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Nordfriesland Tageblatt

04. Dezember 2016 | 21:33 Uhr

Neuerung : Kunstrasenplatz als ein Riesengewinn

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Erstmals kann der größte Sportverein Nordfrieslands unabhängig vom Wetter seinen Trainings- und Spielbetrieb gestalten.

Seit Jahr und Tag müssen Freizeitsportler damit leben, dass die Natur den Terminplan für den Spiel- und Trainingsbetrieb im Rasensport weitgehend bestimmt. Regen und aufgeweichter Boden machen die Spielfelder unbespielbar und vertreiben die Fußballer in die Turn- und Sporthallen, die eigentlich für andere Sportarten vorgesehen sind. In Niebüll sind jetzt neue Zeiten angebrochen, denn: Im TSV-Stadion steht den Fußballern seit August ein Kunstrasenplatz zur Verfügung. Letzte Woche wurde der Platz offiziell eingeweiht (wir berichteten), seither wird er – wie schon in den Wochen zuvor – fleißig genutzt.

Es ist der erste Platz dieser Art in Südtondern. Und der TSV Rot-Weiß Niebüll ist der einzige Verein in Schleswig-Holstein, der einen solchen Platz in Eigenregie gebaut hat. Andere Plätze wurden von den Kommunen angelegt und dann den Vereinen übergeben. Dem Niebüller Sportverein stand allerdings die Stadt mit dem Löwenanteil der Kosten zur Seite und beteiligte sich an dem 767  000 teuren Projekt mit einem Zuschuss von 500  000 Euro. Der Bürgerwindpark (150  000), Landessportverband (62  500), die Aktivregion mit 50  000 und die Nospa mit 5000 Euro waren mit von der Partie.

Der TSV-Vorsitzende Hans Thiesen sieht in diesem finanziellen Kraftakt einen großen Schritt nach vorn, dem allerdings noch ein weiterer mit dem Neubau eines Vereinsheims folgen soll. Dieses ist Bestandteil eines von der Stadt beantragten Förderpakets, zusammen mit Hochbauvorhaben wie der Südtondernhalle, der Begegnungsstätte und der Schwimmhalle, die saniert werden muss. Niebüll gehört zu den drei Städten im Land, die die Chance haben, in ein neu aufgelegtes Städtebauförderungsprogramm zu kommen. Spätestens im Herbst nächsten Jahres wird eine Antwort aus Kiel erwartet. Dann steht fest, ob dieses sechs bis sieben Millionen Euro teure Gesamtpaket tatsächlich aufgeschnürt werden kann.

Der Kunstrasenplatz bedeutet nach den Worten Thiesens eine große Verbesserung für die Sportjugend im TSV Rot-Weiß. Wenn neben den Spiel- und Trainingszeiten noch Kapazitäten frei sind, können auch Nachbarvereine davon profitieren. Der TSV Rot-Weiß ist mit seinen derzeit 2100 Mitgliedern der größte Sportverein in Nordfriesland. In seinen derzeit 21 Sparten wird Leistungs-, Breiten- und Gesundheitssport betrieben.

Die Fußballabteilung zählt 27 Mannschaften – von den Senioren bis zur G-Jugend, darunter allein 19 Jugendmannschaften, fünf Männer- und drei Frauenmannschaften. Unter den Jugendteams befindet sich auch ein Migrantenteam. Fußball, Turnen und Schwimmen stellen den größten Anteil an Aktiven, die beiden letzteren bereits im Bereich Leistungssport. Neu sind die Angebote neuer Tänze, beliebt und im Kommen „Music & Dance“.

Die Fußballabteilung hat auf dem Kunstrasenplatz den größten Zeitenbedarf von November bis März. Beim TSV gilt die Regelung, dass bei normalen Witterungs- und guten Platzverhältnissen auf dem Naturrasen gespielt und trainiert wird. Nicht zu vergessen: Der TSV Rot-Weiß verfügt auf dem Kunstrasenplatz auch über eine neue Flutlichtanlage, kann dadurch auch auf die Abendstunden ausweichen. In der 127-jährigen Vereinsgeschichte des TSV ist es nun erstmals möglich, sich das ganze Jahr an der „schönsten Nebensache der Welt“ zu erfreuen.

Den Platz haben Spezialfirmen aus Tornesch, Schafflund und Rendsburg gebaut. Die Planung für das 108 mal 67 große Spielfeld besorgte das Büro Siller (Kiel). In fünfmonatiger Bauzeit wurden der Mutterboden abgetragen, der wasserdurchlässige Unterbau hergestellt, eine Dränage verlegt und ein federndes Kunstfasergeflecht draufgesetzt – entsprechend dem neuesten Stand der Technik und insgesamt vom Feinsten. Die Zuschauer stehen rundherum auf einem 1,50 Meter breiten Pflasterstreifen und bekommen keine nassen Füße mehr. Zum Platz führt vom TSV-Heim ein gepflasterter Pfad, vorbei am kleinen Kunstrasen-Bolz-Platz, der schon lange zuvor von den kleinsten Kickern der Fußballabteilung in Besitz genommen wurde.

Zu guter Letzt noch diese Neuigkeit: Die Gemeinde Risum-Lindholm folgt dem Beispiel des TSV Rot-Weiß Niebüll und will im nächsten Jahr einen Kunstrasenplatz für den Sportverein SV Frisia 03 bauen. Zusammen mit einer Tartanbahn rundum soll die Anlage an der Risumer Grundschule entstehen und etwa 900 000 Euro kosten.

 

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erstellt am 16.Okt.2016 | 10:57 Uhr

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