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Nordfriesland Tageblatt

24. Mai 2016 | 15:45 Uhr

Zukunft der Klinik Niebüll vorerst gesichert : „Für den Moment können wir uns freuen“

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Niebülls Bürgermeister Wilfried Bockholt kommentiert die gestrige Entscheidung des Husumer Kreistages.

„Wir können uns freuen! Aus Sicht der Stadt Niebüll und des nördlichen Nordfriesland ist die Kuh damit im Moment vom Eis“, kommentierte Niebülls Bürgermeister Wilfried Bockholt (Foto) gestern Abend in einer schriftlichen Stellungnahme die Abstimmung des Kreistages in Husum zur Zukunft des Klinikums Nordfriesland und der Klinik Niebüll. Und weiter: „Wer eines der rund 800 roten „X“ stehen hat, sollte es dennoch (nicht nur aus Umweltschutzgründen) nicht als Brennholz verwenden. Es könnte ohne Weiteres wieder aktiviert werden müssen. Denn im grünen Bereich ist trotz der heutigen Beschlüsse vieles noch nicht. Und die Gestaltung der Zukunft beginnt für die Verantwortlichen schon heute. Aber für den Moment können wir etwas Luft holen und uns freuen, dass in Niebüll auch die Geburtshilfe bleibt, die HNO bleibt, die Intensiv nicht runtergefahren wird, das Haus 24 Stunden rund um die Uhr für Aufnahmen und Notfälle die Türen offen hat.“

Er für seinen Teil könne nur Danke sagen an all diejenigen, die sich in den Diskussions-Prozess eingebracht haben, so Bürgermeister Bockholt weiter. Jede und Jeder an der Stelle, wo sie/er stehe und etwas bewirken könne. Fraktionsübergreifend gedankt worden sei im Kreistag Thomas Nissen, Vorsitzender der SPD-Fraktion, „der sich sachlich, umfassend und tiefgehend – wenn nicht sogar tieftauchend– in die Materie eingearbeitet habe und maßgeblich an der Formulierung des Untersuchungsauftrages und der Beschlussformulierung, wie sie heute verabschiedet wurde, beteiligt war. Aber ich weiß auch, was seit Anfang November 2015 über die Tische und Tastaturen von anderen aus den Regionen im Kreisgebiet gelaufen ist. Im Amt, bei mir, im Ehrenamt und bei Kollegen. Es ist ein Ergebnis aus dem Zusammenspiel von ganz viel Aktivität – bis hin zur Bürgerinitiative ,Klinik in Not‘. Die Bürgerinitiative konnte laut sein und war laut. Aber nie im negativen Sinne lautstark. Das, was die Bürgerinitiative auf die Füße gestellt hat, ist sehenswert und verdient Lob und Anerkennung.“

Bockholt macht deutlich, dass die Arbeit und Aufmerksamkeit für das Thema weitergehen muss: „Auch wenn ich O-Töne aus den Statements im Kreistag von heute aufnehme, werden wir alle am Ball bleiben müssen. Auch politisch.“ Es gehe um Gerechtigkeit in der Finanzierung der Leistungen von Krankenhäusern, Differenzierung der Vergütung nach ländlichen und verdichteten Räumen, Einforderung der Investitionsverpflichtungen des Landes. „Wir als Städte und Gemeinden werden gemeinsam mit unserem Kreis und anderen Kreisen in ländlichen Regionen viel lauter werden müssen. Laut werden für eine Anpassung des Fallpauschalen-Systems an Versorgungsnotwendigkeiten des ländlichen Raumes. Fallpauschalen, die auskömmlich sind und anerkennen, dass der ländliche Raum gar nicht die Spezialitäten bündeln kann, von denen alle als Erfolgsfaktoren reden. Fallpauschalen, die so auskömmlich sind, dass auch ein Haus der Grund- und Regelversorgung in einem Flächengebiet wie Nordfriesland eine schwarze Null schreiben kann. Fallpauschalen, die anerkennen, dass die privaten Häuser sich überwiegend auf gewinnbringende Spezialitäten ausrichten und die schlecht vergütete Grund- und Regelversorgung als Element der Daseinsvorsorge den öffentlichen Aufgabenträgern überlassen.“

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erstellt am 24.Mär.2016 | 05:30 Uhr

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