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Nordfriesland Tageblatt

06. Dezember 2016 | 15:11 Uhr

Jenseits vom Populismus

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

„Trump zum Trotz“: Seit anderthalb Monaten im Amt, setzt die neue Leiterin der Nordsee-Akademie bei ihrer Arbeit auf Weltoffenheit

Die Literaturwissenschaftlerin, Historikerin und Journalistin Dr. Ariane Huml hat am 1. Oktober die Leitung der Nordsee-Akademie in Leck übernommen. Basel, Rom, London, Berlin: Was ihre berufliche Laufbahn angeht, ist die 50-Jährige schon weit herumgekommen. Lange Jahre war sie als Dozentin an der Universität Freiburg tätig und hat in Berlin für verschiedene Rundfunksender gearbeitet.

Frau Dr. Huml, Sie sind nun rund anderthalb Monate im Amt. Können Sie schon erste Eindrücke schildern?
Dr. Ariane Huml: Ich fühle mich sehr wohl an der Nordsee-Akademie, nicht zuletzt, weil ich auf ein freundliches, eingespieltes und professionelles Team zurückgreifen kann. Wir arbeiten sehr harmonisch zusammen und haben viel Spaß an der Arbeit. Mein Vorgänger Oke Sibbersen steht mir zudem das nächste halbe Jahr noch mit Rat und Tat zur Seite, was sehr erfreulich ist.

Die Akademie hält ein breites Spektrum an Bildungsangeboten in den Bereichen Kultur, Politik und Begegnung sowie berufliche Weiterbildung bereit. Knüpfen Sie daran an und welche neuen Ideen haben Sie?
Viele Angebote haben sich bewährt, die weitergeführt werden. Aber es wird auch Neues hinzukommen, so beispielsweise die Ausweitung in Richtung Medien. Wir sind dabei, gemeinsam mit dem SWR und NDR ein deutsch-skandinavisches Musikfestival zu organisieren. Ebenso wollen wir auf Dauer politische Weiterbildungsseminare veranstalten, bei denen Menschen zusammenkommen, die offene und liberale Ansichten vertreten, die unsere Werte stärken und den Mut haben, dafür einzustehen. Nicht zuletzt „Trump zum Trotz“ ist es unser Ziel, ein offenes, vielfältiges Programm zu gestalten, das sich jenseits vom Populismus unserer Tage bewegt.

Wie positionieren Sie die Nordsee-Akademie in der Nachbarschaft zu Skandinavien?
Wir haben bereits eine enge Kooperation zur schwedischen Volkshochschule in Jönköping. Künftig werden wir jährlich ein skandinavisches Land in den Mittelpunkt stellen, um die Verbindungen zu stärken und sich besser kennenzulernen. Geplant ist zum Beispiel ein Sommertheater mit deutschen und dänischen Laiendarstellern.

Sie kommen aus der „weiten Welt“ und bringen auch durch Ihre journalistischen Tätigkeiten entsprechende Kontakte mit. Wie wollen Sie diese nutzen?
Gerne hole ich meine Kontakte, die ich über die Jahre gesammelt habe, nach Leck. Dabei kann ich aus dem Vollen schöpfen und das vielfältige Programm der Akademie noch um einiges erweitern. Ich freue mich darauf, Dänemark zu entdecken und meine guten Kontakte nach Schweden, Norwegen und Lappland zu vertiefen. Konkret möchte ich jungen Dokumentarfilmern von der Filmhochschule Ludwigsburg eine Chance bieten, an der Akademie ihr Wissen zu erweitern.
Was verbindet Sie mit der Nordsee Akademie? Warum haben Sie sich für Leck entschieden und werden Sie hier sesshaft?
Meine Urgroßmutter und Großmutter kamen aus Süderlügum und mein Vater war Pilot und Fluglehrer beim Aufklärungsgeschwader 52. Ich bin zwar in Nordrhein-Westfalen geboren, als Kind erst in Uetersen und dann in Freiburg aufgewachsen, habe aber immer eine enge Verbindung zu dieser Region gehabt. Die Sehnsucht, in den Norden zu ziehen, war immer da. Ich mag die Gegend und die Art der Leute. Leck gefällt mir sehr gut, weil es viele Angebote auf kleinem Raum bietet und in der Nähe zu beiden Meeren liegt. Die Nordsee-Akademie mit seinem Seepferdchen als Logo hat mich sofort angesprochen, das Konzept und die Möglichkeiten überzeugt. Nun fühle ich mich als Glückspilz, hier in der Region arbeiten zu dürfen, und ich bin dankbar, Oke Sibbersen noch als Berater an meiner Seite zu haben.

Frau Dr. Huml, verraten Sie Ihre Hobbys?
Die Literatur ist mein Steckenpferd. Außerdem bin ich gern in der Natur, wandere an der frischen Luft, fahre Kanu, entspanne mich beim Yoga. Ich spiele klassische Gitarre und singe gern. Jahrelang habe ich in einer Rockband gespielt. Musik ist für mich Ausdruck des Lebens.



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erstellt am 14.Nov.2016 | 16:40 Uhr

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