zur Navigation springen

Nordfriesland Tageblatt

09. Dezember 2016 | 12:34 Uhr

Seilbahn : Lärm verärgert Nachbarn

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Schallgutachten ist in Auftrag gegeben. Niebüll strebt eine Kompromisslösung für die Attraktion auf dem Spielplatz Holunderring an.

Bei Kindern sorgt die Seilbahn auf dem Spielplatz Holunderring für große Freude – bei einigen Anwohnern jedoch für Verdruss. Das zeigte sich auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Schule, Kultur und Soziales im Rathaus, zu dem diesmal ungewöhnlich viele Bürger kamen. In der Einwohnerfragestunde machte ein jüngeres Ehepaar seinen Ärger über die Kinder-Attraktion Luft.

„Wir wohnen direkt daneben, wussten vor unserem Hausbau, dass dort ein Spielplatz gebaut wird und stören uns überhaupt nicht an Kindergeschrei oder lautem Lachen. Wir fühlen uns aber durch die nervenden, irritierenden Geräusche der Seilbahn gestört“, so die Anwohnerin. „Nun haben wir erfahren, dass es eine Lärmmessung gegeben hat – allerdings nicht von unserem Garten aus.“ Der Ausschuss-Vorsitzende Bernd Neumann bestätigte, dass ein Schallschutzgutachten in Auftrag gegeben worden sei, das Ergebnis allerdings erst in einer Woche vorliegen würde. Niebülls Bürgermeister Wilfried Bockholt versicherte, dass es sich um eine „Echt-Lärmmessung“ handele, die konkrete Ergebnisse erwarten ließe.

Dadurch kam die Debatte erst richtig in Fahrt. Denn das Ehepaar hatte sich mit dem Problem bereits an die Verwaltung gewandt. „Uns war versichert worden, dass das Gerät abgebaut wird! Neuer Standort sollte die Wehle sein.“ Arbeiter der Stadt hätten erklärt, dass nur ein Abbau die Lösung des Problems darstelle. Bürgermeister Bockholt bestätigte, dass es einen Ortstermin gegeben habe. „Viele Anwohner waren aber auch bei mir in der Sprechstunde und haben sich für die Seilbahn ausgesprochen.“

Für Unmut sorgt die Seilbahn besonders, wenn sie gegen Abend von Jugendlichen genutzt wird. Der Bürgermeister verwies daher auf einen möglichen Kompromiss, abends per Ehrenamt-Job das Gerät abschließen zu lassen. Die Vertreter der Parteien setzten sich zunächst für die Seilbahn ein. „Abends abschließen, das geht nicht“, mahnte Thomas Uerschels (SPD). Die Vertreter des SSW, Hella Weinhonig und Vera Rubink, lobten den Platz als Highlight, der verstärkt von Auswärtigen genutzt werde. Bert Bruhn (CDU) bemerkte trocken, dass man mit Lärm rechnen müsse, wenn man neben einem Spielplatz wohne. Weitere Bürger votierten energisch für die Seilbahn, während die betroffenen Anwohner darauf beharrten, bei dem Bau der Bahn gar nicht erst gefragt worden seien.

Ehe die Auseinandersetzung weiter eskalierte, beruhigten sich die Gemüter. Schriftführerin Carmen Kühl (Amt Südtondern) verlas das Ergebnis einer Umfrage zum Spielplatz Holunderring: „65 von 172 Bürgern haben geantwortet. Lediglich drei haben sich gegen die Seilbahn ausgesprochen. Interessant: 19 Anwohner können sich eine abendliche Schließung der Bahn vorstellen.“

Ehrenamtliche hätten sich bereits angeboten, so Bockholt. Bernd Neumann fasste die Ergebnisse der Diskussion zusammen und schlug vor, die Entscheidung zu vertagen. „Wir brauchen das Ergebnis des Schallschutzgutachtens.“ Dem schlossen sich die Ausschussmitglieder an.

Der Spielplatz wurde 2010 errichtet, die Stadt investierte 70  000 Euro. Eine weitere Anlage befindet sich am Wang – dort gibt es keine Beschwerden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen