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Nordfriesland Tageblatt

07. Dezember 2016 | 15:24 Uhr

Kühle Saison : Ein Sommer für Hartgesottene

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Fehlt die Sonne, fehlen bei Südtonderns wetterabhängigen Attraktionen auch die Gäste. Die kühlen Temperaturen haben erste Auswirkungen.

Wer Outdoor-Aktivitäten anbietet, braucht Sonne für eine glänzende Bilanz. Dass sich diese aber schon seit Wochen rar macht, hat Folgen. Während im Stadumer Schwimmbad üblicherweise in guten Sommern 100 Gäste pro Tag zwischen 14 und 20 Uhr sich das Badezeug überziehen und ihre Bahnen schwimmen, sind es derzeit nur etwa 25 Bürger. „Das sind die Hartgesottenen“, sagt Stadums Bürgermeister Werner Klingebiel anerkennend. Er spricht von einem erheblichen Besucherrückgang – trotz des (durch den Anschluss an eine Biogasanlage) 26 Grad warmen Wassers. Dass die Bilanz dennoch nicht dramatisch ausfalle, liege an der stetig steigenden Zahl der Schlüsselschwimmer, die außerhalb der üblichen Öffnungszeiten das Freibad nutzen. Ganz zu Beginn dieses Angebots waren es mal 20, mittlerweile haben 125 Bürger einen eigenen Schlüssel für das Bad. „Und die lassen sich auch von dunklen Wolken nicht abschrecken“, weiß Klingebiel.

Jan Jähnke ist Geschäftsführer des Draisinenbetriebs, der seit drei Monaten in Leck Fahrten über die Schienen ermöglicht. Auch er bestätigt, dass wetterabhängige Freizeitangebote es derzeit schwerer haben. „Es läuft sehr viel spontan, die Gäste entscheiden tagesaktuell, ob sie kommen oder nicht.“ Selbstverständlich seien Außenaktivitäten immer beliebter, wenn die Wetterlage mitspiele. „Nur Leute, die lange im Voraus für eine große Gruppe gebucht haben, kommen selbst bei Regen – dann aber mit Friesennerz.“ Der Unternehmer, der auch in Brandenburg Draisine-Touren anbietet, lässt seine Mitarbeiter flexibel auf das Wetter reagieren. „Wenn es schlecht ist, sind wir bei Buchungen kulanter, dann könnten Termine auch verschoben oder abgesagt werden.“

Birgit Andresen bietet ab Dagebüll mehrmals in der Woche Wattwanderungen zu den Halligen an. Bislang hatte sie Glück, noch musste keine Tour aufgrund des Wetters gecancelt werden. „Abgesagt wird nur bei Gewitter oder wenn die Wasserstände durch zu viel Sturm zu hoch sind. Das war beides noch nicht der Fall.“ Die Wattführerin bedauert die fehlende Wetterbeständigkeit. „Denn wenn man weiß, es gibt einen Schauer, kann man sich mit Regenhose und Regenjacke vorbereiten.“ Wer aber bei Trockenheit eine achtstündige Tagestour starte und dann von einem Wetterumschwung überrascht werde, habe ein Problem.

Auf besseres Wetter hofft Anke Christensen vom Kiosk an der Niebüller Badewehle. „Wir haben zwar keine Einbrüche mehr, aber im Moment auch kaum Umsätze. Am Donnerstag zum Beispiel habe ich zwei Euro eingenommen.“

Dass bei den eher kühlen Temperaturen auch die Lust auf ein Eis sinkt, kann Karina Ley vom Eisladen „Gelato Gava“ in Leck indes nicht bestätigen. Sie ist bislang zufrieden mit der Saison. Zwar gebe es derzeit keine Warteschlangen vor der Theke. „Eis geht aber immer – egal wie warm oder wie kalt es ist.“ Karina Ley hat dafür eine Erklärung. „Wenn schon nicht die Sonne scheint, dann wollen die Leute wenigstens ein Eis essen. Sie wollen bei Regen irgendetwas Schönes unternehmen und kommen zu uns.“

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erstellt am 16.Jul.2016 | 06:00 Uhr

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