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Nordfriesland Tageblatt

07. Dezember 2016 | 11:42 Uhr

Digitale Ausleihe: Stadt plant Bücher-Terminals

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Stadtbücherei und Gemeinschaftsschule sollen „E-Circle“ erhalten

„Wir wollen die Stadtbücherei zukunftsfähig machen“, sagt der Niebüller Büchereileiter Ronald Steiner, der in zwei Jahren in Pension geht und sein Haus Zug um Zug modernisiert. Die „Onleihe zwischen den Meeren“ war ein erster Schritt. Hier können die Leser der Stadtbücherei rund um die Uhr digitale Medien herunterladen und für einen begrenzten Zeitraum kostenlos nutzen. „2015 gab es bereits über 6000 Ausleihen“, so Ronald Steiner. „Es werden täglich mehr.“ Nun folgt der nächste Schritt.

„Um noch mehr Werbung für die Stadtbücherei zu machen und insbesondere für junge Leute attraktiv zu sein, interessieren wir uns seit Längerem für die Anschaffung eines E-Circle. Das schwer zu übersetzende Wort ist eigentlich nur ein bedienerfreundlicher Terminal“, erklärt der Büchereileiter. Wir können mit dem Terminal für den Besucher auf bequeme Weise das digitale Medienangebot präsentieren.“

Im E-Circle finden die Nutzer Medien aus der Onleihe. Sie können per Touchscreen im digitalen Bestand stöbern, entdecken, suchen und Titel sogar direkt ausleihen. Das moderne Design und die intuitive Menüführung sorgen laut Hersteller dafür, dass der E-Circle nicht nur gut ausschaut, sondern auch für die Besucher kinderleicht zu bedienen ist.

„Wichtig ist die Verfügbarkeit“, so Ronald Steiner, „Es werden nur die verfügbaren E-Medien der Onleihe angezeigt. Genau wie in den althergebrachten Regalen, findet der Nutzer daher nur Titel, die sofort für ihn ausleihbar sind.“ Einen Standort hat der rührige Büchereileiter auch schon gefunden: Genau dort in der Stadtbücherei, wo früher die Internet-Plätze waren. Hier können die Nutzer in Ruhe nachschlagen und beispielsweise eine Leseprobe einsehen.

Ronald Steiner hat für die Anschaffung bereits Unterstützung gefunden. So zahlt das Land Schleswig-Holstein nach einem entsprechenden Antrag „Förderung von Innovationen“ für die Bereitstellung ¾ der Kosten in Höhe von 10  000 Euro pro Gerät. Für die restlichen 2500 Euro (beziehungsweise 5000 Euro bei zwei Terminals) könnte die Stadt Niebüll einspringen.

In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses wurde das Projekt vorgestellt. „E-Circle: Das lohnt sich“, betonte Bürgermeister Wilfried Bockholt. „Es gibt eine neue Generation, die digital unterwegs ist. Gerade für die Jugendlichen und Schüler ist E-Circle interessant.“ Dieser Meinung schlossen sich die Ausschussmitglieder weitgehend an. Uwe Christiansen (CDU) erklärte, dass man das Gerät auch in der Schule oder an ausgewählten Standorten in einer Gemeinde – es könnte beispielsweise Risum-Lindholm sein – platzieren könnte. Frauke Rörden-Prang, neues Mitglied im Seniorenbeirat, fügte an, dass es auch für ältere Menschen immer wichtiger werde, digitale Medien zu nutzen. Tatsächlich kann man beim E-Circle auch die Schriftgröße variieren.

Bernd Neumann (CDU) teilte mit, dass man im Schulausschuss bereits angeregt und auch beschlossen habe, einen weiteren Terminal in der Gemeinschaftsschule aufzustellen. Diese Schule sei vordringlich zu behandeln. Die Friedrich-Paulsen-Schule liegt bekanntlich in Nähe der Stadtbücherei, ist also im Gegensatz zur Gemeinschaftsschule schnell erreichbar. Thomas Uerschels (SPD) befürwortete für seine Fraktion ebenfalls die Kostenbeteiligung durch die Stadt. „Das neue Angebot ist sinnvoll. Denn nun kann der Büchereibesucher in aller Ruhe auch im digitalen Bücherschrank nachschauen. In der Schule hat der Terminal eine Brückenfunktion. Die Schüler sehen `Aha, es gibt ja noch die Stadtbücherei – da kann man auch einmal hingehen.´ Mit dem E-Circle gewinnt man neue Interessenten für die Onleihe und für die Bibliothek.“

„Eine ideale Ergänzung zum analogen Angebot“, betonte der Bürgermeister. Die Abstimmung erfolgte dann auch einstimmig „pro Förderung“ bei zwei Enthaltungen. Wie bereits im Schulausschuss besprochen, sollen zwei Geräte angeschafft werden. Endgültig befindet die Stadtvertretung in der kommenden Woche über den Antrag. „Ich bin froh, dass die zweite Hürde elegant genommen wurde“, freute sich Ronald Steiner über die Nachricht. „Wenn auch von Seiten des Landes alles klappt, können wir im Herbst mit dem neuen E-Circle loslegen.“

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erstellt am 14.Jul.2016 | 10:43 Uhr

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