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Nordfriesland Tageblatt

29. Juli 2016 | 09:48 Uhr

Stromtankstellen : E-Mobilisten sollen künftig zahlen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

In Niebüll sollen bis April zwei neue Stromtankstellen aufgestellt werden / Stadt liegt bei der Stromabgabe über E-Säulen kreisweit auf Platz zwei

Wer mit dem Elektroauto nach Niebüll rollt, der braucht  schon jetzt keine Angst  zu haben, dass  seinem Wagen  dort der Strom ausgeht:  Bislang können E-Mobilisten hier an zwei Standorten  ihre Batterien  aufladen.  Eine Ladestation findet sich auf dem Parkplatz der VR-Bank, die andere auf dem Gelände des Autohauses Jahn. Auch für E-Bikes ist gesorgt:   bei Zweirad-Andresen finden Radler eine Akkutauschstation.  Jetzt sollen in der Stadt zwei neue Stromtankstellen  aufgestellt  und  damit die  Elektromobilität in Niebüll verbessert werden. Wie Bürgermeister Wilfried Bockholt während der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Wirtschaft mitteilte, habe es daher Gespräche mit den Stadtwerken Niebüll gegeben. „In absehbarer Zeit soll es in Niebüll vier Ladestationen geben.“ Als Hersteller der Ladesäulen habe man sich für Systeme des Energiekonzerns RWE  entschieden. Vorteil dieser Ausführung sei ein integriertes, elektronisches Abrechnungssystem.  Noch kann in Niebüll zwar kostenlos geladen werden, dies wird  sich nach Ansicht  von Bürgermeister Bockholt aber künftig ändern: „Es soll  keine kostenfreie  Ladung mehr geben. Das wäre ungerecht.“

 Nicht entschieden ist  bisher  die Frage, wo die E-Säulen am Ende des Tages aufgestellt werden: „Die Stationen müssen da stehen, wo man sich länger aufhält“, sagte Bockholt.  Infrage kämen damit der ZOB oder auch die Beruflichen Schulen. „Die Entscheidung wird aber auch davon abhängen, wo welche Kabel liegen und der Installationsaufwand gering ist.“ Gunnar Thöle, Klimaschutzmanager des Kreises, der den Ausschussmitgliedern zuvor in einem Impulsreferat die Grundzüge der E-Mobilität in Südtondern erläutert hatte, unterstrich die Notwendigkeit längerer Standzeiten. Noch heute liege die durchschnittliche Ladezeit der gängigsten Systeme bei rund drei Stunden.  Als potentielle Nutzer des Angebots müsse man Gäste und Bürger ohne Garage zum Laden ihre E-Mobile ins Auge fassen.

Ein Blick auf die Statistik beweist: Der Bedarf an den Stromtankstellen ist gegeben. Allein im Kreis Nordfriesland gibt es 120 angemeldete E-Mobile und 41 Ladestationen.  „Wir sind eine Modellregion für E-Mobilität“, fasste Gunnar Thöle diese Aufstellung zusammen. Und auch Niebüll habe bereits jetzt eine  Spitzenstellung   in dieser Region eingenommen. „An einer einzelnen Stromtankstelle in Niebüll fließen im Jahr 1000 Kilowatt“, so der Klimaschutzmanager. „Damit liegt Niebüll im Kreis auf Platz zwei hinter Kampen auf Sylt.“ 

Darüber, dass es sich bei den Stromtankstellen um notwendige Zukunftstechnologie handelt, herrschte im Ausschuss Einigkeit. Skeptisch zeigten sich Kommunalpolitiker aber gegenüber der These von Zukunftsforscher  Lars Thomsen, die Stephan Wiese als Geschäftsführer des Unternehmens ee4mobile aufgriff: „Schon 2015 könnten Elektrofahrzeuge einen Marktanteil von fünf Prozent erreichen und 2016  die Nachfrage nach Benzinern massiv einbrechen.“   Thomsen habe es sich zur Aufgabe gemacht, sogenannte Tipping-Points vorherzusagen. Dies seien Punkte, an denen sich ganze Industriezweige für immer veränderten. 

„Ich habe mir bis vor kurzem auch nicht vorstellen können, mal ein Smartphone zu benutzen“, gab Niebülls Bürgermeister Wilfried Bockholt daraufhin zu, „aber ich glaube, dass diese Entwicklung sich noch in den Startlöchern befindet.“

 

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erstellt am 20.Feb.2014 | 06:00 Uhr

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