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Nordfriesland Tageblatt

04. Dezember 2016 | 07:15 Uhr

Filmemacher in Emmelsbüll-Horsbüll : Einmal aus dem Alltag wegtauchen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Auf dem Gelände des „Watt’nSound-Studio“ können Jungfilmer im September beim „Outdoor-Filmcamp“ ihre Kreativität ausleben

Das alte Haus (ehemals eine Schule), der große Garten, Felder, hohe Bäume und die Ruhe – das alles sind beste Voraussetzungen für junge kreative Musiker – und Filmemacher. In der Zeit vom 1. bis 4. September (Donnerstag bis Sonntag) findet im „Watt’nSound-Studio“ das Outdoor-Filmcamp 2016 statt. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 12 und 18 Jahren treffen sich hier, um sich inspirieren zu lassen, Fantasien auszuleben und die Ergebnisse auf DVDs zu bannen. Tipps gibt es von Eugen Heimböckel, der 34-jährige gebürtige Husumer und gelernte Pädagoge ist Spezialist für Foto- und Videografie (www.heimboeckel.com), sowie Natalie Kujawa aus Langenhorn, derzeit FKJ-lerin im Kulturbüro Niebüll. Die 19-Jährige übernimmt alle Planungen, ist jedoch schon auf dem Sprung. Am 1. August zieht sie nach Holm bei Wedel, um dort ihre Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau zu beginnen. Zumindest das Wochenende des Filmcamps möchte sie aber erleben. Alles weitere übernimmt ihre Nachfolgerin Lara Knigge aus Niedersachsen. Zum Team der Betreuer gehört Timo Jessen, Absolvent der Fachschule für Sozialpädagogik. Er ist auch für die Verpflegung der Teilnehmer verantwortlich.

Zum Camp: Die Teilnehmer – die Obergrenze liegt bei 15 – erarbeiten in Gruppen, die sich eigenständig bilden, ein Thema, das sie selbst wählen dürfen. Ideal sind Vierergruppen. „So kann man konzentrierter arbeiten und Ideen entwickeln“, sagt Natalie Kujawa. „Wir haben schon eine kleine Fangemeinde, die immer wieder teilnimmt.“ „Freunde treffen sich, die schon im vergangenen Jahr zusammengearbeitet haben“, ergänzt Eugen Heimböckel. „Hier bei uns leben sie sich kreativ aus. Auf Wunsch bieten wir bei Interesse dieses Mal auch eine Intensivgruppe an.“ Übernachtet wird, das war schon im vergangenen ausdrücklicher Wunsch der Teilnehmer, im Garten in Zelten. Das Equipment wie Kameras und die sonstige Ausrüstung stellt der Landesverband Jugend und Film (Scheersberg). Ingo Mertins wird in den vier Tagen dabei sein, um Tipps zu geben, wie man Ideen realisiert. Die Ergebnisse der jungen Filmschaffenden werden übrigens am letzten Tag im Ecks-Kino Niebüll präsentiert. Vorab ist geplant, das Camp im Kino mit einem schon fertigen, zweiminütigen Trailer zu bewerben – und zwar immer vor Spielfilmen, die Jugendliche interessieren.

Zum zweiten Mal geht das „Outdoor-Filmcamp“ ins „Watt’nSound-Studio“ – und das nicht ohne Grund. Die 1938 für die Kinder der umliegenden Bauernhöfe errichtete Schule mit dem besonderen Flair gehört der Musikerin Maike Christiansen (58). Gemeinsam mit ihrem 2012 verstorbenen Mann Jochen Hansen, einst Musiker in Rio Reisers Band „Ton Steine Scherben“, hat sie das Nebengebäude zu einem gemütlichen Wohnhaus umgebaut. Durch das Hauptgebäude weht noch die Atmosphäre der alten Schule. Im früheren Klassenzimmer wird geprobt, nebenan hat ein komplett eingerichtetes Tonstudio seinen Platz. „Es ist kein klassisches Studio, es geht auch um das Wegtauchen aus dem Alltag“, sagt Maike Christiansen. „Die Atmosphäre ist für mich unbezahlbar.“ Und genau das hat sich herumgesprochen. Seit 2004 wird das Studio regelmäßig von vielen Bands – aus der Region, hauptsächlich aber aus Hamburg, Berlin und Bayern genutzt. Maike Christiansen – sie hat 20 Jahre lang in Berlin gelebt – macht heute für Film- und Theaterbauten die vorbereitende Buchhaltung und Organisation. Bei den Bands, die hierher kommen, achtet sie darauf, dass es passt. „Es muss stimmig sein. So viele junge Menschen auf dem Hof – das finde ich spannend.“ Und: „Es ist ein Geschenk, hier wohnen zu dürfen. Ich möchte nicht woanders sein.“

 

Filmcamp: Jetzt anmelden

Anmeldungen nimmt ab sofort, spätestens aber bis zum 20. August, Natalie Kujawa im Kulturbüro an, Montag bis Freitag, 9 bis 12 Uhr, Telefon 04661/601720, E-Mail kulturbueroniebuell@freenet.de,    Kontakt ist  auch über  die Facebookseite des Kulturbüros möglich. Die Kosten betragen pro Teilnehmer 75 Euro.

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erstellt am 25.Jun.2016 | 07:00 Uhr

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