die Möglichkeit zur Kommunikation und zum sozialen Lernen gegeben. Mit 21 öffentlichen Spielplätzen hält die Gemeinde Leck genügend freien Raum zur freien Entfaltung vor. Zu viel, mahnte der Kreis Nordfriesland schon mehrfach an.

Zurzeit zählt die Gemeinde knapp 7900 Einwohner, darunter sind 1350 Kinder bis 18 Jahre. Rund die Hälfte davon bilden mit 660 Mädchen und Jungen die Jüngsten bis zum zehnten Lebensjahr. Der Kreis moniert die dafür stattliche Anzahl der Spielplätze, zumal die Gemeinde die hohen Unterhaltungskosten zahlen muss. Allein die jährliche Inspektion der Spielgeräte schlug im vergangenen Jahr mit 1600 Euro zu Buche.

Die Vorgabe des Kreises ist eindeutig: Die Gemeinde soll prüfen, ob es potentielle Flächen für Wohnbebauung im Innenbereich gibt. Aber welche öffentlichen Grünflächen können in Baugrundstücke umgewandelt werden? Diese Frage beschäftigt die Politiker seit längerem. Weil der Spielplatz im Hummelring ihrer Meinung nach nur noch wenig genutzt wird, stimmten sie einem Aufstellungsbeschluss zu, den B-Plan Nr. 23 zu ändern und Raum für eine Bebauung zu schaffen. Dagegen gingen die Anlieger auf die Barrikaden. Das Projekt ruht seitdem.

„Wir wollen etwas ändern, wissen aber noch nicht, wo die Reise hingeht“, sagt Bürgermeister Andreas Deidert. In dieser Legislaturperiode wolle man jedoch Antworten finden auf die Fragen: „Was machen wir wo? Wo kann etwas verbessert werden? Wo spielen wie viele Kinder?“

Schon jetzt steht fest, dass die Spielplätze beispielsweise in der Klaus-Groth-Straße oder im „Bramholm“ gut frequentiert werden. Der Spielplatz an der Grundschule sei wichtig wegen seiner zentralen Lage, sagt Deidert. Und: „Ich kann mir vorstellen, die Spielwiese im Augarten zu attraktivieren.“

Im jüngsten Neubaugebiet „Mühlenberg“ wird ein Spielplatz im Zuge der Erweiterung der geplanten Baugebiete am Flugplatz eingerichtet werden. „Da muss was hin, denn der nächste Spielplatz wäre nur über die Bundesstraße zu erreichen“, sagt der Bürgermeister. Gleich vier Spielplätze sind in Leck-Süd innerhalb von 200 Metern zu finden (An der Heide, Hummelring, Pferdefenne und Eichengrund). „Das überlappt sich und tut sicherlich nicht not“, meint Lecks Verwaltungschef. Dennoch könnte im neuen Baugebiet „An der Heide“ (ehemals vorgesehene Fläche für eine Friedhofserweiterung) ein weiteres „Spielparadies“ entstehen, dafür andere gestrichen werden. Doch diese Idee ist noch nicht spruchreif.

„Ich will, dass die Spielplätze gleichmäßig verteilt und vernünftig ausgestattet sind“, verspricht Deidert. Außerdem müssten die wenig genutzten Spielgeräte auf häufig besuchten Plätzen installiert werden. Er macht keinen Hehl daraus, dass neue Geräte wegen der hohen Anforderungen sehr teuer sind: „5000 Euro für ein Gerät sind nichts. Allein ein Federwipptier kostet um die 400 Euro.“

Im Gegensatz zu früher, gibt Andreas Deidert zu bedenken, hätten viele Eltern ihren Garten mit etlichen, traditionellen Spielgeräten ausgerüstet. Deshalb plädiert er für etwas „Modernes“: „Es gibt schicke Sachen, in die wir investieren können.“

Im Ortsentwicklungskonzept wird vorgeschlagen, Kinderspielplätze zu Quartierstreffpunkten umzugestalten. Das kann sich der Bürgermeister gut vorstellen: „Es muss nicht zwangsläufig eine Bebauung auf einem stillgelegten Spielplatz erfolgen. Eine Wiese mit einer Boulefläche und einigen Bänken – und schon ist der Quartierstreffpunkt fertig.“ In Leck-Osten wird außerdem über einen Mehrgenerationenspielplatz nachgedacht, der im Rahmen der „Sozialen Stadt“ realisiert werden könnte. Fest steht derzeit aber noch nichts.







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