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Nordfriesland Tageblatt

06. Dezember 2016 | 09:15 Uhr

Leck : Lärm, der aus dem Keller kommt

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Auch zwei Jahre nach dem Einbau des Blockheizkraftwerks in der „Grundschule an der Linde“ ist das Geräuschproblem noch nicht gelöst

Die letzten Vorbereitungen für den Start der Offenen Ganztagsschule in der „Grundschule an der Linde“ laufen, und die Freude auf das neue Angebot nach den Sommerferien ist bei den Organisatoren groß – wenn da nicht dieses Wummern wäre. Ein Geräusch (vergleichbar mit einer Waschmaschine im Schleudergang), das im gesamten Anbau zur Eesackerstraße mehr oder weniger stark zu hören ist. Und zwar derart deutlich, dass laut Schulleiter Jan Lietzau mit Einführung der Nachmittagsbetreuung in diesen Räumen keine pädagogische Arbeit möglich wäre.

Ursache dafür ist das Blockheizkraftwerk (BHKW), das im Jahr 2014 im Zuge der Modernisierung der Grundschule im Keller des alten Gebäudes eingebaut wurde. Ursprünglich sollte es in einem Container beim Sportplatz aufgestellt werden. Da aber eine Extra-Wärmeleitung in das Schulgebäude notwendig gewesen wäre, disponierten die Gemeindevertreter aus Kostengründen um: Man kam zu dem Entschluss, das BHKW im alten Heizungsraum im Untergeschoss unterzubringen. Und mit Inbetriebnahme des Kraftwerks begann auch der Lärm. Nachbarn in den angrenzenden Wohnhäusern beschwerten sich über die permanente Geräuschkulisse, sodass schließlich Nachdämmungsmaßnahmen erfolgten. Unter anderem sorgten die Betreiber des BHKWs auch dafür, dass der Schwerpunkt des Motors mit Gewichten stabilisiert wurde. „Mit Erfolg“, wie es Lecks Bürgermeister Andreas Deidert formuliert. „Nach Außen dringen keine Geräusche mehr.“

Die Geräusche im Inneren sind jedoch weitestgehend geblieben. „Es ist nicht so, dass sie zu laut sind“, erklärt Schulleiter Jan Lietzau, „sondern zu störend.“ Problematisch sei nicht die absolute Lautstärke, sondern der „Nervfaktor“, der vom BHKW ausgehe. Um den Schulbetrieb nicht zu beeinflussen, wird das Kraftwerk seit Monaten schon zwischen 7 Uhr und 13.30 Uhr abgestellt. Damit aber nach den Sommerferien in der Offenen Ganztagsschule eine reibungslose Betreuung auch bis 16 Uhr erfolgen kann, muss eine Lösung her.

Eine Aufgabe, die laut Deidert in der Verantwortung der Betreiber von „Leckenger Biogas“ liege. Mitbetreiber Klaus Schmidt aus Klintum bestätigt, dass ein Hamburger Institut schon dabei ist, die Lärmstruktur im Gebäude zu analysieren. Mitarbeiter des Instituts messen Vibrationen und Lautstärken, um herauszufinden, wie der sich in einem alten Gebäude leicht von Raum zu Raum übertragende Schall entkoppelt werden könnte. Geprüft wird ebenfalls die Variante, das BHKW vom Kellergebäude etwas nach Außen zu verlagern und mit einer Hülle sowie Kuppel zu versehen. Dass aber bis zum Schulstart im September eine dauerhafte Lösung gefunden und umgesetzt werden kann, bezweifelt Klaus Schmidt. „Das würde an ein Wunder grenzen.“

So rechnet Schulleiter Jan Lietzau vorerst nur mit einer Abschaltung des Blockheizkraftwerks bis 16 Uhr. Andreas Deidert ist jedoch zuversichtlich, „dass man die Schulräume über dem Blockheizkraftwerk lärmtechnisch in den Griff kriegen könnte“. Dass sich die kostengünstigere Entscheidung, das BHKW im Keller zu positionieren, letztendlich nicht als die sinnvollste herausstellte, hätte seiner Meinung nach niemand ahnen können. „Die Gemeindevertreter sind schließlich keine Fachleute für BHKWs und können auch nicht in Glaskugeln schauen.“




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erstellt am 08.Jul.2016 | 06:15 Uhr

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