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Nordfriesland Tageblatt

27. März 2017 | 16:47 Uhr

Kreisverkehre sind oft verstopft

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Arbeitskreis Wirtschaft und Verkehr informierte über zum Teil prekäre Engpässe – auf manchen Straßen herrscht so viel Betrieb wie in einer Großstadt

Freundlich lächelnde Gesichter am Eingang: Die Stadtvertreter Peter Schumann und Uwe Christiansen, Tilmann Meyer (Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland GmbH), Professorin Anja Wollesen (Fachhochschule Westküste) und auch Otmar Grün und Karl Heinz Christiansen (Handels- und Gewerbeverein Niebüll) begrüßten die zahlreichen Besucher der Informationsveranstaltung zur Zukunft des Gewerbegebiets Ost im NIC auf herzliche Weise.

Zunächst gab Anja Wollesen in einem Parforceritt Auskunft über die Lage der Stadt, rund um Infrastruktur, überregionale Verkehrsanbindung, Parkplätze und Radfahrer. „Wir müssen differenzieren“, mahnte die Expertin, „sich widersprechende Angaben haben mit der individuellen Lage der über hundert befragten Betriebe zu tun.“ Ein Luftbild veranschaulichte die Schwachpunkte und geplanten Veränderungen des Gewerbegebiets. Wollesen: „Die meisten Besucher beziehungsweise Durchreisenden kommen mit dem Auto oder Fahrrad. Zu Fuß geht kaum jemand weiter als bis zum Sky-Markt.“

Referent Udo Schmäschke legte dazu erstaunliche Zahlen offen: Rund 7  000 Kraftfahrzeuge passieren die Bahnhofstraße, 11  000 den Peter-Schmidts-Weg. Das sind absolute Großstadtzahlen. Kein Wunder, dass sich in der Diskussion alles um den Verkehr insbesondere an den Kreiseln drehte. „Stadteinwärts ist die Ampelschaltung am Peter-Schmidts-Weg am Morgen kontraproduktiv – es staut sich nach hinten“, sagte ein Besucher, der zur Arbeit in die Stadt fährt. So hilfreich die beiden Kreisel sind: Zu bestimmten Zeiten (Arbeitsbeginn/Wochenende/Urlaub) sind sie oft verstopft, nicht zuletzt wegen der Sylt-Urlauber. Alle wollen auf die Insel, möglichst schnell, egal wie. Manche Verkehrsrowdys fahren trotz Verbots in den Kreisel hinein. „Das ist verboten“, machte Bürgermeister Wilfried Bockholt deutlich. Manche Lkw-Fahrer sind noch „erfindungsreicher“, um ihr Ziel zu erreichen. „Einer fuhr einfach linksherum in den Kreisel“, berichtete ein Gast. Eine Erkenntnis des Abends: Die Polizei kann nicht bei Problemen spontan aktiv werden, da Personal fehlt.

Zu Ostern könnte dank des Antrags von DB und RDC eine Verbesserung eintreten: Wilfried Bockholt teilte mit, dass am Zubringer Richtung Kreisel eine elektronische Anzeigetafel montiert werde, die den Reisenden Wartezeiten mitteilte und entsprechende Fahrbahnen zuweise.

Eine generelle Lösung für den stark zunehmenden Verkehr gibt es nicht. Immerhin werden Schwachpunkte verändert. Eine unerwünschte Zufahrt wird geschlossen: Autofahrer aus Richtung Sylt, die derzeit eine Abkürzung Richtung Kreisel nutzen, müssen nun wieder die Schleife unter der Brücke durchfahren. „Das war damals extra so geplant, damit die Fahrer aus Richtung Niebüll Vorfahrt im Kreisel haben“, berichtete der Bürgermeister. Die Geschwindigkeitsregelung über die Brücke müsse reduziert werden. „Derzeit sausen die Autos zum Teil mit Tempo 100 Richtung Kreisel oder Richtung Stadt“, berichtete ein Teilnehmer. Drohe ein Stau im Kreisel, drehten Autofahrer sogar mitten auf der Brücke um. Änderungen der Beschilderung sind in Sicht: Dazu wird Udo Schmäschke mit Vertretern des Kreises wie an anderen neuralgischen Punkten eine Verkehrsschau durchführen. Die vorherige Verkehrsschau ergab: Zwei Vorfahrten im Gewerbegebiet werden geändert. Nach dem geplanten Umbau können Autofahrer aus der Brandkuhle direkt in die Straße „Zum Stellwerk“ abbiegen. „Das führt gleichzeitig zu einer Verkehrsberuhigung im Osterweg“, sagt Udo Schmäschke. Und auch die Benutzer der Bahnhofstraße können bald direkt in die Straße „Stellwerk“ einbiegen.

Ein offenes Thema bleibt das Verhalten der Radfahrer im Gewerbegebiet. Denn die Radler fühlen sich speziell auf der Bahnhofstraße unsicher und nutzen aufgrund des engen Verkehrsraums gern die Gehwege. Diese teilweise maroden Steige sind tatsächlich weitgehend fußgängerfrei – aber erlaubt ist es nicht. Der Bürgermeister verwies auf die verpflichtende Nutzung der Straße mit dem entsprechenden Selbstbewusstsein als Radfahrer hin -– und machte auf die frisch asphaltierten Radwege etwa Richtung Jawoll aufmerksam. Tatsächlich hat die Stadt viele Matschwege gerade im Gewerbegebiet auf Vordermann gebracht. „Auch der Radweg stadtauswärts am Peter-Schmidts-Weg wird fertiggestellt“, ergänzte der Bauamtsleiter. „Und das fehlende Stück Fußweg zwischen Lidl und Osterweg kommt auch.“

Parkplätze bleiben in Niebüll ein Dauerthema. Ein Anrainer machte auf den ruhenden Verkehr aufmerksam. So genannte Auflieger würden einfach abgestellt. Die Verkehrsordnung lässt dies wochentags zu. Die Brummis fahren nicht nur im Gewerbegebiet, sondern sind im Zentrum der Stadt zu sehen. Hier ergeben sich durch den Wohnort des Fahrers zunehmend auf dem Marktplatz abgestellte Auflieger, so der Bürgermeister. „Wir haben in Niebüll seit 1998 200 Parkplätze geschaffen“, konstatierte Udo Schmäschke, „für das Gewerbegebiet ist keine weitere Fläche vorgesehen.“ 


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erstellt am 15.Mär.2017 | 13:20 Uhr

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