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Nordfriesland Tageblatt

10. Dezember 2016 | 06:07 Uhr

Für Kunstkenner : Fabelhafte Wesen treffen auf Kontraste

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Ab kommenden Freitag bietet das Richard-Haizmann-Museum eine Doppel-Ausstellung mit den Künstlern Gudrun Piper und Abi Shek

Der „Kunsttempel Nr.1“ in der Stadt hat wieder etwas zu bieten: diesmal zwei gegensätzliche Ausstellungen, die am Freitag, 2. Dezember, um 20 Uhr eröffnet werden. Das Richard-Haizmann-Museum ist aktuell wie nie, allerdings aus einem eher traurigen Anlass. Die bekannte Konstruktivistin Gudrun Piper, die noch 2008 hier ausstellte, ist vor wenigen Wochen mit fast 100 Jahren gestorben. „Eine beeindruckende Künstlerin. Bis zuletzt hat sie gearbeitet, sie strotzte förmlich vor kompositorischen Feingefühl, Innovation, Eleganz und innerer Kraft“, teilt Museumsdirektor Dr. Uwe Haupenthal mit. Er hat gemeinsam mit der Tochter 40 Arbeiten im Wedeler Atelier ausgesucht, um sie in Niebüll aufzuhängen.

Das Wesentliche an ihrer Arbeit: Form und Farbe in Ausgleich in Harmonie zu setzen, immer ein ästhetischer Aufbruch. Ihr Ordnungsmuster ist zunächst die quadratische Rasterstruktur. Vom rechtwinkeligen Relief fand sie den Weg zu immer neuen Konstellationen wie aus variierten Zahlenreihen abgeleitete Bildfindungen. „Der Mensch entfernt sich von der spektakulären Welt, um Ruhe in der seriellen Kunst zu finden“, lautete ihr Credo. Es sind Bilder, die den Betrachter zum ruhigen Anschauen zwingen. „Die Besucher können sich dann von den Bildern leiten lassen, es ist ein großes Vergnügen, diese Bilder zu sehen“, weiß Dr. Uwe Haupenthal. Gudrun Piper und ihr Mann Max Mahlmann stellten gemeinsam bereits 1990 im früheren Niebüller Rathaus und heutigen Museum aus; sie waren eng befreundet mit dem Niebüller Konstruktivisten Andreas Brandt. Dadurch kam das Künstlerehepaar des öfteren nach Niebüll. „Andreas Brandt hat damals als kommissarischer Leiter die Ausstellung realisiert“, sagt Dr. Uwe Haupenthal.

Die circa 30 Werke der Künstlerin stammen aus den letzten 15 Jahren, sie werden außer der Reihe gezeigt. Die Ausstellung findet im 1. Stock des Museums Platz. Der pure Gegensatz ist die zweite Ausstellung: Das Museum wird unversehens zur Steinzeithöhle. Tierbilder bevölkern die Wände. Ein überraschender Effekt: Ein Geweih aus schwarzer Tusche fließt in die schwarzen Konturen von Hals und Kopf und lässt die Umrisse eines Hirsches erkennbar werden. Dieser wunderbare Holzschnitt auf weißem Hintergrund ist zweidimensional, und dennoch wirkt der Hirsch, als bewegte er sich in einem Raum. Denn der Künstler Abi Shek hat das Tier nicht nur abgebildet, sondern lässt es in seiner natürlichen, nicht arrangierten Haltung geradezu lebendig wirken. „Er gibt den Tieren eine Seele“, sagt Haupenthal.

Diese Beseelung der Sheckschen Tierwelt steht in einer Tradition zu Richard Haizmann, der sich als Tierbildhauer einen Namen gemacht hat. „Shek ist noch unbekannt im Norden, gleichwohl verdient er Anerkennung“, ist sich der Museumsleiter sicher. Die beiden Ausstellungen sind bis zum 14. Januar im Richard-Haizmann-Museum zu den üblichen Öffnungszeiten dienstags bis freitags, 11 bis 16.30 Uhr (Sonnabend 11 bis 13 Uhr) zu sehen. Heiligabend, Weihnachten, Silvester und Neujahr ist das Museum geschlossen.

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erstellt am 25.Nov.2016 | 16:28 Uhr

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