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Nordfriesland Tageblatt

27. August 2014 | 22:57 Uhr

Der "Seher" von Leck

vom

Deutscher CPI-Geschäftsführer im Ruhestand: Clausen & Bosse muss jetzt ohne Ingo Scholz auskommen

Leck | Vor zwei Wochen hatte Ingo Scholz schon bei einer Schiffstour vielen Kunden und Lieferanten Lebewohl gesagt, gestern folgte im Druckzen trum von Clausen & Bosse der Abschied des langjährigen Geschäftsführers der deutschen CPI-Gruppe im exklusiven Kreis von 85 Gästen aus Wirtschaft und Politik - allerdings ohne Vertreter vom Hauptsitz der internationalen Druckerei-Holding: Der sei am Pariser Verkehr gescheitert und habe sein Flugzeug verpasst, teilte Günter Pecher, Chef des seit 2002 zur Holding gehörenden Unternehmens in Leck, mit.

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Dafür hatte sich mit Dr. Rüdiger Salat, Geschäftsführer der Stuttgarter Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, ein anderer hochkarätiger Laudator eingefunden. Besonders fröhlich über Scholz’ Pensionierung zum 1. Juli könne er nicht sein, sei der doch ein Garant für Qualität und Flexibilität in der Zusammenarbeit gewesen. Und die hätte sich höchst erfolgreich gestaltet: "Unter Ingo Scholz sind 350 Millionen Bücher für Holtzbrinck entstanden - das entspricht einem Turm von 17 500 Metern Höhe, einem Gewicht von 130 000 Tonnen und 140 Milliarden bedruckter Seiten." Der Erfolg sei zu großen Teilen der Persönlichkeit von Scholz zu verdanken gewesen, führte Salat weiter aus - und dessen "seherischen Fähigkeiten", wenn es um wichtige Weichenstellungen oder auch um die Reaktion auf die Verleihung des Literatur-Nobelpreises gegangen sei: Den Preisträger habe Ingo Scholz stets rechtzeitig erahnt und meist schon am Tag vor der Verleihung angefangen, den Nachdruck der entsprechenden Bücher vorzubereiten. "Das liegt wohl an der räumlichen Nähe von Leck zu Stockholm - vermutlich ist er vorher immer mit dem Komitee zum Angeln gefahren", mutmaßte Salat. Zur Verschönerung des Ruhestandes überreichte er Scholz ein hochwertiges Angelpaket. "Nur ein Haken ist nicht dabei - den haben wir in all den Jahren der Zusammenarbeit nicht gefunden", sagte er lachend.

Auch vom Landrat Nordfrieslands gab es ein Abschiedsgeschenk: Eine Krawatte mit der Ehrennadel des Kreises. "Wir wissen wohl, was für eine Wirtschaftskraft Clausen & Bosse darstellt", so Dieter Harrsen. "Und ich habe immer gespürt, wie wichtig Ihnen die Mitarbeiter sind und die Verwurzelung in der Region."

Auf dieser Schiene will auch Dieter Simon als Nachfolger von Scholz weitermachen: "Wir werden Prozesse verbessern und Abläufe vereinfachen müssen - aber entscheidend für den Erfolg sind die Menschen, die bei uns arbeiten."

Jetzt könne er endlich Dinge in den Vordergrund stellen, für die bisher zu wenig Zeit war - "Familie, Freunde, Hobbys", sagte Ingo Scholz, der zweimal in seiner Karriere bei Clausen & Bosse tätig war - von 1976 bis 1984 und von 2000 bis heute. Jetzt erhebe sich die Frage: "Was bleibt langfristig von diesem Wirken?" Die Rahmenbedingungen hätten sich in den vergangenen zehn Jahren gravierend verändert: "Die Bestseller-Auflagen von mehr als 20 000 sind gleich geblieben, aber der mittlere Bereich von 5000 bis 18 000 schrumpft extrem und die Kleinauflagen, die besonders viel Aufwand und Flexibilität verlangen, nehmen immer weiter zu." Dazu komme die Herausforderung durch die neuen Medien: "Wie wird sich der Anteil der E-Books in Deutschland entwickeln?" Unter diesen Aspekten, so schloss Ingo Scholz, habe der Spruch von Firmengründer Ove Clausen aus dem Jahr 1951 nach wie vor Gültigkeit: "Immer schön geschmeidig bleiben!"

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von Stefan Petersen
erstellt am 28.Jun.2012 | 07:23 Uhr

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