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Nordfriesland Tageblatt

24. Juli 2016 | 14:48 Uhr

Schnitzeljagd in Nordfriesland : Geocaching – Gefahr für die Vögel im Langenberger Forst

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Im Langenberger Forst werden immer öfter künstliche Nistplätze für Geocaching zweckentfremdet. Förster Jörn Frank mahnt zu mehr Umsicht.

Der Langenberger Forst ist mit rund 1000 Hektar der größte Wald in Nordfriesland und einer der beliebtesten im Norden. Ungezählte Spaziergänger suchen in ihm Erholung – und andere kleine Schätze. Gegen Letzteres ist nichts einzuwenden, wenn denn alle Regeln befolgt werden beim Geocaching, einer modernen Schnitzeljagd. „Natürliche wie auch künstliche Nisthilfen müssen als Versteck tabu bleiben“, bittet Förster Jörn Frank unter anderem eindringlich, auf die Natur Rücksicht zu nehmen.

Die Satellitentechnik macht eine elektronische Schatzsuche möglich und findet immer mehr Anhänger: Geocaching heißt das Modewort für das Hobby im Freien. Mit Navigationsgeräten oder modernen Handys geht es ab in die Umwelt auf die Suche nach kleinen „Schätzen“, den Caches. In einer geschützten Schachtel wird ein Give-away mit einem Logbuch, in dem man sich eintragen kann, versteckt an Orten, die so vielfältig sind wie die Möglichkeiten: beispielsweise unter einer Parkbank, an einem Laternenpfahl, einer Skulptur, einem Baum – in der Stadt, auf dem Land oder im Wald. Der Schatz (Give-away) ist dabei Nebensache, das Finden und sich eintragen in ein Logbuch sind dagegen das Reizvolle.

„Eine schöne Sache, wenn die Menschen ihre Umwelt entdecken“, bewertet Jörn Frank diese Freizeitbeschäftigung. Dennoch berge dieses Spiel gewaltiges Konfliktpotenzial: „Zum Beispiel dürfen keine Nägel in Bäume geschlagen werden. Baumhöhlen und Nisthilfen sind zwar gute und reizvolle Verstecke, aber in erster Linie wichtige Nist-, Rückzugs- und Lebensräume von Tieren.“ Er selber verwende teure ‚Alu-Nägel und suche die Bäume, an denen eine Nisthilfe angebracht werden soll, vorher nach besonderen Kriterien aus. Nicht nur einmal hat der Förster solche Verstöße in seinem Revier entdeckt und „fremde“ Kästen entfernen müssen. Weiter gibt er zu bedenken, dass Pflanzen und Tiere auch in schönen und abgelegenen Landschaftsstellen häufig letzte Rückzugsgebiete finden und weite Waldflächen deshalb verschiedenen Schutzkategorien unterliegen. Auch das Suchen von Caches kann zur Störung werden. „Dass Waldwege von den Menschen genutzt werden, wissen die Tiere. Das Begehen der Fläche dagegen bringt ungewohnte Unruhe“, warnt Jörn Frank. Im Logbuch eines Caches gab es gar Eintragungen um Mitternacht: „Nachts gehört der Wald den Pflanzen und Tieren allein.“

Deutlich hebt der Förster hervor, dass es sicher keinen Waldbesitzer und Förster gebe, der diese moderne Schnitzeljagd untersagt. Es dürfe aber nicht zu Konflikten mit anderen Waldnutzern kommen, keine Beschädigungen an Bäumen, Erholungseinrichtungen oder anderen Dingen vor Ort entstehen, keine Rechtsverstöße gegen Wegegebot, Brut- und Setzzeit sowie Naturschutz begangen werden. Außerdem dürfe es sich nicht um gewerbliche oder organisierte Veranstaltungen handeln. „Die Owner, also diejenigen, die die Schätze verstecken, sollten in jedem Versteck für den Grundeigentümer eine Kontaktmöglichkeit hinterlassen“, bittet Jörn Frank um Verständnis.

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erstellt am 08.Jan.2015 | 05:00 Uhr

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