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Nordfriesland Tageblatt

10. Dezember 2016 | 19:32 Uhr

Oldie-Riders : Ein Tag im Biker-Paradies

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

In Süderlügum zeigten Liebhaber zweirädriger Maschinen die ganze Vielfalt ihres Hobbys – und fuhren gemeinsam durch Südtondern.

Viel Chrom und reichlich PS ließen die Herzen der Motorrad-Fans gestern in Süderlügum höher schlagen. Denn die örtlichen Motorradfreunde „Oldie Riders“ hatten unter der Schirmherrschaft des Handels- und Gewerbevereins (HGV) Süderlügum zu ihrem 7. internationalen Motorradtag auf dem Marktplatz eingeladen. Doch dieses Areal reichte bei Weitem nicht für die Stellflächen der Biker aus, und die Parkplätze der umliegenden Gewerbetreibenden mussten mit genutzt werden. Bei wiederum herrlichem Sonnenschein kam man an die Rekordzahl vom Vorjahr zwar nicht heran, aber es waren wieder an die 600 Motorräder fast aller Fabrikate und Arten vertreten. Diese kamen aus ganz Schleswig-Holstein und Dänemark, ja sogar aus Berlin und Calw (Baden-Württemberg) sah man Kennzeichen. In Reih und Glied standen die blank geputzten wertvollen Gefährte zum Bestaunen der zahlreichen Besucher aufgestellt. Kommentar einer Besucherin: „Hier steht ja heute ganz schön viel Kapital auf dem Platz!“

Werner Petersen aus dem dänischen Skærbæk war auf seiner 65 PS starken, rustikalen Harley-Davidson, Baujahr 1973, angereist. Eine erst zwei Jahre alte, 1800-Kubikzentimeter-„Victori-Vision“ aus den USA, deren 73 PS immerhin eine Spitzengeschwindigkeit bis zu 195 Stundenkilometer schaffen, fuhren die Eheleute Barbara Meyer und Torten Lembke aus Pinneberg. Nach seinem Unfall auf seiner „Goldwing“-Maschine vor vier Jahren, als ihm ein Auto die Vorfahrt nahm und er seither gehandicapt ist, fährt Andreas Andresen von Nordstrand ein 115 PS starkes Trike „Rewaco“, Baujahr 2013. Dieses ist mit einer Handkupplung ausgestattet und er hat eine linke Beinablage auf seinem roten Gefährt aufgebaut. Den kurzen Weg eben mal über die Grenze aus dem dänischen Tondern hatten Allan Höeg und Sohn Rasmus auf einer „Honda 1000“, Baujahr 1993, nach Süderlügum genutzt.

Aber auch einige Oldtimer waren dazwischen, wie die 61 Jahre alte 250 Kubikzentimeter, Vier-Takter, „Simeon AWO 425“ mit Beiwagen von Heinz Anke mit seinem Sohn Steffen aus Horsbüll. Ein Novum aber auch die nagelneue „Zero DSR“, ein Elektro-Motorrad aus den USA, das eine maximale Leistung von 67 PS bei 4000 Umdrehungen pro Minute hat. Beschleunigung von Null auf 100 in 3,9 Sekunden, so der Fahrer Uwe Christiansen aus Süderlügum.

Die wohl jüngsten Biker waren die Brüder Enne (2) und Tamme (4) auf ihren Kinderrädern.

Zu den ganzen chromblitzenden Maschinen gab es auf dem Platz auch sonst noch allerhand zu sehen und bestaunen. So sorgte Kurt Schulberg alias „Mr. Boom“, ein gebürtiger Däne und seit 1982 in Kappeln lebend, mit seiner Country- und Westernmusik für Unterhaltung. Für die Kids stand eine Hüpfburg bereit, bei einer Tombola konnte man wertvolle Preise gewinnen und natürlich kam auch das Kulinarische mit verschiedenen Ständen nicht zu kurz. Ein Zweiradhändler bot seine Fahrzeuge ebenso an wie diverse Zubehör- und Accessoires-Händler. Da gab es Caps, Hüte, Sticker, Embleme, Gürtel oder Aufnäher. Auch die „Lederhexe“ aus Niebüll präsentierte ihre selbst genähten Outfits. Auch Roland Zebold „Zebo“ aus Tarp war mit seinen Mitstreitern mit einem Stand „Biker gegen Kinderpornografie und Missbrauch“ vertreten. Durch Spenden und den Verkauf von Support-Waren werden die Erlöse komplett an die Fachberatungsstellen für Präventionsprojekte zu Gunsten der Missbrauchsopfer gespendet, so die seit über zehn Jahren agierenden Mitglieder. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.bacaa.eu.

Begonnen hatte der Festtag mit einem deftigen Biker-Frühstück für Besucher, Gäste und Teilnehmer auf dem Marktplatz und endete dort auch mit einem gemütlichen Beisammensein. Aber ein Höhepunkt zwischendurch war wieder die traditionelle, rund 75 Minuten lange gemeinsame Motorrad-Rundtour durch Teile des Amtes Südtondern. Da ging es unter der Anführung von Horst Ingwersen „Bauer Horst“ auf seiner, 6-Zylinder-Boxer, 120 PS und 1800 Kubikzentimeter starken „Goldwing“, Baujahr 2010, von Süderlügum durch den Gotteskoog Richtung Langstoft über Fahretoft, Dagebüll, durch den Marienkoog über Emmelsbüll durch die Wiedingharde zurück in den Zentralort an der B 5. Knapp 100 Gefährte wurden dabei von Chef-Organisator Fred Karstens auf die Strecke geschickt. Er zeigte sich am Ende des erfolgreichen Tages ebenso wie seine Mitstreiter zwar „geschafft“, aber rundum zufrieden mit dem gesamten Ablauf.

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