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Nordfriesland Tageblatt

11. Dezember 2016 | 03:12 Uhr

Sport in Niebüll : Kaum Chancen für TSV-Neubaupläne

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Ausschussmitglieder bezweifeln die Finanzierbarkeit eines neuen Vereinsheims in der Jahnstraße und fordern belastbare Zahlen

Zweifelfrei fest steht: Das Sportlerheim des TSV Rotweiss Niebüll ist in die Jahre gekommen. Der 1959 errichtete Bau in der Jahnstraße – Eigentümer ist der Verein, das Grundstück hat dieser zunächst bis 2040 von der Stadt gepachtet – entspricht weder platzmäßig noch von der Ausstattung her den Bedürfnissen. Außerdem rächt sich ein Sanierungsstau, der sich über die Jahre hinweg aufgebaut hat.

Schon 2013 gab der TSV daher der Architektin Ursula Limbrecht den Auftrag, einen Neubau zu entwerfen. Zeitgleich entstanden in der Stadt im Rahmen der Verabschiedung des Sportentwicklungsplanes Ideen, auf der Anlage in der Jahnstraße einen Sportpark mit entsprechenden Angeboten für Niebüller sowie Gäste entstehen zu lassen. Kernstück sollte das neue Sportheim sein.

Die Umsetzung der Pläne für diesen Neubau ist in weite Ferne gerückt. Das wurde am Donnerstagabend während einer Sitzung des Ausschusses für Schule, Kultur und Soziales deutlich. „Das vor zwei Jahren skizzierte große Modell wird wohl von Seiten des TSV nicht mehr ernsthaft verfolgt“, teilte Bürgermeister Wilfried Bockholt mit. Grund dafür: Der TSV Rotweiss widmet sich personell und finanziell derzeit der Errichtung des Kunstrasenplatzes, den die Stadt mit einer halben Million Euro bezuschusst. Der Restbetrag in Höhe von 250  000 Euro wird mit Hilfe von Landes- und Kreis-Zuschüssen, Geldern aus der Aktivregion, Krediten und Eigenmitteln finanziert. Im kommenden Herbst soll der Rasenplatz den Fußballspielern ganzjährig zur Verfügung stehen.

Denkbar sei laut Bockholt in der Angelegenheit Sportlerheim eine kleinere Version mit sechs Umkleideräumen, sanitären Einrichtungen sowie einem „vernünftigen Clubraum“. Ein Statiker habe die Räume geprüft um zu ermitteln, ob eine Sanierung sinnvoll ist oder nicht. In jedem Fall müssten alle Böden heraus, und eine aufwendige Dämmung sei nötig. Außerdem habe in der Vergangenheit die marode Heizung immer wieder Probleme bereitet. Zu den Plänen für ein neues Vereinsheim ergänzte Bockholt: „Ich sehe dort auf Dauer einen Zweckbau.“

Geschätzt wird der Sanierungsbedarf des alten Gebäudes auf etwa 350  000 Euro, ein Neubau in der großen Version wäre mit etwa 1,1 Millionen Euro zu Buche geschlagen. Thomas Uerschels (SPD) wies darauf hin, dass das Sportlerheim keine Baumaßnahme der Stadt, sondern eine Zuschussmaßnahme sei. Der TSV habe seine Priorität auf die Errichtung des Kunstrasens gesetzt. Für alle weiteren Pläne wünsche er sich Zahlen, Daten und Fakten. „Der Verein ist gefordert, ein Konzept über seine Entwicklung und Finanzierung zu erstellen.“ Ausschussvorsitzender Bernd Neumann (CDU) ergänzte, der Sportverein habe angeregt, zunächst eine Sanierung der Duschräume und Umkleidekabinen anzugehen und sich später der Sozialräume zu widmen. Auch sei eine Sanierung in mehreren Bauabschnitten denkbar.

Das bestätigt TSV-Vorsitzender Hans Detlef Thiesen auf Nachfrage. An eine Umsetzung der Pläne aus dem Jahre 2013 sei nicht zu denken. „Das ist gar nicht bezahlbar. Wir müssen da viel abspecken.“ Als nicht mehr zu retten sieht er einen Teil des Gebäudes an. Dieser müsse wohl, ebenso wie das Kassenhäuschen, abgerissen werden. Erhalten bleiben soll in jedem Fall der später erfolgte, in Richtung Gotteskoogstraße gelegene Anbau. Mit der Idee von Wilfried Bockholt, teilzusanieren und einen wesentlich kleineren Zweckbau zu errichten, ist Thiesen auf ganzer Linie einverstanden.

Jetzt geht es noch um das Wann. Priorität bei Niebülls Sportanlagen haben die Südtondernhalle (hier steht die Entscheidung über einen Neubau oder eine Sanierung noch aus), die sanierungsbedürftige Halle 1 des Schul- und Bildungszentrums, an deren Kosten die Stadt anteilsmäßig in der Pflicht steht, sowie die Außenanlagen des Schul- und Bildungszentrums. In den Genuss einer Bezuschussung für sein Sportlerheim könnte der TSV unter Umständen erst in zwei oder drei Jahren kommen. Oder über einen Nachtragshaushalt 2016 beziehungsweise Mittel, die im Haushalt 2017 bereitgestellt werden. Dafür aber, so machte Wilfried Bockholt klar, müsse beim TSV die Struktur stimmen. Ein Gespräch Ende Januar/Anfang Februar mit Vertretern der Stadt sowie des Vereins soll all diese Fragen klären.

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