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Nordfriesland Tageblatt

06. Dezember 2016 | 13:13 Uhr

Ein eindrucksvoller Hörgenuss

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die jungen Musiker Felicitas und Constantin Schiffner aus Lübeck begeisterten ihr Publikum beim „Jugend musiziert“-Preisträgerkonzert

Der Verein „Musikfreunde in Leck und Umgebung“ eröffnete seine neue Saison im Lecker Rathaus mit einem nachhaltig beeindruckenden Konzert. Zu Gast waren die Geschwister Felicitas und Constantin Schiffner (Violine und Klavier) aus Lübeck, erst 18 beziehungsweise 16 Jahre alt. Ermöglicht wurde das „Jugend musiziert“-Preisträgerkonzert durch den Landesmusikrat Schleswig-Holstein, gefördert durch die Nord-Ostsee Sparkasse.

Als Vorsitzende des gastgebenden Vereins, der an diesem Spätnachmittag mit seinem 239. Konzert aufwartete, hieß Heidi Specht-Christel das – trotz seiner Jugend – bereits mehrfach hochkarätig ausgezeichnete Duo und sein Publikum willkommen. Dabei erinnerte sie daran, dass aus einer langen Reihe von Nachwuchskünstlern, die einst in Leck auftraten, inzwischen international renommierte Instrumentalisten geworden sind. Das Programm, das die Ausführenden – sich einander abwechselnd – selbst geschickt moderierten, wies acht musikalisch und spieltechnisch höchst anspruchsvolle Werke aus vier Jahrhunderten auf, die den Interpreten die Möglichkeit boten, sich teils solistisch, teils als Ensemble zu präsentieren.

Zum Auftakt erklangen zwei Sätze aus der Sonate für Violine solo Nr. 2 (BWV 1003) von Johann Sebastian Bach: „Grave“ und „Fuga“. Dabei zeigte Felicitas Schiffner in eindrucksvoller Weise ihr erstaunliches Können sowie die Klangfülle und -schönheit der ihr von der Deutschen Stiftung Musikleben zum Spielen überlassenen Violine auf, die Jean Babtiste Vuillaume im Jahre 1863 anfertigte. Der ruhige Anfangssatz wirkte wie ein Vorspiel zur temperamentvollen Fuge, bei der sich geradlinige Läufe mit kunstvoll gesetzten mehrstimmigen Passagen einander ablösten. Es folgte das „Prelude h-moll für Klavier solo“ von Alexander Siloti, das sich stilistisch hart an J.S. Bachs Präludium e-moll (BWV 855a) anlehnte und sich durch die souveräne Interpretation des Constantin Schiffner als ein wahrer Hörgenuss erwies, obwohl dem Pianisten nur ein schon etwas in Jahre gekommener und entsprechend überholungsbedürftiger Blüthner-Flügel zur Verfügung stand. Ein sanfter Dur-Akkord sorgte abschließend für emotionale Entspannung.

Gemeinsam spielten die hochtalentierten Geschwister sodann das Salonstück Nr. 2 (op. 135) von Louis Spohr, der einst zu den angesehensten Violinisten seiner Zeit zählte und auch den Interpreten seiner Kompositionen ein Höchstmaß an technischem Können und musikalischem Einfühlungsvermögen abverlangte. Die Geschwister Schiffner meisterten alle Schwierigkeiten ohne erkennbar Mühe glänzend.

Mit dem Satz „Arabesca“ aus einer hochvirtuosen und spannungsreichen, im Jahre 2012 von Ulrich Leyendecker für den NDR-Musikwettbewerb geschriebenen Violinsonate lernten die Zuhörer das jüngste aller dargebotenen Werke kennen. Das Instrument der Violonistin deckte die gesamten Bereiche des Tonraums und der Dynamik – von der tiefsten Lage bis zum höchsten Flageolett-Ton beziehungsweise vom zartesten Pianissimo bis zum wuchtigen Fortissimo – ab und wurde trotz seiner Modernität keineswegs als „schräg“ empfunden.

Als einen musikalischen Leckerbissen durfte das Publikum das von der Violinsolistin zelebrierte irischen Volkslied „Die letzte Rose“ genießen, dessen Satz und anschließende Variationen dem Spätromantiker Heinrich Wilhelm Ernst zu verdanken sind. Sie fassen alle dem „Teufelsgeiger“ Nicolo Paganini abgeschauten spieltechischen Raffinessen zusammen. Von letzterem spielte Felicitas Schiffner sodann die „Caprice Nr. 17 in Es-Dur für Violine solo, op. 1“, nachdem ihr Bruder mit dem „Scherzo op. 31 in B-moll von Frédéric Chopin seine herausragenden Künste als Klaviervirtuose in temperamentvoller Weise demonstriert hatte.

Das reguläre Programm endete entspannt mit der klangschönen „Sonate für Klavier und Violine B-Dur (KV 378)“ von Wolfgang Amadeus Mozart, bei der beide Instrumente absolut gleichberechtigt „auf Augenhöhe“ miteinander kommunizierten. Das sichtlich und hörbar begeisterte Publikum erklatschte sich noch eine Zugabe des Duos: einen „Cantabile“ benannten Satz von Paganini.

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erstellt am 03.Okt.2016 | 14:49 Uhr

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