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Nordfriesland Tageblatt

07. Dezember 2016 | 11:43 Uhr

Tourismus : Die Ruhe als Wettbewerbsvorteil

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Positive Entwicklung: Laut der hiesigen Tourismusexperten buchen immer mehr Natursuchende ihren Urlaub in Südtondern

Qualität scheint sich durchzusetzen. So erklärt sich zumindest Lore Henriette Görgen, Büroleiterin der Dagebüll-Niebüll-Touristik (DNT), die bislang erfreulichen Belegzahlen in der Tourismusbranche. Die Zahl der Buchungen ist im Verhältnis zum Vorjahr in ihrem Verantwortungsbereich um drei Prozent gestiegen. Ein Trend, der sich in ganz Südtondern fortsetzt, denn seit Jahren schon sind es stetig mehr Urlauber, die in die Region kommen. Auch Sabine Schwarz, Geschäftsführerin der Tourist-Information Leck und Umgebung, zieht für das erste Halbjahr 2016 eine positive Bilanz. „Im Juli ist fast nichts mehr frei bei unseren Vermietern, wenn man mit mehr als zwei Personen kommen möchte.“ Ähnliches weiß Carola Steltner, Geschäftsführerin vom Infozentrum Wiedingharde, zu berichten (zuständig für die Gemeinden Aventoft, Emmelsbüll-Horsbüll, Klanxbüll, Lübke-Koog, Neukirchen und Rodenäs). „Die Sommerbilanz sieht so weit gut aus – trotz des eher schlechten Wetters. Es gibt nur noch wenige Buchungslücken.“

Ob die weltweiten Terroranschläge Auswirkungen auf die hiesigen Belegzahlen haben, vermögen die Tourismusexperten nicht einzuschätzen. Ursache für die positive Tendenz sei auf jeden Fall aber auch der Zuwachs an Mietobjekten sowie deren hohe Qualität. Laut Lore Henriette Görgen gilt die Faustregel „Je besser die Objekte sind, um so besser können sie vermietet werden.“

Dabei sind es nicht nur Familien und ältere Reisende, die Südtondern zu schätzen wissen. Auffallend viele Natur- und Ruhesuchende kämen mittlerweile in die Region – oft als Alleinreisende. Beispielsweise seien es Radfahrer, die die Natur per Velo erkunden. Ebenso kämen Ornithologen, um die außergewöhnliche Vogelwelt am Wattenmeer oder in den Kögen zu beobachten. Busseweise treffen die Touristen immer im Frühjahr und Herbst ein, wenn sich Hunderttausende Stare als „Schwarze Sonne“ formieren. Carola Steltner berichtet zudem von „Zugfotografen“, die häufig in der Wiedingharde eine Unterkunft suchen. Bei ihnen geraten aber nicht etwa die Zugvögel vor die Linse des Objektivs, sondern die Regional- und Autozüge der Bahn. „Das klingt vielleicht erstaunlich, aber davon haben wir auch recht viele.“ In den zehn Gemeinden der Karrharde sind es weiterhin zudem Monteure, die das Übernachtungsangebot nutzen.

Für die Vermittlung von Ferienwohnungen und Zimmern sei die Nähe zur Nordsee von Vorteil. „Fast jeder, der hier hinkommt, fährt auf die Inseln“, sagt Görgen. Viele Gäste hätten früher noch dort direkt Urlaub gemacht, weiß Steltner. „Weil sie auf den Inseln aber inzwischen keine Ruhe mehr finden, kommen sie aufs Festland. Und von hier aus starten sie dann ihre Tagesausflüge.“ So ist die Abgeschiedenheit ausschlaggebend bei der Urlaubswahl. Ebenso sind es die hierzulande noch adäquaten Preise. Von all diesen Aspekten profitiere die Region.

Sabine Schwarz: „Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen, dann kann die Saison 2016 eine ebenso gute werden wie vor zwei Jahren.“

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erstellt am 12.Jul.2016 | 06:00 Uhr

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