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Nordfriesland Tageblatt

30. Mai 2016 | 20:22 Uhr

Lesung : Hochspannung in der Stadtbücherei

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Erfolgsautorin Sabine Thiesler las in Niebüll zum ersten Mal überhaupt Passagen aus ihrem neuen Thriller „Und draußen stirbt ein Vogel“.

Licht aus. Das Handy auch. Der Wunsch, mucksmäuschenstill zu lauschen, erfüllte sich von selbst. In der Stadtbücherei las Sabine Thiesler. Sabine Thiesler? Ist das nicht die, die so viele Krimis geschrieben hat und jüngst in der Autoren-Championsleague des „Spiegel“ auf Platz 8 rangierte? „Die ist es", sagte sich Ronald Steiner und holte sie in die Bücherei. Und am Donnerstagabend war sie da. Ein Glücksgriff, sollten alle erkennen, die ihr andächtig zuhörten, als sie einige neugierig machende Seiten aus ihrem Thriller mit dem Titel „Und draußen stirbt ein Vogel“ las. Seiten, die gerade mal so viel hergaben, dass dieser Buchtitel auf den Einkaufszettel des nächsten Tages gehört.

Zur Person der Autorin, bei der unter Berufsbezeichnung auch Synchronsprecherin und Schauspielerin steht: Ihre Wiege stand 1957 in Berlin-Wilmersdorf, Vater Regisseur, Mutter Lehrerin. Nach der Schulzeit, in der Deutsch ihr Leistungs- und Lieblingsfach war und Schreiben bevorzugtes Faible, studierte sie Germanistik und Theaterwissenschaften, stand mit Wolfgang Gruner auf den Brettern der „Stachelschweine“, arbeitete auch einige Jahre als Schauspielerin, schrieb Theaterstücke und eine Reihe von Drehbüchern sowie etliche Folgen für „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ und schließlich Romane. Debütroman war „Der Kindersammler“.

Mittlerweile zählt sie längst zu den Krimiautoren, in deren Reihe sie sich mit ihren Titeln auch auf die Bestsellerlisten hochschrieb. Jetzt lebt die gebürtige Berlinerin in einem nordfriesischen Grenzdorf weit oben auf der Landkarte, macht aber auch Urlaub in der sonnigen Toscana, wo ihr aktueller Roman auch spielt. Nordfriesland und Toscana? Einige ihrer Zuhörer der Lesung wollten wissen, warum sie ausgerechnet hierher gezogen ist. „Weil mir das tierisch gute Wetter in der Toscana auf den Geist ging – und daraus Heimweh nach Nordfriesland entstand“, scherzte sie.

Doch zu den Passagen ihres neuen Romans, die mit einer Lesung beginnen, in der Rina Kramer (Hauptperson ihres Thrillers) noch einmal in Aktion vor Publikum tritt, bevor sie sich in ihr Urlaubsdomizil in der sonnigen Toscana zurückzieht. Dorthin verfolgt sie Manuel, ihr heimlicher Stalker, der bei ihrer letzten Lesung im Publikum saß. Manuel schafft es, sich in ihrer Nähe einzumieten – übrigens mitsamt seiner zahmen Ratte „Tony“. Er schafft es auch, in Kontakt zu ihr zu gelangen. Und nicht nur das. Er gibt zu erkennen, dass er alle ihre Bücher kennt. Das ist ihr langsam unheimlich. Dann ist auch noch ihr Sohn Fabian mit im Spiel, der von einer Tour nicht zurückkommt.

Und dann eskaliert das Geschehen. Rina Kramer macht sich auf die Suche nach dem Sohn. Sie wird von Manuel überfallen und in einen Keller gesperrt, in den sich auch die von Manuel geliebte Ratte verirrt. Rina und Ratte schaffen es, aus dem Keller zu kommen. Rina gelingt es, ins Auto zu gelangen, um loszufahren und ihren Sohn zu finden. Als sie den Wagen starten will, spürt sie ein Messer an der Kehle. Die Spannung nähert sich dem Höhepunkt. Dabei sollte es auch bleiben. Denn: Hier endete Sabine Thiesler mit der Lesung – der ersten übrigens zu ihrem neuen Buch, auf dessen nächsten Seiten die Spannung zu bersten droht.

„Das ist so üblich bei solchen Lesungen, in denen das Ende, wie immer es auch ausgehen mag, nicht verraten wird.“ Sabine Thiesler hat ihre Leser auf die Spur gebracht. Aber führt diese nicht womöglich in die Irre? Man wird es herausfinden – in weiteren übrigens gut, flüssig, bildhaft und lecker geschrieben Passagen bis zur letzten Seite.

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erstellt am 23.Jan.2016 | 14:00 Uhr

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