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Nordfriesland Tageblatt

31. August 2016 | 16:16 Uhr

Spaßtour : Frohsinn im Namen des Kohls

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Mit einem Sieben-Kilometer-Marsch sowie viel Spaß und Gemeinschaftsgefühl wird in der Wiedingharde kaliumreichem Kulturgemüse gehuldigt

Mit Bollerwagen, Warnwesten und ausgesprochen guter Laune machten sich am Wochenende die Teilnehmer der Wiedingharder Kohltour auf, um ihre neuen Regenten zu küren – und gemeinsam jede Menge Spaß zu haben. Der in Niedersachsen und Bremen allseits beliebte Brauch der Kohltouren oder Kohlfahrten war in unserer Region gänzlich unbekannt, obwohl auch hier das Grünkohlessen als besonders leckere regionale Spezialität gilt.

Das änderte sich vor drei Jahren, als die in Bremen geborene und in Niedersachsen groß gewordene Geschäftsführerin des Informationszentrums Wiedingharde in Klanxbüll, Carola Steltner, gemeinsam mit ihrem damaligen Lebenspartner Patrick Brückner und sechs weiteren Helfern die erste Wiedingharder Kohltour veranstaltete. Spontan beteiligten sich fast 30 Personen, um nach einem mehrstündigen Marsch mit allerlei lustigen Spielen das erste Kohlkönigspaar des „Hoheitsgebietes Wiedingharde“ zu krönen.

Seitdem erfährt dieses jährliche Event immer mehr Zuspruch und hat sich fest im Terminkalender etabliert, sodass sich dieses Mal mit dem Vorjahreskönigspaar und deren Gefolge schon 60 Personen im Alter von zwei bis 70 Jahren an der Kohltour beteiligten. Darunter auch dank Sponsoren sechs derzeit in Aventoft-Rosenkranz beheimatete Flüchtlinge.

Die meisten Wanderer waren mit Warnwesten und zum Teil mit Handlampen ausgerüstet. Vom Treffpunkt bei den Klanxbüller Stuben wurde der Tross angeführt von Pony „Schlumpfi“ der Familie Petersen vom Agathenhof, das in der Kutsche die kleinsten Kohltour-Teilnehmer zog. Die Wanderstrecke führte gut sieben Kilometer durch Klanxbüll und wieder zurück. Ein aus eigener Kraft gezogenes vierrädriges Versorgungsgefährt in Form von selbst gebautem Bollerwagen mit Anhänger sorgte unterwegs für reichlich Proviant mit Heißgetränken oder auch Hochprozentigem. Deshalb waren für die meisten Teilnehmer Becher und Schnapsglas, teils mit einem Tüdelband um den Hals gehängt, von besonderer Wichtigkeit. Hier war Kreativität gefragt, denn für die originellsten Trinkgefäße gab es Extra-Punkte. Chef-Organisatorin Carola Steltner ging mit gutem Beispiel – aber außer Konkurrenz – voran, denn sie nutzte einen verzierten Regenmesser als Punsch-Tasse.

Am Start wurden sechs Gruppen gebildet mit den Namen Frösche, Enten, Katzen, Schweine, Affen und Kühe. Jux und Tollerei am Wegesrand mit Punschpausen sowie allerlei klassischen Kohlspielen und Klamauk sorgten für Spaß und Kurzweil. So musste jede Gruppe fünf Personen benennen, die in einem Bigbag zum Sackhüpfen gegen einander antraten. Das gestaltete sich unter lauten Anfeuerungsrufen gar nicht so einfach und so mancher landete im nassen Schnee, bevor die richtige Technik herausgefunden wurde. Im Dykensweg maß man sich im Luftballontreten und Köpfchen war am Feuerwehrhaus beim Buchstaben-Mix gefragt. In Oster-Klanxbüll hieß es „auf zum Gummistiefel-Zielwurf“. Um sich Gehör zu verschaffen, riefen die entsprechend gekleideten Organisatorinnen: „Achtung – Achtung: eine wichtige Glückskäfer-Durchsage“, und die Meute musste diesen Satz lautstark mitrufen.

Überhaupt standen der Spaß und Gemeinschaftssinn der Gruppen im Vordergrund. Das setzte sich beim Finale in den Klanxbüller Stuben fort, wo bei der letzten Aufgabe die Montagsmaler gefragt waren. Denn nach dem obligatorischen gemeinsamen Grünkohlessen mit „Verdauer“ wurde das neue 4. Wiedingharder Kohlkönigspaar 2016 inthronisiert. Die Regentschaft für ein Jahr übernahmen Stefanie Selchow aus Neukirchen und Marco Zorn aus Klanxbüll. Die Trinkbecher von Lena Erichsen, Marcus Vollertsen, Claus von Essen und Mascha Davids wurden zu den originellsten gekürt, dafür dürfen sich die vier im nächsten Jahr an der Organisation beteiligen.

Entsprechend dem Event wurden noch so allerlei lustige Titel vergeben, wie größter Kohlvielfraß, fleißigste Punschbiene, die unterwegs immer für Nachschub sorgte, stärkstes Bollerwagen-Zugpferd, Spielfuchs für die besten Spielstrategien, lautester Brüllaffe oder Kinderspaßvögel. Caroline Dieterich wurde als bestes Sprachchamäleon für das gute Dolmetschen ausgezeichnet und Ahmad als Gute-Laune-Bär.


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erstellt am 25.Jan.2016 | 07:15 Uhr

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