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Nordfriesland Tageblatt

04. Dezember 2016 | 03:04 Uhr

"Hausmusik" in Niebüll : Ein Abend voll vielfältiger Musik

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Von Klassik bis Pop, von Romantik bis zur Gegenwart: Der Hausmusikabend der Friedrich-Paulsen-Schule bot ein hörenswertes Programm

Bunt wie ein reich geschmückter Tannenbaum – so war es an diesem Musikabend in der Mensa der Friedrich-Paulsen-Schule. Halle und Empore waren gut besucht. Auf und vor der Bühne boten Schulchor, Klassen, Orchester und Solisten Einblicke in das musikalische Schaffen an ihrer Schule. Das Programm war ein bunter musikalischer Strauß von der Klassik bis zum Pop und von der Romantik bis zur Gegenwart. Aus den Jahrgängen hob sich das eine oder andere Talent heraus, teils solo, teils in der einen oder anderen Formation, geschult im Einzelunterricht, in der Kreismusikschule oder autodidaktisch und ohne Vorbildung im Musikunterricht der FPS.

Das Gymnasium mit 91-jähriger Geschichte setzt bei der Bezeichnung dieses Abends auf Tradition. Der Name Hausmusikabend ist geblieben, obwohl es die bürgerliche Hausmusik einstiger Prägung nicht mehr gibt. Die Zeiten, in denen Mutter Klavier spielte und Töchterchen sang, sind vorbei. Auch in der Schule hat sich das geändert, weil sich das Programm dieser Musikabende mehr an den Trends der Gegenwart orientiert. Obwohl der Name „Schulmusikabend“ treffender wäre, ist man dem Ursprung treu geblieben.

Einen Programmzettel gab es nicht, wohl aber zwei Moderatoren, die durch den Abend führten. In der Auswahl der Musiktitel gab es allerdings ein vertrautes Wiederhören mit Ohrwürmen und alten Bekannten aus den Charts. Zu hören waren, angeführt von der „Ode an die Freude“, Titel wie „Kumbaya“, „Für Elise“, „Go tell it to the Mountains“, „Yesterday“, „Faded“ und andere. Am Klavier begeisterte Talent Julia Cao mit Yirumas „Poem“. An der Gitarre wagte sich Sextanerin Lykka an den Titel „Ich will nur, dass du weißt“ und begeisterte damit, Gesang und die Griffe in die Saiten harmonisch auf die Reihe zu bekommen.

Die Mitglieder des FPS-Chors ließen das Publikum an musikalischen Eindrücken teilhaben, die sie von ihrer Reise nach Tansania mitgebracht hatten. Das Publikum schaffte es sogar, den Zungenbrecher „Gwe Jalile“ nachzusingen. Übersetzen konnte den Titel niemand. Doch der Gesang handelte von der Sprache der Kulturen in diesem afrikanischen Land. Im März 2017 kommen zwölf junge Afrikaner mit zwei Begleitern von der SUN-Secondary School in Mpanda zu einem Gegenbesuch nach Niebüll.

Nach 100 Minuten musikalischer Power klang ein alles in allem wunderschöner Abend aus. Oberstudiendirektor Eckhard Kruse dankte den beiden Kollegen und Machern dieses Abends, Oliver Schultz-Etzold und Falko Jerominski, die zurzeit die leicht unterbesetzte Musikfachschaft der FPS stellen, extern unterstützt mit vier Stunden wöchentlich von Kantor Volker Scheibe. Kruses Dank galt aber vor allem seinen Schülern, die einen weiten musikalischen Bogen über den tristen Novemberabend spannten und viel Freude auslösten. Besondere Anerkennung zollte er den „ganz kleinen Künstlern“, die diesen herrlichen Abend noch toppten.

Nicht zu vergessen die Technik und das begeisterte Publikum, das sich mit guter Laune auf den Heimweg begab, nicht ohne einen Obolus in den geöffneten Geigenkasten klimpern oder rascheln zu lassen. Oliver Schultz-Etzold wusste zu berichten, dass ein Platz an der „SUN“ im tansanischen Mpanda mit allem Drum und Dran 60 Euro monatlich kostet – und der gespendete Inhalt des Geigenkastens ausreichen dürfte, um dort einen Internatsplatz für ein ganzes Jahr zu finanzieren.


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erstellt am 28.Nov.2016 | 05:45 Uhr

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