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Nordfriesland Tageblatt

25. Februar 2017 | 07:44 Uhr

„Ein Glücksfall für die Gemeinde“

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Das zweistimmige Geläut bekommt Verstärkung: Hans Herbert Hansen hat eine dritte Glocke für die Süderlügumer Marien-Kirche gestiftet

Große Freude in der Kirchengemeinde Süderlügum, denn sie bekommt von Hans Herbert Hansen eine dritte Glocke für das Geläut der Marien-Kirche gestiftet. „Dieses ist ein echter Glücksfall für unsere Kirchengemeinde“, freut sich dann auch Pastor Matthias Corves. Die Idee zu dieser Stiftung hatten Hans Herbert Hansen (eifriger Bläser im örtlichen Posaunenchor) und seine vor knapp fünf Jahren verstorbene Ehefrau Irmtraud bereits in den 90er Jahren, als die beiden bisherigen Stahlglocken im Kirchturm gegen klangvollere Bronzeglocken ausgetauscht worden waren. Eine Inspiration dazu mögen auch die vielen Bläsereinsätze am Glockenturm gewesen sein.

Aber diese Idee brauchte Zeit zum Reifen. Und als der endgültige Entschluss feststand, vergingen noch einmal rund zwei Jahre Planungszeit, bis alle Genehmigungen und Prüfungen vorlagen. Dazu gehörte auch die Erstellung einer Statik für den Glockenturm, nicht nur wegen der zusätzlichen Belastung, sondern vor allen Dingen wegen der Schwingungszahl, einer Eigenfrequenz der Glocke zum Gebäude, wie Volker Scheibe aus Niebüll als Glockensachverständiger der Nordkirche erläuterte. Er hatte zusammen mit Hans Herbert Hansen, Kirchenvorstand, Mitarbeitern der Wartungsfirma Iversen & Dimier sowie Hans-Martin Rincker von der gleichnamigen Glockengießerei aus Sinn in Hessen zuvor an ersten Begehungen des Glockenturmes teilgenommen.

Die kirchenaufsichtliche Genehmigung kam dann auf Antrag der Bauabteilung des Kirchenkreises und nach Zustimmung durch die Denkmalpflege vom zuständigen Baudezernat in Kiel. Bisher hat die Marien-Kirche ein zweistimmiges Geläut, das aus den Schlagtönen g’ und b’ besteht. Aus dem bisherigen Zweiklang wird somit schon bald ein harmonischer Dreiklang, da die neue dritte Glocke im Ton c’’ gegossen worden ist.

Das passierte am 13. Mai, dem Servatiustag, bei der Glockengießerei Sinn. An dem Tag war Gunhild Mai-Riehn, Kirchenvorstandsmitglied in Süderlügum, beim Glockenguss vor Ort mit dabei. Die neue Bronzeglocke ist bei mehr als 1000 Grad Celsius gegossen worden. Sie besteht zu 80 Prozent aus Kupfer und 20 Prozent aus Zinn. Sie trägt die Inschriften „Soli deo Gloria“ und aus dem prophetischen Buch Jeremia, Kapitel 22, Vers 29 „O Land – O – Land – Land höre des Herrn Wort“.

Die Gesamtkosten betragen rund 27  000 Euro. Mit einem Gewicht von etwa 320 Kilogramm ist sie die kleinste und vom Klang her hellste der drei Süderlügumer Glocken.

Bevor die neue Glocke nun ihren Dienst im Geläut antritt, ist sie derzeit im Foyer der Marien-Kirche aufgestellt, wo sie zu den Kirchöffnungszeiten von Jedermann besichtigt werden kann. Hier hatte Hans Herbert Hansen als erstes eine Kerze für seine verstorben Ehefrau und Mitinitiatorin angezündet. Anschließend prüfte Volker Scheibe die Glocke für die Glockeninventarisation der Nordkirche. Dazu bestätigte er einen schönen ebenmäßigen Guss – auch der Haut der Krone mit Kronenplatte.

Mit einem Holzhammer demonstrierte er den Klang und Nachschall. Und mit einem Koffer voller Stimmgabeln ging es dann ans Eingemachte, nämlich der Prüfung der Schlagtöne an verschiedenen Stellen der Glocke. Alles fiel zur vollsten Zufriedenheit des Glockensachverständigen aus.

Ende August oder Anfang September wird das neue Unikat dann im Glockenturm aufgehängt. Die Glockenweihe ist während des Erntedank-Gottesdienstes in der Süderlügumer Marien-Kirche für Sonntag, 25. September, geplant.




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erstellt am 11.Jul.2016 | 13:37 Uhr

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