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Nordfriesland Tageblatt

07. Dezember 2016 | 21:18 Uhr

Freibad wird zur Großbaustelle

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Sanierung im großen Stil kostet mindestens 400 000 Euro / Neues Becken wird aus Kostengründen etwas schmaler ausfallen

„Mehr als 700  000 Euro – bei der Summe mussten wir echt schlucken.“ So beschreibt Klixbülls Bürgermeister Werner Schweizer die Reaktion auf einen von zwei Kostenvoranschlägen, die vor kurzem im Bauausschuss präsentiert wurden. Beide betreffen das im Jahr 1972 eröffnete Freibad der knapp 1000 Einwohner zählenden Gemeinde, das vor einer grundlegenden Sanierung steht.

„Sichtbares Zeichen dafür sind die reichlichen Wasserverluste“, sagt Schweizer. Diverse Leitungen, das Becken und Kinderbecken sowie die Schwallrinnen sollen erneuert sowie die Chlorierung auf den neusten Stand gebracht werden. Zudem muss ein neuer Schwalltank für das per Biogasanlage auf angenehme 28 Grad Wassertemperatur beheizte Bad gebaut werden.

Mit Kosten von rund 400  000 Euro hatten die Gemeindevertreter für dieses Großprojekt gerechnet. Doch mit dieser Summe geht die Rechnung nur dann auf, wenn das Becken verkleinert und dadurch Platz für den neuen Schwalltank geschaffen wird. Wenn für diesen noch ein eigenes Gebäude errichtet werden muss, werden mehr als 700  000 Euro investiert werden müssen. Für beide Varianten legte ein auf den Bau von Bädern spezialisiertes Ingenieurbüro aus Heide im Fachausschuss, an dem auch alle Gemeindevertreter teilnahmen, einen Kostenvoranschlag vor. „Wir haben uns im Ausschuss klar für die günstigere Lösung ausgesprochen“, sagt Schweizer. Die 700  000-Euro-Lösung wäre für die kleine Gemeinde nicht tragbar, zumal das Bad schon ein jährliches Defizit zwischen 40  000 und 60  000 Euro verursacht. Folge: Die Länge von 25 Metern bleibt erhalten. Doch die Breite von derzeit rund 15 Metern wird um ein bis zwei Meter verringert werden müssen.

„Pro Einwohner gerechnet, erzeugt unser Bad ein größeres Defizit als das in Leck – dennoch kommt eine Schließung für uns derzeit nicht in Frage“, betont der Bürgermeister. Dafür sei die Bedeutung des jährlich 100 Tage geöffneten Freibades zu groß. „Jedes Kind, das unsere Grundschule verlässt, kann schwimmen – laut DLRG ist das landesweit leider zur Ausnahme geworden“, sagt Schweizer. Neben der intensiven Nutzung der Grundschule steht das Bad auch für Kinderschwimmlehrgänge, Aktionen des Lecker Ferienpasses und für das Training der Triathleten zur Verfügung. Dazu komme der öffentliche Badebetrieb. „Das Bad hat als Treffpunkt und als Ort der sportlichen Betätigung für alle Generationen eine große Bedeutung, daher möchten wir es unbedingt erhalten“, betont Werner Schweizer.

10 000 Euro hat die Gemeinde bereits für eine genaue Untersuchung des Bades investiert. „Nun kommt es darauf an, mit Hilfe der Experten des Ingenieursbüros die Förderfähigkeit sicher zu stellen“, sagt Schweizer. 50 Prozent, maximal aber 250  000 Euro aus dem Topf der Sportstätten- und Badbauförderung des Landes könnten nach Klixbüll fließen. Aber auch die verbleibende Summe von mindestens 150  000 Euro seien für die kleine Gemeinde ein finanzieller Kraftakt. „Wenn wir den Kauf eines neuen Feuerwehrfahrzeuges für rund 300  000 Euro noch ein Jahr schieben können, werden unsere Rücklagen noch ausreichen. Wenn nicht, werden wir finanzieren müssen“, sagt der Bürgermeister, der größten Wert darauf legt, finanziell als Gemeinde weiter eigenständig agieren zu können, denn: „Würden wir zu einer Bedarfsgemeinde, würde das defizitäre Freibad sofort geschlossen werden.“

Wird die laut Schweizer „ziemlich große Sanierungsaktion“ bis zum Start der Badesaison 2017 abgeschlossen sein? „Wir hoffen es. Falls sich die Saison durch die Bauarbeiten zu sehr verkürzen würde, werden wir damit erst nach Ende der kommenden Badezeit beginnen“, kündigt der Bürgermeister an.

Mit der Besucherzahl von 8500 Gästen in diesem Sommer zeigt er sich zufrieden, unterstreicht aber auch, dass ein deutliches Plus möglich wäre. „Unser Freibad ist auch ein schöner Anlaufpunkt für Urlauber und die Bewohner der umliegenden Dörfer“, betont Schweizer, „daher würde ich mir mehr überregionale Werbung wünschen, zum Beispiel im Rahmen des Tourismuskonzepte des Kreises.“  

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erstellt am 26.Sep.2016 | 14:21 Uhr

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