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Nordfriesland Tageblatt

08. Dezember 2016 | 05:07 Uhr

Niebüller Verdienstmedaille : Ehrung für Krankenhausförderverein

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die vor mehr als 25 Jahren gegründete Bürgerinitiative mit heute 550 Mitgliedern investierte seit Vereinsgründung bereits 1,2 Millionen Euro.

Draußen minus fünf Grad Celsius, klarer Himmel und strahlender Sonnenschein. Drinnen in der Aula der Gemeinschaftsschule trotz mancher Sorgen festliche Stimmung und gespannte Erwartung auf die traditionelle Ehrung verdienter Bürger und auf die Reden und Statements darüber, was war und zurzeit die Gemüter bewegt. Der mittlerweile 17. Neujahrsempfang, neuerdings aus der „engen Gemütlichkeit“ des Rathauses in die geräumige Schulaula gewechselt, nahm seinen gewohnten Verlauf, wenngleich brisante Themen auf den Konzepten der Redner notiert waren.

Im Programm nicht vorgesehen war ein Auftritt von Kreispräsident Heinz Maurus, der zur Sprache brachte, was die Region Südtondern bewegt. Maurus erkannte an, dass ein das Niebüller Krankenhaus betreffende „SOS“ auf den roten Kreuzen der protestierenden Bürgerinitiative seine Berechtigung hat. Nach einem Rundumblick durch die sattsam bekannte Thematik bekannte er sich dazu, dass vor künftigen Entscheidungen alles an Argumenten Berücksichtigung finden muss. Maurus wörtlich: „Ich kann mir vorstellen, dass das Haus Niebüll ein Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung bleibt. Dafür werden wir kämpfen.“

Bürgermeister Wilfried Bockholt zu den Worten des Kreispräsidenten: „Wir kämpfen für dieselbe Sache.“ Das SOS vereine die Region. Diese zeige nicht Flagge. „Sie zeigt tote Kreuze.“ Neben dem Klinikum sprach Bockholt zwei weitere Probleme an: Die Flüchtlingssituation und das Thema Autozug, das nach seinen Worten dringend einer Regelung durch den Gesetzgeber bedarf, wollen seine Folgen nicht auf dem Rücken der Bevölkerung ausgetragen werden. „Was auch immer um das Krankenhaus geschehe, wir wollen mitreden.“ Über das neue Jahr äußerte sich der Bürgermeisrer optimistisch. „2016 wird ein gutes Jahr werden“, knüpfte er an die Zeit des früheren Bürgermeisters Karsten Matthiesen an, der es in seiner Amtszeit schaffte, mehrere hundert Flüchtlinge unterzubringen. „Das gelang ihm in einer Zeit, als alle erheblich weniger hatten als wir heute.“ Er ließ Zuversicht anklingen, dass es auch heute zu schaffen sei. „Wir müssen allerdings lernen, dass es nicht um das Maximum geht, sondern um das, was für ein ‚gutes Leben‘ erforderlich ist.“

Bockholt wies darauf hin, dass die Bürger Niebülls tiefer in die Tasche langen müssen. Steuern und Gebühren seien angehoben worden. Der Ausbau des Glasfasernetzes schreite voran. Die Stadt habe die Offene Ganztagsschule in ihre Regie übernommen, die Schulassistenz geregelt, freue sich über das Richard-Haizmann-Museum, das 30 Jahre besteht und auf die nächste HGV-Messe. Die Stadt sei stolz auf seine Bürger, die für die Aktion „Niebüll helfen Niebüllern“ 14  000 Euro spendeten und überhaupt auf all ihre Bürger, die sich ehrenamtlich engagieren. In eigener Sache berichtete er, dass er für die Bürgermeisterwahl als einziger kandidiere.

Der Neujahrsempfang sei für die Stadt Gelegenheit, danke zu sagen, erklärte Bürgervorsteher Uwe Christiansen und bat den engeren Vorstand des Fördervereins Kreiskrankenhaus Niebüll nach vorne, vertreten durch Karl-Heinz Schmidt (Vorsitzender), Kurt-Heinz Jappsen (Vize) und Werner Laabs (Schatzmeister). Die von Alfred Schlensag vor über 25 Jahren gegründete Bürgerinitiative mit heute 550 Mitgliedern investierte in Dingen, die den Patienten und Krankenhauspersonal zugute kommen, seit Vereinsgründung 1,2 Millionen Euro. Krönung ihres Wirkens waren zuletzt der Außenfahrstuhl und als Höhepunkt das Bewegungsbad. Bürgervorsteher Christiansen: „Der Krankenhausförderverein ist eine Bürgerinitiative, die nicht gegen etwas ist, sondern sich mit großem Engagement für etwas einsetzt.“ Dieser habe sich als Ziel gesetzt, das Niebüller Krankenhaus zu unterstützen, ohne seinen Träger aus seiner Verantwortung zu entlassen. „Solch bürgerschaftliches Engagement macht unsere Stadt und unsere Gesellschaft menschlicher.“

„Das Klinikum Niebüll ist ernstlich krank und liegt als Patient auf der Intensivstation“, erklärte Vereinsvorsitzender Karl-Heinz Schmidt. Der Verein sehe seine Aufgabe darin, nicht nur materiell, sondern auch ideell zu helfen – verbunden mit der Hoffnung, dass der Patient gesundet und aus der Intensivstation entlassen wird.

Über sein Ziel hinaus, ehrenamtlich tätigen Menschen zu danken, Rückschau zu halten und einen Blick über den Tellerrand zu tun, ist der Neujahrsempfang auch ein Anlass zu Begegnungen unter Bürgern und Nachbarn. Mit von der Partie bei der Gestaltung waren viele Helfer wie die Jugendfeuerwehr, die BAW und Künstler wie das Duo „Åntatumånta“ (Friesisch für Ameise) mit Merit Krasa und Lena Baute. Die beiden Musiker trugen teils eigene, teils bekannte Songs zu Gitarre, Cello und Akkordeon vor. Entdeckt für den Empfang hatte sie Bürgermeister Bockholt in Sankelmark, wo die beiden den 27. Henner-Krogh-Förderpreis 2015 gewannen.

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erstellt am 18.Jan.2016 | 06:00 Uhr

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