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Nordfriesland Tageblatt

08. Dezember 2016 | 12:53 Uhr

Heute und morgen: Drei Mal Literatur erleben in Leck

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Eine neue Runde der Reihe „Literatur erleben!“ startet heute, 19. April, in der Druckerei CPI Clausen & Bosse (Birkstraße 10) in Leck in Zusammenarbeit mit der Bücherei Leck, der Buchhandlung Brendel und der Nordsee-Akademie. Mit Andrea Paluch und Frank Trende werden heute gleich zwei Autoren aus ihren Werken lesen, am morgigen Mittwoch, 20. April, folgt die nächste Literaturrunde mit Sängerin Isabel Varel. Beginn der Lesungen ist jeweils um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.

Wie ist es, das Landleben? Unspektakulär, trist, langweilig? Nein, ganz und gar nicht. In „Wundervolles Dorfleben“ zeigt Andrea Paluch, vielen bekannt als Schriftstellerin und sh:z-Kolumnistin, mit großer Sympathie und feiner Ironie, dass es in Schleswig-Holstein so manches Dorf-Wunder zu entdecken und zu bestaunen gibt. Ihre sechsköpfige Familie wohnte zehn Jahre lang in einem Dorf, wo die Kinder in der Natur aufwuchsen. Andrea Paluch bindet die Fülle ländlicher Blüten zu einem Strauß bunter Geschichten zusammen. Mit dem unverstellten Blick der Zugezogenen beschreibt sie das Dorf in all seiner unbekümmerten Großherzigkeit. Die staunend beobachteten Anekdoten laden ein zum Wiedererkennen und Mitschmunzeln.

Frank Trende präsentiert Auszüge aus seinem Buch „Neuland! war das Zauberwort. Neue Deiche in Hitlers Namen“. Sein Buch ist laut Ankündigung „die längst fällige Auseinandersetzung mit einem wichtigen zeithistorischen Ereignis in Schleswig-Holstein. Es zeigt, mit welchen Methoden die Nationalsozialisten Landgewinnung und Siedlungsbau zu Instrumenten der Verführung machten.“ Als ab 1933 die Nationalsozialisten regierten, schufen sie mit dem Adolf-Hitler-Koog, dem heutigen Dieksanderkoog, ein Landgewinnungsvorhaben, das zu einem propagandistischen Vorzeigeobjekt allerersten Ranges wurde. Höhepunkt der propagandistischen Inszenierung der Neulandgewinnung war der Besuch Hitlers im Jahr 1935.

Der neue Koog war Auftakt zu einem Plan des Gauleiters Hinrich Lohse, der in zehn Jahren 11  000 Hektar Neuland in Schleswig-Holstein schaffen sollte. Mit Bildreportagen, Filmen und Rundfunksendungen wurden der Adolf-Hitler-Koog und seine Besiedlung „reichsweit“ bekannt gemacht. Die „friedliche Lebensraumgewinnung“, die Neubildung „deutschen Bauerntums“ und die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit wurden miteinander verknüpft, die „Blut-und-Boden“-Ideologie nahm Gestalt an und wurde zu Werbezwecken vorzeigbar gemacht.

Frank Trende, Ministerialrat, ist Jahrgang 1963 und Autor zahlreicher Beiträge und Bücher zur Landeskunde und regionalen Kulturgeschichte. Der Autor wuchs im Dieksanderkoog auf.

Warum es sich lohnt, niemals ganz erwachsen zu werden – das will Isabel Varell mit ihrem Buch „Mittlere Reife“ zeigen. Zur Lesung gibt es auch Musik. „Sie strahlt auch mit Mitte 50 eine jugendliche Begeisterungsfähigkeit und einen Optimismus aus, die ansteckend wirken“, heißt es zu ihrem autobiografischen Werk. Und das, obwohl sie in ihrem Leben schon so einige Herausforderungen meistern musste. Mutig, ehrlich, fröhlich und manchmal nachdenklich blickt sie auf prägende Lebenssituationen zurück: ihre ersten Versuche als Sängerin, ihre turbulente Beziehung und Ehe mit Drafi Deutscher, von der sie hier erstmals erzählt, ihre Entscheidung, beim Dschungelcamp mitzumachen oder ihr ehrenamtliches Engagement im Hospiz. „Es gab Situationen, die sie fast umgeworfen haben, aber immer wieder hat sie es geschafft, aus den Krisen etwas Wertvolles fürs Leben mitzunehmen.“










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erstellt am 18.Apr.2016 | 12:07 Uhr

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