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Nordfriesland Tageblatt

17. Januar 2017 | 03:53 Uhr

Konzert im Charlottenhof : Klirrende Gitarren und wilde Tänze

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Wilde Rocknacht im Charlottenhof: „The Right Season“ und „Fuck Art – Let's Dance“ heizten ein.

Die ersten Punk-Ladies tanzten sich schon auf der Wiese vor dem „Charlottenhof“ warm. Sie hatten allen Grund dazu: Denn die Niebüller Band „The Right Season“ heizte gewaltig ein. Als Vorgruppe war die Hardrockgruppe die Entdeckung des Abends. Sänger Jan Borowski, Drummer Max Frithjof Sowa und Bassist Sebastian Jannsen, die in der früheren Niebüller Post proben und sich zuvor dem Metal verschrieben hatten, wollten ursprünglich Akustik-Pop-Projekt beginnen. Schnell zeigte sich, dass das Trio nicht am Rock vorbei kam. Musik zum Tanzen, eindeutig.

„I’m coming home!“: Die Gitarren knallten los; vom Band kamen später sanfte Streicher, intensive Synths. „Und über allem klingt eine der wohl markantesten Stimmen aus Norddeutschland“, meinte Bärbel Nissen-Schütt, die die Combo für den Charlottenhof entdeckt hat. Die Karriere hatte schon früh Fahrt aufgenommen: Erst im Januar 2015 gegründet, brachten „The Right Season“ zwei Monate später die erste EP „Hopes & Doubts“ heraus. Wenig später folgte im Rahmen eines Wettbewerbs der „Jungen Bühne Kiel“ eine Reise nach Frankreich mit Auftritten vor mehreren Hundert Besuchern. Es schlossen sich Auftritte als Headliner der Kieler Woche sowie auf zahlreichen weiteren Festivals an. Im August 2015 bewies Jan Borowski, dass die Musik von „The Right Season“ auch auf kleine, ruhige Konzerte passt und machte den Support auf der Tournee von Rasmus Hoffmeister. „The Right Season“ spielen auch auf kleinen Veranstaltungen, die einem guten Zweck dienen. Dies beweisen Auftritte im beim „Integration Song Contest“ oder auch beim Inklusionsfestival „Inbeat“ – am 17. Juni spielen sie für die Flüchtlingshilfe in der Friedrich-Paulsen-Schule; außerdem wollen sie eine weitere EP veröffentlichen. „Diese ist für die zweite Jahreshälfte angekündigt“, so Bärbel Nissen-Schütt, die natürlich Fan ist.

Die Programm-Macherin bewies auch bei der folgenden Band ihr feines Näschen. „Fuck Art – Let’s Dance“ machten gleich da weiter, wo die Niebüller aufgehört hatten. Mit rasantem Indie-Rock-Pop allererster Klasse. Die Endzwanziger sind musikalische gesehen „alte Hasen“. Nico Cham, Romeo Sfendules und Tim Hansen stammen aus Hamburg-Stellingen, gingen gemeinsam auf die Molkenbuhr-Grundschule. „Wow, wir kennen uns schon über 20 Jahre“, stellten die drei überrascht fest.

Vor acht Jahren gründeten sie „Fuck Art, Let’s Dance!“ Im digitalen Kosmos rauschte es gewaltig; in den USA war man am schnellsten. Ein Ritterschlag der besonderen Art: Die erste EP wurde im New Musical Express rezensiert: „Scharfe Gitarren, geschmeidige Keyboardriffs und pochendes Schlagzeug“. Die Band spielte seitdem häufig in den USA, unter anderem auf dem „South by Southwest“-Festival. Damian Palm kam 2014 als Bassist dazu.

„Mittlerweile spielen wir auf der ganzen Welt“, so die freundlichen Hanseaten, die natürlich in der Hansestadt fast alle Bühnen gerockt haben. Nun also Nordfriesland – und das überwiegend jüngere Publikum war begeistert. Ein furioser Song nach dem anderen, intelligent komponiert, überzeugend dargeboten, mit überraschenden Tempo- und Soundwechseln. Nico Cham sprang immer wieder in die tanzende Menge, raste auf die Empore, um von dort die Jubelrufe zu empfangen. Eine ganz große Show, die erst spät am Abend mit viel Beifall endete. Eine tolle Band, zum Glück für die Besucher, die zum Teil von weit her angereist waren.

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erstellt am 02.Mai.2016 | 06:45 Uhr

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